“Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.”
(Den Crow zugeschriebene Man­ag­er-Naseweisheit, in Deutsch­land, dem Land der toten Pferde, ungültig) 

Schon Alexan­der Wendt stellte 2014 in seinem Buch „Der Grüne Black­out“ die Frage, wie es wohl wäre, wenn eines Tages eine echte Alter­na­tive zu fos­silen Energi­eträgern gefun­den würde und Deutsch­land dann einen Haufen nut­zlosen Elek­troschrott und Son­der­müll in Form von Win­dan­la­gen und Pho­to­voltaik auf Feldern und Däch­ern ste­hen hätte. Wie viele Mil­liar­den Euro und Gigawattstun­den Energie kön­nten am Ende ver­schwen­det und für immer ver­loren sein, wenn die Poli­tik einem tech­nol­o­gis­chen Durch­bruch in die Parade fährt? Im Moment scheint diese Frage rein rhetorisch zu sein. Zu gewiss ist man sich in Min­is­te­rien, Parteien und Aktivis­ten­ver­bän­den, dass alles das schon gut aus­gin­ge, was wir zur Her­beisub­ven­tion­ierung der Energiewende und der Verkehr­swende gle­ich mit (Stich­wort Sek­torkop­plung) unternehmen. Meine Befürch­tung ist nun, dass der poli­tis­che Dreik­lang aus Sonne, Wind und Elek­troau­tos uns längst in eine tech­nol­o­gis­che Sack­gasse geführt hat. Schon mehrfach habe ich hier kri­tisch darüber berichtet. Heute beste­ht die Gefahr, dass wir durch poli­tis­che Betrieb­s­blind­heit bere­its eine brauch­bare Tech­nolo­gie überse­hen haben, was uns in Gestalt gewaltiger Frei­heit­sein­schränkun­gen im Indi­vid­u­alverkehr und tech­nol­o­gis­chem Ver­fall noch teuer zu ste­hen kom­men könnte.

Zur Energie- und Verkehrswende

Wenn auch aus anderen Grün­den, so begrüße ich doch die Anstren­gun­gen, sich von fos­silen Energi­eträgern unab­hängig zu machen. Ich sehe das eher unter dem Aspekt der Rohstof­fkonkur­renz, denn Erdöl und Kohle kann man nicht nur ver­bren­nen, son­dern zuhauf nüt­zliche Pro­duk­te daraus her­stellen. Zwar halte ich das durch Ver­bren­nung entste­hende CO2 nicht ger­ade für ein giftiges Gas und habe es für seine Seg­nun­gen stets vertei­digt, aber der Anstieg des CO2-Gehalts der Luft geht ja tat­säch­lich teil­weise auf men­schlich­es Wirken zurück und stellt in meinen Augen vor allem eines dar: ein teures Leck in unseren Stof­fkreis­läufen, eine Kohlen­stoff­senke, in der die müh­sam konzen­tri­erten Stoffe wieder ver­schwinden, welche wir noch nicht gut genug nutzen können.

Prozesse zu entwick­eln, die weniger CO2 freiset­zen und sparsam mit Energie umge­hen, mag hüpfende F4F-Kids glück­lich machen, der Mark­twirtschaftler sollte darin aber vor allem gesteigerte Effizienz und best­möglichen Ein­satz von Ressourcen erblick­en. Die Luft zu ver­schmutzen liegt nicht im Inter­esse von Unternehmen, die im echt­en Wet­tbe­werb ste­hen und sich nicht bei der Poli­tik freikaufen kön­nen. Bestes Beispiel ist die ver­heerende Umwelt­bi­lanz, welche sämtliche Unternehmen unter sozial­is­tis­ch­er Ägide vorzuweisen hat­ten oder haben. Es spricht also prinzip­iell auch nichts dage­gen, eine „Verkehr­swende“ einzuleit­en, sofern der Verkehr danach tat­säch­lich bess­er daste­ht als vorher.

