“Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd rei­test, steig ab.”
(Den Crow zuge­schrie­be­ne Mana­ger-Nase­weis­heit, in Deutsch­land, dem Land der toten Pfer­de, ungültig) 

Schon Alex­an­der Wendt stell­te 2014 in sei­nem Buch „Der Grü­ne Black­out“ die Fra­ge, wie es wohl wäre, wenn eines Tages eine ech­te Alter­na­ti­ve zu fos­si­len Ener­gie­trä­gern gefun­den wür­de und Deutsch­land dann einen Hau­fen nutz­lo­sen Elek­tro­schrott und Son­der­müll in Form von Wind­an­la­gen und Pho­to­vol­ta­ik auf Fel­dern und Dächern ste­hen hät­te. Wie vie­le Mil­li­ar­den Euro und Giga­watt­stun­den Ener­gie könn­ten am Ende ver­schwen­det und für immer ver­lo­ren sein, wenn die Poli­tik einem tech­no­lo­gi­schen Durch­bruch in die Para­de fährt? Im Moment scheint die­se Fra­ge rein rhe­to­risch zu sein. Zu gewiss ist man sich in Minis­te­ri­en, Par­tei­en und Akti­vis­ten­ver­bän­den, dass alles das schon gut aus­gin­ge, was wir zur Her­bei­sub­ven­tio­nie­rung der Ener­gie­wen­de und der Ver­kehrs­wen­de gleich mit (Stich­wort Sek­tor­kopp­lung) unter­neh­men. Mei­ne Befürch­tung ist nun, dass der poli­ti­sche Drei­klang aus Son­ne, Wind und Elek­tro­au­tos uns längst in eine tech­no­lo­gi­sche Sack­gas­se geführt hat. Schon mehr­fach habe ich hier kri­tisch dar­über berich­tet. Heu­te besteht die Gefahr, dass wir durch poli­ti­sche Betriebs­blind­heit bereits eine brauch­ba­re Tech­no­lo­gie über­se­hen haben, was uns in Gestalt gewal­ti­ger Frei­heits­ein­schrän­kun­gen im Indi­vi­du­al­ver­kehr und tech­no­lo­gi­schem Ver­fall noch teu­er zu ste­hen kom­men könnte.

Zur Energie- und Verkehrswende

Wenn auch aus ande­ren Grün­den, so begrü­ße ich doch die Anstren­gun­gen, sich von fos­si­len Ener­gie­trä­gern unab­hän­gig zu machen. Ich sehe das eher unter dem Aspekt der Roh­stoff­kon­kur­renz, denn Erd­öl und Koh­le kann man nicht nur ver­bren­nen, son­dern zuhauf nütz­li­che Pro­duk­te dar­aus her­stel­len. Zwar hal­te ich das durch Ver­bren­nung ent­ste­hen­de CO2 nicht gera­de für ein gif­ti­ges Gas und habe es für sei­ne Seg­nun­gen stets ver­tei­digt, aber der Anstieg des CO2-Gehalts der Luft geht ja tat­säch­lich teil­wei­se auf mensch­li­ches Wir­ken zurück und stellt in mei­nen Augen vor allem eines dar: ein teu­res Leck in unse­ren Stoff­kreis­läu­fen, eine Koh­len­stoff­sen­ke, in der die müh­sam kon­zen­trier­ten Stof­fe wie­der ver­schwin­den, wel­che wir noch nicht gut genug nut­zen können.

Pro­zes­se zu ent­wi­ckeln, die weni­ger CO2 frei­set­zen und spar­sam mit Ener­gie umge­hen, mag hüp­fen­de F4F-Kids glück­lich machen, der Markt­wirt­schaft­ler soll­te dar­in aber vor allem gestei­ger­te Effi­zi­enz und best­mög­li­chen Ein­satz von Res­sour­cen erbli­cken. Die Luft zu ver­schmut­zen liegt nicht im Inter­es­se von Unter­neh­men, die im ech­ten Wett­be­werb ste­hen und sich nicht bei der Poli­tik frei­kau­fen kön­nen. Bes­tes Bei­spiel ist die ver­hee­ren­de Umwelt­bi­lanz, wel­che sämt­li­che Unter­neh­men unter sozia­lis­ti­scher Ägi­de vor­zu­wei­sen hat­ten oder haben. Es spricht also prin­zi­pi­ell auch nichts dage­gen, eine „Ver­kehrs­wen­de“ ein­zu­lei­ten, sofern der Ver­kehr danach tat­säch­lich bes­ser dasteht als vorher.

Das E‑Auto als trojanisches Pferd

Das Bes­se­re ist seit jeher des Guten Feind und des­halb setz­ten sich Tech­no­lo­gien von allein durch, wenn sie einen höhe­ren Nut­zen ver­spre­chen. Und jetzt bit­te nicht wie­der VHS vs. Beta­max als Gegen­bei­spiel. Hier war es letzt­lich der Preis, der das Ren­nen mach­te. Und irgend­ei­nen (net­to) Mehr­wert braucht es, wenn man kei­nen Zwang anwen­den will. Was für die E‑Autos spricht, liegt auf der Hand: die Fahr­leis­tun­gen sind beein­dru­ckend und machen Freu­de. Doch schon der zwei­te Vor­teil, die gerin­ge Geräusch­ent­wick­lung, erkauft man mit dem Nach­teil, dass Fuß­gän­ger die Autos schlech­ter erken­nen. Lässt sich die­ses Pro­blem noch leicht lösen, wie­gen ande­re Nach­tei­le schwe­rer: Reich­wei­te, Lade­zei­ten, Akku-Che­mie, Gewicht, Selbst­ent­la­dung, teu­re Ladein­fra­struk­tur. Nicht zu ver­ges­sen die Netz­last durch Sek­tor­kopp­lung, denn wäh­rend der Ver­kehr vor­mals ein eigen­stän­di­ger Ver­brauchs­sek­tor war, soll des­sen Ener­gie­be­darf nun noch auf die Strom­erzeu­gung oben drauf gepackt wer­den. Eben­falls nicht zu ver­ges­sen die Tat­sa­che, dass der hohe Bestand an PKW und LKW als Teil der Inves­ti­tio­nen in Gefahr ist.

Denn Umrüs­tun­gen von Ver­bren­nern auf Akku­be­trieb sind so gut wie aus­ge­schlos­sen und gleich­zei­tig dro­hen Fahr­ver­bo­te und ande­re Nutz­wert­ein­schrän­kun­gen. Durch Ska­lie­rung ver­grö­ßern sich die meis­ten Pro­ble­me auch noch und es ist abzu­se­hen, dass am Ende die bit­te­re Wahr­heit ste­hen wird, dass die indi­vi­du­el­le Mobi­li­tät gene­rell nicht mehr flä­chen­de­ckend mög­lich ist und statt­des­sen Man­gel, Zutei­lung und eli­tä­rer Zugang dazu die Regel sein wird. Ob die­ser Abwärts­trend oder der des mora­li­schen Framings der Gesell­schaft schnel­ler sein wird, so dass nie­mand mehr über­haupt Autos mehr fah­ren „will“, sei Gegen­stand von Fan­ta­sie, Zukunfts­for­schung und grü­nen Pro­gramm­träu­men.

Die vie­len Nach­tei­le der E‑Mobilität sol­len sich nun in ein Net­to-Posi­tiv ver­wan­deln, indem man die anste­hen­de Welt­ret­tung als indi­vi­du­el­le Auf­ga­be in die Glei­chung ein­be­zieht. Ein Taschen­spie­ler­trick, der viel­leicht gar nicht nötig gewe­sen wäre, wenn die Poli­tik nicht schon vor Jah­ren beschlos­sen hät­te, aus­schließ­lich auf E‑Autos zu set­zen. Die man­geln­de Offen­heit gegen­über ande­ren Tech­no­lo­gien hat uns viel­leicht einen Weg ver­baut, der tat­säch­lich ans Ziel geführt hätte.

Was wäre, wenn?