Das E‑Auto als trojanisches Pferd

Das Bessere ist seit jeher des Guten Feind und deshalb set­zten sich Tech­nolo­gien von allein durch, wenn sie einen höheren Nutzen ver­sprechen. Und jet­zt bitte nicht wieder VHS vs. Beta­max als Gegen­beispiel. Hier war es let­ztlich der Preis, der das Ren­nen machte. Und irgen­deinen (net­to) Mehrw­ert braucht es, wenn man keinen Zwang anwen­den will. Was für die E‑Autos spricht, liegt auf der Hand: die Fahrleis­tun­gen sind beein­druck­end und machen Freude. Doch schon der zweite Vorteil, die geringe Geräuschen­twick­lung, erkauft man mit dem Nachteil, dass Fußgänger die Autos schlechter erken­nen. Lässt sich dieses Prob­lem noch leicht lösen, wiegen andere Nachteile schw­er­er: Reich­weite, Ladezeit­en, Akku-Chemie, Gewicht, Selb­stent­ladung, teure Lade­in­fra­struk­tur. Nicht zu vergessen die Net­zlast durch Sek­torkop­plung, denn während der Verkehr vor­mals ein eigen­ständi­ger Ver­brauchssek­tor war, soll dessen Energiebe­darf nun noch auf die Stromerzeu­gung oben drauf gepackt wer­den. Eben­falls nicht zu vergessen die Tat­sache, dass der hohe Bestand an PKW und LKW als Teil der Investi­tio­nen in Gefahr ist.

Denn Umrüs­tun­gen von Ver­bren­nern auf Akku­be­trieb sind so gut wie aus­geschlossen und gle­ichzeit­ig dro­hen Fahrver­bote und andere Nutzw­ertein­schränkun­gen. Durch Skalierung ver­größern sich die meis­ten Prob­leme auch noch und es ist abzuse­hen, dass am Ende die bit­tere Wahrheit ste­hen wird, dass die indi­vidu­elle Mobil­ität generell nicht mehr flächen­deck­end möglich ist und stattdessen Man­gel, Zuteilung und elitär­er Zugang dazu die Regel sein wird. Ob dieser Abwärt­strend oder der des moralis­chen Fram­ings der Gesellschaft schneller sein wird, so dass nie­mand mehr über­haupt Autos mehr fahren „will“, sei Gegen­stand von Fan­tasie, Zukun­fts­forschung und grü­nen Pro­grammträu­men.

Die vie­len Nachteile der E‑Mobilität sollen sich nun in ein Net­to-Pos­i­tiv ver­wan­deln, indem man die anste­hende Wel­tret­tung als indi­vidu­elle Auf­gabe in die Gle­ichung ein­bezieht. Ein Taschen­spiel­er­trick, der vielle­icht gar nicht nötig gewe­sen wäre, wenn die Poli­tik nicht schon vor Jahren beschlossen hätte, auss­chließlich auf E‑Autos zu set­zen. Die man­gel­nde Offen­heit gegenüber anderen Tech­nolo­gien hat uns vielle­icht einen Weg ver­baut, der tat­säch­lich ans Ziel geführt hätte.

Was wäre, wenn?

Bleiben wir beim Pos­i­tiv­en. Bleiben wir auch bei der Prämisse, es gälte, CO2 zu ver­mei­den. Die Gründe lassen wir mal dahingestellt sein. Was wäre, wenn wir eine elek­trische Antrieb­stech­nolo­gie hät­ten, die mit den Leis­tungs­dat­en eines Tes­la aufwarten kann? Was wäre, wenn deren Reich­weite sog­ar der von herkömm­lichen Ben­zin- und Diese­lau­tos über­legen wäre und das „Aufladen“ so schnell von stat­ten gin­ge, wie das Tanken von Ben­zin? Was wäre, wenn man keine teure Lade­in­fra­struk­tur bräuchte, wenn also die All­ge­mein­heit nicht mit ihren Steuer­mil­liar­den erst mal Net­ze erricht­en und sub­ven­tion­ieren müsste? Was wäre, wenn sich aus dieser Tech­nolo­gie ganz automa­tisch eine Über­gang­stech­nolo­gie für die alten Ver­bren­ner ergäbe, die Senkung der Emis­sio­nen fol­glich auch im Fahrzeugbe­stand stat­tfind­en kön­nte, so dass nicht Mil­liar­den Euro an Investi­tio­nen auf Null gehen müssten? Was wäre, wenn die benötigte Energie sich leicht und ver­lust­frei spe­ich­ern und trans­portieren lassen würde?

Das wären schon eine Menge Vorteile gegenüber der Akku-Autos, die heute hochsub­ven­tion­iert über unsere Straßen rollen, oder? Die Poli­tik würde sich doch sich­er – schon um die eige­nen Kli­maret­tungspläne nicht zu gefährden – wie der Bär auf den Honig­topf auf diese Tech­nolo­gie stürzen! Weit gefehlt.

Auf alle Fälle: Brennstoffzelle

Brennstof­fzelle? Ist doch ein alter Hut, wer­den Sie jet­zt sagen. Schließlich stammt diese Erfind­ung aus dem 19. Jahrhun­dert und die langjähri­gen Ver­suche, in Brennstof­fzellen mit flüs­sigem Wasser­stoff als Energiequelle von Autos zu nutzen, kam nie über Insel­lö­sun­gen oder Ver­suche hin­aus. Wasser­stoff ist ein­fach zu aggres­siv, braucht zu hohe Drücke und die Her­stel­lung per Elek­trol­yse bzw. der Trans­port ist teuer. Doch warum soll man unter Druck ste­hen­den Wasser­stoff ver­wen­den, wenn man stattdessen Methanol bei Raumtem­per­atur und nor­malem Luft­druck ver­wen­den kann?

Methanol-Brennstoffzelle und Methanol-Verbrenner

So jeden­falls dachte sich das Roland Gumpert, ein pen­sion­ierten Audi-Inge­nieur, und tüftelte an einem Antrieb­skonzept, das mit ein­er Brennstof­fzelle, ein­er kleinen Bat­terie und einem Gemisch aus 60% Methanol und 40% Wass­er die Leis­tung eines echt­es E‑Auto mit der Prax­is­tauglichkeit eines Ben­zin­ers verbindet. Dankenswert­er­weise befasste sich eine Doku­men­ta­tion des Bayrischen Rund­funks Anfang Mai 2021 mit Gumpert, sein­er Erfind­ung und den Schwierigkeit­en, die geballte Igno­ranz sein­er Branche und der Poli­tik zu über­winden. Nicht nur der Schreiber dieser Zeilen, son­dern auch den Filmemach­ern beim BR ist nicht ganz ein­sichtig, warum sich das Verkehrsmin­is­teri­um so wenig für das inter­essiert, was Gumpert da auf die Beine gestellt hat. Zwar spon­serte Scheuers Min­is­teri­um Gumpert einen E‑Smart, den er zum Brennstof­fzel­lenau­to umbaute, wollte vom Ergeb­nis aber bis kurz vor Drehende nichts wis­sen. Das es sich eben aus­gerech­net um das Min­is­teri­um von Andi “Mil­lio­nen­versemm­ler” Scheuer han­delt, kann nur ein Teil der Erk­lärung sein.