Blei­ben wir beim Posi­ti­ven. Blei­ben wir auch bei der Prä­mis­se, es gäl­te, CO2 zu ver­mei­den. Die Grün­de las­sen wir mal dahin­ge­stellt sein. Was wäre, wenn wir eine elek­tri­sche Antriebs­tech­no­lo­gie hät­ten, die mit den Leis­tungs­da­ten eines Tes­la auf­war­ten kann? Was wäre, wenn deren Reich­wei­te sogar der von her­kömm­li­chen Ben­zin- und Die­sel­au­tos über­le­gen wäre und das „Auf­la­den“ so schnell von stat­ten gin­ge, wie das Tan­ken von Ben­zin? Was wäre, wenn man kei­ne teu­re Ladein­fra­struk­tur bräuch­te, wenn also die All­ge­mein­heit nicht mit ihren Steu­er­mil­li­ar­den erst mal Net­ze errich­ten und sub­ven­tio­nie­ren müss­te? Was wäre, wenn sich aus die­ser Tech­no­lo­gie ganz auto­ma­tisch eine Über­gangs­tech­no­lo­gie für die alten Ver­bren­ner ergä­be, die Sen­kung der Emis­sio­nen folg­lich auch im Fahr­zeug­be­stand statt­fin­den könn­te, so dass nicht Mil­li­ar­den Euro an Inves­ti­tio­nen auf Null gehen müss­ten? Was wäre, wenn die benö­tig­te Ener­gie sich leicht und ver­lust­frei spei­chern und trans­por­tie­ren las­sen würde?

Das wären schon eine Men­ge Vor­tei­le gegen­über der Akku-Autos, die heu­te hoch­sub­ven­tio­niert über unse­re Stra­ßen rol­len, oder? Die Poli­tik wür­de sich doch sicher – schon um die eige­nen Kli­ma­ret­tungs­plä­ne nicht zu gefähr­den – wie der Bär auf den Honig­topf auf die­se Tech­no­lo­gie stür­zen! Weit gefehlt.

Auf alle Fälle: Brennstoffzelle

Brenn­stoff­zel­le? Ist doch ein alter Hut, wer­den Sie jetzt sagen. Schließ­lich stammt die­se Erfin­dung aus dem 19. Jahr­hun­dert und die lang­jäh­ri­gen Ver­su­che, in Brenn­stoff­zel­len mit flüs­si­gem Was­ser­stoff als Ener­gie­quel­le von Autos zu nut­zen, kam nie über Insel­lö­sun­gen oder Ver­su­che hin­aus. Was­ser­stoff ist ein­fach zu aggres­siv, braucht zu hohe Drü­cke und die Her­stel­lung per Elek­tro­ly­se bzw. der Trans­port ist teu­er. Doch war­um soll man unter Druck ste­hen­den Was­ser­stoff ver­wen­den, wenn man statt­des­sen Metha­nol bei Raum­tem­pe­ra­tur und nor­ma­lem Luft­druck ver­wen­den kann?

Methanol-Brennstoffzelle und Methanol-Verbrenner

So jeden­falls dach­te sich das Roland Gum­pert, ein pen­sio­nier­ten Audi-Inge­nieur, und tüf­tel­te an einem Antriebs­kon­zept, das mit einer Brenn­stoff­zel­le, einer klei­nen Bat­te­rie und einem Gemisch aus 60% Metha­nol und 40% Was­ser die Leis­tung eines ech­tes E‑Auto mit der Pra­xis­taug­lich­keit eines Ben­zi­ners ver­bin­det. Dan­kens­wer­ter­wei­se befass­te sich eine Doku­men­ta­ti­on des Bay­ri­schen Rund­funks Anfang Mai 2021 mit Gum­pert, sei­ner Erfin­dung und den Schwie­rig­kei­ten, die geball­te Igno­ranz sei­ner Bran­che und der Poli­tik zu über­win­den. Nicht nur der Schrei­ber die­ser Zei­len, son­dern auch den Fil­me­ma­chern beim BR ist nicht ganz ein­sich­tig, war­um sich das Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um so wenig für das inter­es­siert, was Gum­pert da auf die Bei­ne gestellt hat. Zwar spon­ser­te Scheu­ers Minis­te­ri­um Gum­pert einen E‑Smart, den er zum Brenn­stoff­zel­len­au­to umbau­te, woll­te vom Ergeb­nis aber bis kurz vor Dre­hen­de nichts wis­sen. Das es sich eben aus­ge­rech­net um das Minis­te­ri­um von Andi “Mil­lio­nen­ver­semm­ler” Scheu­er han­delt, kann nur ein Teil der Erklä­rung sein.

Sicher muss Gum­pert noch eini­ge Pro­ble­me die­ser Metha­nol-Tech­no­lo­gie lösen, die im eupho­risch vor­ge­tra­ge­nen Film nicht betrach­tet wur­den, aber frei von Pro­ble­men ist die E‑Mobilität in ihrer aktu­el­len Form ja auch nicht gera­de. Und das bei locker zehn Jah­ren För­der­vor­sprung! Setz­te man ernst­haft auf Metha­nol, die­se ein­fachs­te Form aller Alko­ho­le, ergä­ben sich aller­dings zahl­rei­che Vor­tei­le, ohne dass man dazu auf das Pfad­fin­der­ab­zei­chen „Welt­ret­ter 1. Klas­se“ ver­zich­ten müss­te. Hier nur in Stichpunkten:

  • Metha­nol lässt sich auf ver­schie­de­ne Art her­stel­len. Nicht nur aus fos­si­len Roh­stof­fen, son­dern auch aus Pflan­zen oder kata­ly­tisch aus CO2. Und das geschieht bereits im groß­tech­ni­schen Maß­stab, schließ­lich ist Metha­nol Basis für zahl­rei­che che­mi­sche Prozesse.
  • Metha­nol lässt sich ver­lust­frei spei­chern und ein­fach trans­por­tie­ren. Die nöti­ge Infra­struk­tur ist bereits vorhanden.
  • Die Dis­tri­bu­ti­on kann über bestehen­de Tank­stel­len erfol­gen, es han­del­te sich ledig­lich um eine wei­te­re Sor­te Flüs­sig­keit, hier eben das Metha­nol/­Was­ser-Gemisch.
  • Ben­zin-Ver­bren­ner kön­nen in den meis­ten Fäl­len auf die Spei­sung mit rei­nem Metha­nol umge­rüs­tet wer­den. Der Auf­wand ist gerin­ger als die Umstel­lung auf Auto­gas und könn­te die CO2-Bilanz (so die­se denn für wich­tig erach­tet wird) der bestehen­den Flot­te ver­bes­sern. Zur Ver­sor­gung wäre nur eine wei­te­re Zapf­säu­le nötig, die Ver­sor­gung mit Ben­zin könn­te mit­tel­fris­tig ver­rin­gert, die mit Metha­nol mit der Zeit aus­ge­dehnt werden.
  • Man hät­te somit zwei Pfa­de, die man gleich­zei­tig beschrei­ten und durch ver­min­der­te Steu­ern auf Metha­nol und För­der­pro­gram­me für den Umbau bestehen­der PKW auch attrak­tiv machen könn­te. Die Mine­ral­öl­steu­er könn­te ja schon mal weg­fal­len. Zahl­rei­che PKW sind heu­te sogar ab Werk in der Lage, Metha­nol zu nutzen.
  • Statt unse­re Kern­kraft­wer­ke abzu­schal­ten, könn­te man mit Hil­fe der Kern­ener­gie Metha­nol aus allen Pro­zes­sen gewin­nen, die CO2 erzeu­gen. Aus dem „Luft­ver­schmut­zer“ CO2 wür­de so ein wert­vol­ler Roh­stoff, der sich gewinn­brin­gend als syn­the­ti­scher Treib­stoff ver­mark­ten lässt. Aus einem Malus wür­de ein Bonus.
  • Selbst wenn Metha­nol „nur“ als Sub­sti­tut für Ben­zin ver­wen­det wür­de, wäre des­sen Ener­gie- und CO2-Bilanz noch deut­lich bes­ser als die von fos­si­len Ener­gie­trä­gern. Selbst für den Luft­ver­kehr ist Metha­nol als Sub­sti­tut und Bei­mi­schung tech­nisch möglich.

Gebremster Schaum

Theo­re­tisch ist es noch nicht zu spät, die Chan­cen zu nut­zen, die Metha­nol für den Ver­kehrs­sek­tor bie­tet. Doch wer dies­be­züg­lich noch Hoff­nung hegt, hat womög­lich das „deut­sche Prin­zip“ ver­ges­sen. Näm­lich einen Weg bis zum bit­te­ren Ende zu gehen, selbst wenn sich erwei­sen soll­te, dass es der fal­sche ist. Durch poli­ti­sche Starr­heit hat man gegen ein ande­res wich­ti­ges Prin­zip ver­sto­ßen: die Tech­no­lo­gie­of­fen­heit. „Der Zug“, so drück­te es im Film ein Inge­nieur aus, „ist abge­fah­ren“. Gemeint war der “Zug” Elek­tro­mo­bi­li­tät in sei­ner heu­te her­bei­ge­för­der­ten Form. Zu lan­ge gehe man schon die­sen Weg, zu viel wur­de gewagt, zu viel Geld ver­brannt, um jetzt noch einer alter­na­ti­ven Tech­no­lo­gie das Feld freizumachen.