Sich­er muss Gumpert noch einige Prob­leme dieser Methanol-Tech­nolo­gie lösen, die im eupho­risch vor­ge­tra­ge­nen Film nicht betra­chtet wur­den, aber frei von Prob­le­men ist die E‑Mobilität in ihrer aktuellen Form ja auch nicht ger­ade. Und das bei lock­er zehn Jahren Förder­vor­sprung! Set­zte man ern­sthaft auf Methanol, diese ein­fach­ste Form aller Alko­hole, ergäben sich allerd­ings zahlre­iche Vorteile, ohne dass man dazu auf das Pfadfind­er­abze­ichen „Wel­tret­ter 1. Klasse“ verzicht­en müsste. Hier nur in Stichpunkten:

  • Methanol lässt sich auf ver­schiedene Art her­stellen. Nicht nur aus fos­silen Rohstof­fen, son­dern auch aus Pflanzen oder kat­alytisch aus CO2. Und das geschieht bere­its im großtech­nis­chen Maßstab, schließlich ist Methanol Basis für zahlre­iche chemis­che Prozesse.
  • Methanol lässt sich ver­lust­frei spe­ich­ern und ein­fach trans­portieren. Die nötige Infra­struk­tur ist bere­its vorhanden.
  • Die Dis­tri­b­u­tion kann über beste­hende Tankstellen erfol­gen, es han­delte sich lediglich um eine weit­ere Sorte Flüs­sigkeit, hier eben das Methanol/Wass­er-Gemisch.
  • Ben­zin-Ver­bren­ner kön­nen in den meis­ten Fällen auf die Speisung mit reinem Methanol umgerüstet wer­den. Der Aufwand ist geringer als die Umstel­lung auf Auto­gas und kön­nte die CO2-Bilanz (so diese denn für wichtig erachtet wird) der beste­hen­den Flotte verbessern. Zur Ver­sorgung wäre nur eine weit­ere Zapf­säule nötig, die Ver­sorgung mit Ben­zin kön­nte mit­tel­fristig ver­ringert, die mit Methanol mit der Zeit aus­gedehnt werden.
  • Man hätte somit zwei Pfade, die man gle­ichzeit­ig beschre­it­en und durch ver­min­derte Steuern auf Methanol und Förder­pro­gramme für den Umbau beste­hen­der PKW auch attrak­tiv machen kön­nte. Die Min­er­alöl­s­teuer kön­nte ja schon mal weg­fall­en. Zahlre­iche PKW sind heute sog­ar ab Werk in der Lage, Methanol zu nutzen.
  • Statt unsere Kernkraftwerke abzuschal­ten, kön­nte man mit Hil­fe der Kernen­ergie Methanol aus allen Prozessen gewin­nen, die CO2 erzeu­gen. Aus dem „Luftver­schmutzer“ CO2 würde so ein wertvoller Rohstoff, der sich gewinnbrin­gend als syn­thetis­ch­er Treib­stoff ver­mark­ten lässt. Aus einem Malus würde ein Bonus.
  • Selb­st wenn Methanol „nur“ als Sub­sti­tut für Ben­zin ver­wen­det würde, wäre dessen Energie- und CO2-Bilanz noch deut­lich bess­er als die von fos­silen Energi­eträgern. Selb­st für den Luftverkehr ist Methanol als Sub­sti­tut und Beimis­chung tech­nisch möglich.

Gebremster Schaum

The­o­retisch ist es noch nicht zu spät, die Chan­cen zu nutzen, die Methanol für den Verkehrssek­tor bietet. Doch wer dies­bezüglich noch Hoff­nung hegt, hat wom­öglich das „deutsche Prinzip“ vergessen. Näm­lich einen Weg bis zum bit­teren Ende zu gehen, selb­st wenn sich erweisen sollte, dass es der falsche ist. Durch poli­tis­che Starrheit hat man gegen ein anderes wichtiges Prinzip ver­stoßen: die Tech­nolo­gie­of­fen­heit. „Der Zug“, so drück­te es im Film ein Inge­nieur aus, „ist abge­fahren“. Gemeint war der “Zug” Elek­tro­mo­bil­ität in sein­er heute her­beige­förderten Form. Zu lange gehe man schon diesen Weg, zu viel wurde gewagt, zu viel Geld ver­bran­nt, um jet­zt noch ein­er alter­na­tiv­en Tech­nolo­gie das Feld freizumachen.

Man hat der Poli­tik und let­ztlich dem Steuerzahler schon so viel Sub­ven­tion abge­presst, da möchte man sich nur sehr ungern von einem Neul­ing die But­ter vom Brot nehmen lassen. Und wie stünde die Poli­tik da, wenn sich all die Mil­liar­den­pro­gramme, die teuren Ladesäulen, der Net­zaus­bau und der ganze medi­ale Buden­za­uber als vor­eilig, unnütz und tech­nolo­gieblind erweisen wür­den? Man wird also irgen­dein neg­a­tives Merk­mal suchen und sich­er auch find­en, um der Methanol-Brennstof­fzelle das Licht klammheim­lich auszublasen. Ein­er Tech­nolo­gie, die bere­its im Beta-Sta­di­um und bei der ersten Vor­führung in München (siehe BR-Doku) seinen Akku-elek­trischen Konkur­renten ver­dammt alt ausse­hen ließ.

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11 Kommentare

  1. Keine Sorge, dafür gibt es eine ganz ein­fache Erk­lärung: Es geht über­haupt nicht darum, die CO2-Emis­sio­nen zu reduzieren. Das ganze CO2-The­ater ist nur ein Mit­tel zum Zweck. Und wenn das CO2-“Problem” tat­säch­lich gelöst wer­den würde, dann müssten schon wieder neue Gründe erfun­den wer­den, weshalb wir unbe­d­ingt ganz drin­gend und alternativlos…

  2. Ein toller Artikel, vie­len Dank für diesen Fokus auf die erneuer­bare e‑Methanolökonomie. Immer­hin enthält 1 Liter flüs­siges Methanol ca. das Dreifache der Energie wie 1 Liter kom­prim­iertes Wasser­stof­f­gas bei 700 bar. Als kleine Eegänzung möchte ich noch hinzufü­gen, es gibt auch völ­lig neue und vielver­sprechende Ansätze der biokat­alytis­chen Her­stel­lung von e‑Methanol (siehe METHANOLOGY).

  3. Die Frage ist zunächst, warum wir über­haupt auf E‑Mobilität setzen:
    Weil im Kli­maabkom­men von Paris die einzel­nen Nation­al­staat­en sich auf bes­timmte Emis­sion­sziele geeinigt hat­ten. Jed­er Staat sollte seine Hausauf­gaben machen, was zur Folge hat­te, dass D meinte, seine Prob­leme auf eigen­em Boden lösen zu müssen. 

    Solar­far­men finanziert und errichtet durch Deutsch­land z.B. in Marokko z.B. kamen schon deshalb nicht in Frage, weil ja auch Marokko Hausauf­gaben zu machen hat, z.B. durch die Errich­tung eigen­er Solar­far­men. Und eine durch D errichtete Solar­farm in Marokko würde vielle­icht Marokko benachteili­gen bei der Errich­tung eigen­er Solar­far­men. Das hätte als Neokolo­nial­is­mus ver­standen wer­den kön­nen. Daher die deutsche Aus­rich­tung ein­er “Energiewende”, die mit Win­drädern und Solarparks ausss­chliesslich auf deutschem Boden auskom­men will. Man wollte nicht ran an die Ressourcen ander­er Länder.

    Eine Energiewende, die eigentlich nur eine Stromwende ist.
    Wesentliche Teile ander­er Sek­toren wur­den gar­nicht betra­chtet, so merkt Poli­tik jet­zt, dass das CO2-Prob­lem ein viel grösseres Prob­lem ist. Nicht der Stromver­brauch, son­dern der Enden­ergie­ver­brauch muss betra­chtet wer­den, und nach­haltig erzeugte Energie für ein CO‑2 neu­trales Deutsch­land ist mit Win­drädern und Solarparks in Deutsch­land nicht zu schaf­fen. Man hat sich schlicht ver­rech­net. Und dann kommt noch das ungelöste Spe­icher­prob­lem dazu.