Man hat der Poli­tik und letzt­lich dem Steu­er­zah­ler schon so viel Sub­ven­ti­on abge­presst, da möch­te man sich nur sehr ungern von einem Neu­ling die But­ter vom Brot neh­men las­sen. Und wie stün­de die Poli­tik da, wenn sich all die Mil­li­ar­den­pro­gram­me, die teu­ren Lade­säu­len, der Netz­aus­bau und der gan­ze media­le Buden­zau­ber als vor­ei­lig, unnütz und tech­no­lo­gieblind erwei­sen wür­den? Man wird also irgend­ein nega­ti­ves Merk­mal suchen und sicher auch fin­den, um der Metha­nol-Brenn­stoff­zel­le das Licht klamm­heim­lich aus­zu­bla­sen. Einer Tech­no­lo­gie, die bereits im Beta-Sta­di­um und bei der ers­ten Vor­füh­rung in Mün­chen (sie­he BR-Doku) sei­nen Akku-elek­tri­schen Kon­kur­ren­ten ver­dammt alt aus­se­hen ließ.

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11 Kommentare

  1. Kei­ne Sor­ge, dafür gibt es eine ganz ein­fa­che Erklä­rung: Es geht über­haupt nicht dar­um, die CO2-Emis­sio­nen zu redu­zie­ren. Das gan­ze CO2-Thea­ter ist nur ein Mit­tel zum Zweck. Und wenn das CO2-“Problem” tat­säch­lich gelöst wer­den wür­de, dann müss­ten schon wie­der neue Grün­de erfun­den wer­den, wes­halb wir unbe­dingt ganz drin­gend und alternativlos…

  2. Ein tol­ler Arti­kel, vie­len Dank für die­sen Fokus auf die erneu­er­ba­re e‑Methanolökonomie. Immer­hin ent­hält 1 Liter flüs­si­ges Metha­nol ca. das Drei­fa­che der Ener­gie wie 1 Liter kom­pri­mier­tes Was­ser­stoff­gas bei 700 bar. Als klei­ne Eegän­zung möch­te ich noch hin­zu­fü­gen, es gibt auch völ­lig neue und viel­ver­spre­chen­de Ansät­ze der bio­ka­ta­ly­ti­schen Her­stel­lung von e‑Methanol (sie­he METHANOLOGY).

  3. Die Fra­ge ist zunächst, war­um wir über­haupt auf E‑Mobilität setzen:
    Weil im Kli­ma­ab­kom­men von Paris die ein­zel­nen Natio­nal­staa­ten sich auf bestimm­te Emis­si­ons­zie­le geei­nigt hat­ten. Jeder Staat soll­te sei­ne Haus­auf­ga­ben machen, was zur Fol­ge hat­te, dass D mein­te, sei­ne Pro­ble­me auf eige­nem Boden lösen zu müssen. 

    Solar­far­men finan­ziert und errich­tet durch Deutsch­land z.B. in Marok­ko z.B. kamen schon des­halb nicht in Fra­ge, weil ja auch Marok­ko Haus­auf­ga­ben zu machen hat, z.B. durch die Errich­tung eige­ner Solar­far­men. Und eine durch D errich­te­te Solar­farm in Marok­ko wür­de viel­leicht Marok­ko benach­tei­li­gen bei der Errich­tung eige­ner Solar­far­men. Das hät­te als Neo­ko­lo­nia­lis­mus ver­stan­den wer­den kön­nen. Daher die deut­sche Aus­rich­tung einer “Ener­gie­wen­de”, die mit Wind­rä­dern und Solar­parks aus­s­schliess­lich auf deut­schem Boden aus­kom­men will. Man woll­te nicht ran an die Res­sour­cen ande­rer Länder.