    Das führt zur Lösung des Problems:
    Solar­far­men dort, wo Platz ist und wo die Sonne scheint.
    Also Nordafri­ka, Australien.….
    Das aber führt zur Frage des Trans­portes der Energie in die Industrieländer.
    Strom­leitun­gen sind es nicht, vor allem daran ist Desertec gescheitert.
    Also muss man den Umweg über syn­thetis­che Kraft­stoffe gehen, die zugle­ich das Spe­icher­prob­lem lösen, die neuen Kraft­stoffe kön­nen nicht nur über­all hin trans­portiert wer­den, die gespe­icherte Energie kann auch zu jed­er Zeit genutzt werden.

    Das wiederum führt zur Frage, warum man über­haupt auf E‑Mobilität set­zt, wenn die Lösung für die Welt syn­thetis­che Kraft­stoffe sind, die wie fos­sile Kraft­stoffe ver­bran­nt wer­den können.
    Das hätte den Vorteil, dass die bish­erige Infra­struk­tur genutzt wer­den kann. Man tankt ein­fach einen anderen Sprit, das CO‑2 Prob­lem der Kraft­stoffe wird woan­ders gelöst, ohne dass der Ver­brauch­er etwas davon merkt.

    Ich fürchte, dass das über­all in der Welt als Vorteil erkan­nt wird, nur in Deutsch­land nicht.
    Weil hierzu­lande sich zuerst der Bürg­er ändern muss und daher soll er möglichst viel und nicht möglichst wenig vom CO‑2 Prob­lem abbekommen.

    Prag­ma­tis­che Lösun­gen wie syn­thetis­che Kraft­stoffe sind aus ide­ol­o­gis­chen und poli­tis­chen Grün­den in Deutsch­land nicht gewün­scht. Man hält weit­er an Win­drädern und Solarparks auf Deutschem Boden fest. Das löst aber nicht nur den Deutschen Anteil des weltweit­en CO‑2 Prob­lems nicht.
    Viel schwieriger ist, dass Deutsch­land als Motor ein­er weltweit­en tech­nis­chen Energiewende aus­fällt. Wer soll denn die drin­gend benötigten tech­nis­chen Inno­va­tio­nen, Ver­fahren, neue Pro­duk­te entwick­eln, wenn nicht die Industrienationen?
    Das Dra­ma ist, dass Deutsch­land diese Notwendigkeit nicht erken­nt, eigene Ressourcen nicht nutzt und somit gegenüber ein­er weltweit­en Lösung des CO‑2 Prob­lems ver­ant­wor­tungs­los handelt.

  4. Mein Auto fährt mal mit Ben­zin und mal mit Strom. Das finde ich prak­tisch. Und wenn das Ben­zin aus bio­genen Quellen oder aus der Luft oder bei­des kommt, was man mit Strom aus Wind, Sonne, Wass­er oder Atom erzeugt, ist das ganz hüb­sch. Das biss­chen Kohle neben­bei macht da den Kohl auch nicht fett. Und wenn der Strom in über­schaubar­er Dosis von ca. 6 — 12 kWh für die täglichen Besorgun­gen reicht ohne den Ben­zin­er anzuw­er­fen, dann ist das ger­ade so viel, wie der tägliche Bedarf an Licht, Waschmas­chine, Kaf­feeau­tomat, Duschwasser­erwärmer, Kühlschrank, Handy und Com­put­er … also kein­er Aufre­gung wert. Wenn ich meine Fre­unde und Fam­i­lie besuchen fahre, die weit­er als 60 km weit wohnen, dann freue ich mich königlich über meinen Ben­z­in­mo­tor, der mith­il­fe des Elek­trosys­tems nur 4,8 Liter auf einen Hek­tok­ilo­me­ter ver­bren­nt, weil ich nicht 3/4 Stunde laden muss. Abgase daraus sind Dünger für das Straßen­be­gleit­grün, näm­lich nur noch Stick­stoff­diox­id und Kohlen­stoff­diox­id und Wass­er. Ich würde mal behaupten, dass damit das Ei des Colum­bus gelun­gen ist.