    Eine Ener­gie­wen­de, die eigent­lich nur eine Strom­wen­de ist.
    Wesent­li­che Tei­le ande­rer Sek­to­ren wur­den gar­nicht betrach­tet, so merkt Poli­tik jetzt, dass das CO2-Pro­blem ein viel grös­se­res Pro­blem ist. Nicht der Strom­ver­brauch, son­dern der End­ener­gie­ver­brauch muss betrach­tet wer­den, und nach­hal­tig erzeug­te Ener­gie für ein CO‑2 neu­tra­les Deutsch­land ist mit Wind­rä­dern und Solar­parks in Deutsch­land nicht zu schaf­fen. Man hat sich schlicht ver­rech­net. Und dann kommt noch das unge­lös­te Spei­cher­pro­blem dazu.

    Das führt zur Lösung des Problems:
    Solar­far­men dort, wo Platz ist und wo die Son­ne scheint.
    Also Nord­afri­ka, Australien.….
    Das aber führt zur Fra­ge des Trans­por­tes der Ener­gie in die Industrieländer.
    Strom­lei­tun­gen sind es nicht, vor allem dar­an ist Deser­tec gescheitert.
    Also muss man den Umweg über syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe gehen, die zugleich das Spei­cher­pro­blem lösen, die neu­en Kraft­stof­fe kön­nen nicht nur über­all hin trans­por­tiert wer­den, die gespei­cher­te Ener­gie kann auch zu jeder Zeit genutzt werden.

    Das wie­der­um führt zur Fra­ge, war­um man über­haupt auf E‑Mobilität setzt, wenn die Lösung für die Welt syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe sind, die wie fos­si­le Kraft­stof­fe ver­brannt wer­den können.
    Das hät­te den Vor­teil, dass die bis­he­ri­ge Infra­struk­tur genutzt wer­den kann. Man tankt ein­fach einen ande­ren Sprit, das CO‑2 Pro­blem der Kraft­stof­fe wird woan­ders gelöst, ohne dass der Ver­brau­cher etwas davon merkt.

    Ich fürch­te, dass das über­all in der Welt als Vor­teil erkannt wird, nur in Deutsch­land nicht.
    Weil hier­zu­lan­de sich zuerst der Bür­ger ändern muss und daher soll er mög­lichst viel und nicht mög­lichst wenig vom CO‑2 Pro­blem abbekommen.

    Prag­ma­ti­sche Lösun­gen wie syn­the­ti­sche Kraft­stof­fe sind aus ideo­lo­gi­schen und poli­ti­schen Grün­den in Deutsch­land nicht gewünscht. Man hält wei­ter an Wind­rä­dern und Solar­parks auf Deut­schem Boden fest. Das löst aber nicht nur den Deut­schen Anteil des welt­wei­ten CO‑2 Pro­blems nicht.
    Viel schwie­ri­ger ist, dass Deutsch­land als Motor einer welt­wei­ten tech­ni­schen Ener­gie­wen­de aus­fällt. Wer soll denn die drin­gend benö­tig­ten tech­ni­schen Inno­va­tio­nen, Ver­fah­ren, neue Pro­duk­te ent­wi­ckeln, wenn nicht die Industrienationen?
    Das Dra­ma ist, dass Deutsch­land die­se Not­wen­dig­keit nicht erkennt, eige­ne Res­sour­cen nicht nutzt und somit gegen­über einer welt­wei­ten Lösung des CO‑2 Pro­blems ver­ant­wor­tungs­los handelt.

  4. Mein Auto fährt mal mit Ben­zin und mal mit Strom. Das fin­de ich prak­tisch. Und wenn das Ben­zin aus bio­ge­nen Quel­len oder aus der Luft oder bei­des kommt, was man mit Strom aus Wind, Son­ne, Was­ser oder Atom erzeugt, ist das ganz hübsch. Das biss­chen Koh­le neben­bei macht da den Kohl auch nicht fett. Und wenn der Strom in über­schau­ba­rer Dosis von ca. 6 — 12 kWh für die täg­li­chen Besor­gun­gen reicht ohne den Ben­zi­ner anzu­wer­fen, dann ist das gera­de so viel, wie der täg­li­che Bedarf an Licht, Wasch­ma­schi­ne, Kaf­fee­au­to­mat, Dusch­was­ser­er­wär­mer, Kühl­schrank, Han­dy und Com­pu­ter … also kei­ner Auf­re­gung wert. Wenn ich mei­ne Freun­de und Fami­lie besu­chen fah­re, die wei­ter als 60 km weit woh­nen, dann freue ich mich könig­lich über mei­nen Ben­zin­mo­tor, der mit­hil­fe des Elek­tro­sys­tems nur 4,8 Liter auf einen Hek­to­ki­lo­me­ter ver­brennt, weil ich nicht 3/4 Stun­de laden muss. Abga­se dar­aus sind Dün­ger für das Stra­ßen­be­gleit­grün, näm­lich nur noch Stick­stoff­di­oxid und Koh­len­stoff­di­oxid und Was­ser. Ich wür­de mal behaup­ten, dass damit das Ei des Colum­bus gelun­gen ist.

    • um die Unge­heu­er­lich­keit der Mogel­pa­ckung und Kli­ma­kil­ler Plug-In-Hybrid noch eins drauf­zu­set­zen: Mein Durch­schnitts­ver­brauch bei­der Antrie­be zusam­men beträgt 11,5 kWh + 2,2 Liter Super E10 / 100 km.

  5. Fax, mp3, und ich weis nicht wie­vie­le ande­re Erfin­dun­gen hier gemacht wur­den (vie­le mit Steu­er­geld sub­ven­tio­niert) und dann im Aus­land als Ino­va­ti­ons­pro­duk­te her­ge­stellt wurden.
    In halb sozia­lis­ti­schen Syte­men gilt das Haupt­in­tres­se der Mana­ger den Sub­ven­tio­nen vom Staat und die gibt es nur auf Sys­te­me die bereits irgend­wo schon lau­fen. Ein finan­zi­el­les Risi­ko wird ver­mie­den und der Mana­ger ist auf der siche­ren Sei­te. Risi­ko Kapi­tal ist in den USA vor­han­den des­halb wur­den auch dort die welt­um­wäl­zen­den Erfindungen/Entwicklungen fin­ana­ziert und in Pro­duk­te umgewandelt.
    Solan­ge die Steu­er­gel­d/­Sub­ven­ti­ons-Hän­ge­mat­te die Unter­neh­men zur Risi­ko Ver­mei­dung und “wei­ter so“einläd, wird es hier auch kei­nen ech­ten Wettbewerb/Inovationen geben.
    Ps.: Wind­rä­der sind mit Risi­ko­ka­pi­tal schon lan­ge vor den Grü­nen in den USA gebaut worden!

  6. Der Arti­kel ist span­nend. Wenn man Metha­nol mit­tels Kern­ener­gie erzeugt, dann ist der Kreis­lauf nur dann geschlos­sen, wenn man das benö­tig­te CO2 aus der Luft oder aus dem Was­ser der Mee­re nimmt. Und jetzt kommt ein uner­war­te­ter Haken an der Metho­de. Fakt ist, die Kon­zen­tra­ti­on von CO2 in der Luft ist zu GERING! Zu wenig CO2! Um es , selbst mit einer noch uto­pi­schen Über­fül­le an Kern­ener­gie, aus der Luft für eine Syn­the­se zu nut­zen, müss­te die Kon­zen­tra­ti­on viel höher sein. Eine ein­fa­che Über­le­gung stützt die­se Hypo­the­se. Man betrach­te die Pho­to­syn­the­se. Die­se ist ener­ge­tisch gese­hen sehr inef­fi­zi­ent. Dar­um haben soge­nann­te Ener­gie­pflan­zen nicht funk­tio­niert. Pho­to­syn­the­se ist nur effi­zi­ent dar­in Pflan­zen­wachs­tum zu ermög­li­chen. Pflan­zen brau­chen nur wenig Ener­gie. Ein zukünf­ti­ger, effek­ti­ver Treib­stoff müss­te auf Stick­stoff basie­ren. Ammo­ni­ak wäre ein mög­li­cher Kandidat.