    • um die Unge­heuer­lichkeit der Mogel­pack­ung und Kli­makiller Plug-In-Hybrid noch eins draufzuset­zen: Mein Durch­schnittsver­brauch bei­der Antriebe zusam­men beträgt 11,5 kWh + 2,2 Liter Super E10 / 100 km.

  5. Fax, mp3, und ich weis nicht wieviele andere Erfind­un­gen hier gemacht wur­den (viele mit Steuergeld sub­ven­tion­iert) und dann im Aus­land als Ino­va­tion­spro­duk­te hergestellt wurden.
    In halb sozial­is­tis­chen Syte­men gilt das Haupt­in­tresse der Man­ag­er den Sub­ven­tio­nen vom Staat und die gibt es nur auf Sys­teme die bere­its irgend­wo schon laufen. Ein finanzielles Risiko wird ver­mieden und der Man­ag­er ist auf der sicheren Seite. Risiko Kap­i­tal ist in den USA vorhan­den deshalb wur­den auch dort die wel­tumwälzen­den Erfindungen/Entwicklungen finanaziert und in Pro­duk­te umgewandelt.
    Solange die Steuergeld/­Sub­ven­tions-Hänge­mat­te die Unternehmen zur Risiko Ver­mei­dung und “weit­er so“einläd, wird es hier auch keinen echt­en Wettbewerb/Inovationen geben.
    Ps.: Win­dräder sind mit Risikokap­i­tal schon lange vor den Grü­nen in den USA gebaut worden!

  6. Der Artikel ist span­nend. Wenn man Methanol mit­tels Kernen­ergie erzeugt, dann ist der Kreis­lauf nur dann geschlossen, wenn man das benötigte CO2 aus der Luft oder aus dem Wass­er der Meere nimmt. Und jet­zt kommt ein uner­warteter Hak­en an der Meth­ode. Fakt ist, die Konzen­tra­tion von CO2 in der Luft ist zu GERING! Zu wenig CO2! Um es , selb­st mit ein­er noch utopis­chen Über­fülle an Kernen­ergie, aus der Luft für eine Syn­these zu nutzen, müsste die Konzen­tra­tion viel höher sein. Eine ein­fache Über­legung stützt diese Hypothese. Man betra­chte die Pho­to­syn­these. Diese ist ener­getisch gese­hen sehr inef­fizient. Darum haben soge­nan­nte Energiepflanzen nicht funk­tion­iert. Pho­to­syn­these ist nur effizient darin Pflanzenwach­s­tum zu ermöglichen. Pflanzen brauchen nur wenig Energie. Ein zukün­ftiger, effek­tiv­er Treib­stoff müsste auf Stick­stoff basieren. Ammo­ni­ak wäre ein möglich­er Kandidat.

  7. Ich dachte schon, der Artikel kommt darauf:

    https://dual-fluid.com/wir-sind-ein-kanadisches-unternehmen/

    Im Ver­gle­ich fuer mich auch inhaltlich bedeu­tend wesentlich­er. Trotz­dem nicht gru­en und deren Vari­ante von elek­tro finde ich, dass generell auf Dauer Ressourcen organ­is­ch­er Chemie nicht in Menge in den Bere­ich Mobil­i­taet geho­eren. Auch das Beispiel “aus CO2 gewin­nen” zieht ja nur, wenn man dem die kom­plett irra­tionale — auch noch sin­gu­laere — auss­chliessliche Gefaehrlichkeit ein­raeumt, wie die Grue­nen es tun. Das ist nicht zwin­gend eine Loe­sung, solange man nicht einen Gas­plan­eten wie Jupiter anstechen kann 🙂

    • Kernkraft der näch­sten Gen­er­a­tion ist der Schlüs­sel für geschlossene Stof­fkreis­läufe wie dem im Artikel beschriebe­nen. Insofern liegt der Ver­weis auf den Dual-Flu­id-Reak­tor nahe. Erst Energie im Über­fluss — und zwar die zuver­läs­sige, nicht volatile Form, bringt die Men­schheit über den Berg.

  8. Das Kli­ma hat sich immer geän­dert! Das einzige kon­stante beim Kli­ma ist die Änderung!

    Denken wir nur an die let­zte Eiszeit. Ist erdgeschichtlich nur einen Lid­schlag her, sagen wir so 15–20000 Jahre.

    Da lagen die Gletsch­er vom Nord­kap bis hier zu uns und waren bis zu 3 km dick!

    Man kon­nte zu Fuß nach Eng­land laufen.

    Und dann hat die Erde Schluss damit gemacht!

    Die Gletsch­er sind samt und son­ders abgeschmolzen — durften die das?

    Oder nur weil es damals keine Bun­deskan­z­lerin gab, die die Erwär­mung auf 1,5° begren­zt hat?

    Dabei ent­stand neben­bei die Ostsee.

    Dort wo die Gletsch­er in den Alpen abgeschmolzen sind, hat man Jahrtausende alte Bäume unter dem Eis gefun­den, was ein deut­lich­es Zeichen dafür ist, das es vor langer Zeit dort schon mal Wald gab. (Und es viel wärmer war als heute)

    Ja und nach dem Ende der Eiszeit wurde es was ? Ja wärmer — was sonst?

    Haben die paar Hansel die hier damals rumge­laufen sind zu viel Lager­feuer angezün­det oder wie mag das wohl gegan­gen sein?

    Oder hat die Erde oder Mut­ter Natur das alleine gemacht?

    Und hat sie dann damit aufge­hört? Wann und oder wo?

    Und wenn sie nun nicht damit aufge­hört hat — macht sie wohl weit­er damit ?

    Macht sie es denn jet­zt nun käl­ter oder wärmer?

    Nehmen wir mal an sie möchte es nun käl­ter machen — kön­nten wir etwas dage­gen unternehmen?

    Nehmen wir ein­mal an sie würde es wärmer machen — kön­nten wir etwas dage­gen tun?

    Kon­nten die Eiszeit­men­schen etwas gegen die Erwär­mung tun? )

    (Auto, Indus­trie, Heizun­gen, das ganze Teufel­szeug gab es doch noch gar nicht)

    Die waren allerd­ings mit der Erwär­mung wohl über­wiegend zufrieden, obwohl es die Erde kaum inter­essiert hat)

    CO2 gab es in allen Vari­a­tio­nen, viel mehr und viel weniger als heute. Aber man kon­nte sich­er festellen

    (aus Eis­bohrk­er­nen , Baum­rin­gen Sed­i­mentablagerun­gen usw. Das der CO2 Gehalt immer der Tem­per­atur gefol­gt ist und zwar mit ein­er Verzögerung von 800 Jahren — nicht umgekehrt!

    (So lange brauchen die Meere um sich an geän­derte Tem­per­a­turen anzu­passen und wenn es wärmer wird stoßen die Welt­meere CO2 aus — wird es käl­ter nehmen sie es wieder auf)

    Das alles geht schon viele viele Jahrtausende so, auch schon als es Men­schen auf diesem Plan über­haupt noch nicht gab!

    Kli­ma beste­ht übri­gens aus Wet­ter­dat­en über min­destens 30 Jahren gemit­telt — man kann es nicht fühlen, nur errechnen!

    So müssten wir eigentlich das Wet­ter ändern! (Das war doch schon immer ein Menschheitstraum!)

    Ach — ich schreibe mich wieder in Rage — und lang­weile dich wahrschein­lich nur damit — sieh es mir nach!

    Einen schö­nen Abend noch

    • Bevor Sie sich in Rage reden…um’s Kli­ma ging es im Artikel gar nicht. Son­dern um eine sin­nvolle, ressourcenscho­nende Tech­nolo­gie, die wir zugun­sten der Her­stel­lung von Elek­troschrott aus dem Blick ver­loren haben. 😉

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