  7. Ich dach­te schon, der Arti­kel kommt darauf:

    https://dual-fluid.com/wir-sind-ein-kanadisches-unternehmen/

    Im Ver­gleich fuer mich auch inhalt­lich bedeu­tend wesent­li­cher. Trotz­dem nicht gru­en und deren Vari­an­te von elek­tro fin­de ich, dass gene­rell auf Dau­er Res­sour­cen orga­ni­scher Che­mie nicht in Men­ge in den Bereich Mobi­li­ta­et gehoe­ren. Auch das Bei­spiel “aus CO2 gewin­nen” zieht ja nur, wenn man dem die kom­plett irra­tio­na­le — auch noch sin­gu­lae­re — aus­schliess­li­che Gefa­ehr­lich­keit ein­rae­umt, wie die Grue­nen es tun. Das ist nicht zwin­gend eine Loe­sung, solan­ge man nicht einen Gas­pla­ne­ten wie Jupi­ter anste­chen kann 🙂

    • Kern­kraft der nächs­ten Genera­ti­on ist der Schlüs­sel für geschlos­se­ne Stoff­kreis­läu­fe wie dem im Arti­kel beschrie­be­nen. Inso­fern liegt der Ver­weis auf den Dual-Flu­id-Reak­tor nahe. Erst Ener­gie im Über­fluss — und zwar die zuver­läs­si­ge, nicht vola­ti­le Form, bringt die Mensch­heit über den Berg.

  8. Das Kli­ma hat sich immer geän­dert! Das ein­zi­ge kon­stan­te beim Kli­ma ist die Änderung!

    Den­ken wir nur an die letz­te Eis­zeit. Ist erd­ge­schicht­lich nur einen Lid­schlag her, sagen wir so 15–20000 Jahre.

    Da lagen die Glet­scher vom Nord­kap bis hier zu uns und waren bis zu 3 km dick!

    Man konn­te zu Fuß nach Eng­land laufen.

    Und dann hat die Erde Schluss damit gemacht!

    Die Glet­scher sind samt und son­ders abge­schmol­zen — durf­ten die das?

    Oder nur weil es damals kei­ne Bun­des­kanz­le­rin gab, die die Erwär­mung auf 1,5° begrenzt hat?

    Dabei ent­stand neben­bei die Ostsee.

    Dort wo die Glet­scher in den Alpen abge­schmol­zen sind, hat man Jahr­tau­sen­de alte Bäu­me unter dem Eis gefun­den, was ein deut­li­ches Zei­chen dafür ist, das es vor lan­ger Zeit dort schon mal Wald gab. (Und es viel wär­mer war als heute)

    Ja und nach dem Ende der Eis­zeit wur­de es was ? Ja wär­mer — was sonst?

    Haben die paar Han­sel die hier damals rum­ge­lau­fen sind zu viel Lager­feu­er ange­zün­det oder wie mag das wohl gegan­gen sein?

    Oder hat die Erde oder Mut­ter Natur das allei­ne gemacht?

    Und hat sie dann damit auf­ge­hört? Wann und oder wo?

    Und wenn sie nun nicht damit auf­ge­hört hat — macht sie wohl wei­ter damit ?

    Macht sie es denn jetzt nun käl­ter oder wärmer?

    Neh­men wir mal an sie möch­te es nun käl­ter machen — könn­ten wir etwas dage­gen unternehmen?

    Neh­men wir ein­mal an sie wür­de es wär­mer machen — könn­ten wir etwas dage­gen tun?

    Konn­ten die Eis­zeit­men­schen etwas gegen die Erwär­mung tun? )

    (Auto, Indus­trie, Hei­zun­gen, das gan­ze Teu­fels­zeug gab es doch noch gar nicht)

    Die waren aller­dings mit der Erwär­mung wohl über­wie­gend zufrie­den, obwohl es die Erde kaum inter­es­siert hat)

    CO2 gab es in allen Varia­tio­nen, viel mehr und viel weni­ger als heu­te. Aber man konn­te sicher festellen

    (aus Eis­bohr­ker­nen , Baum­rin­gen Sedi­ment­ab­la­ge­run­gen usw. Das der CO2 Gehalt immer der Tem­pe­ra­tur gefolgt ist und zwar mit einer Ver­zö­ge­rung von 800 Jah­ren — nicht umgekehrt!

    (So lan­ge brau­chen die Mee­re um sich an geän­der­te Tem­pe­ra­tu­ren anzu­pas­sen und wenn es wär­mer wird sto­ßen die Welt­mee­re CO2 aus — wird es käl­ter neh­men sie es wie­der auf)

    Das alles geht schon vie­le vie­le Jahr­tau­sen­de so, auch schon als es Men­schen auf die­sem Plan über­haupt noch nicht gab!

    Kli­ma besteht übri­gens aus Wet­ter­da­ten über min­des­tens 30 Jah­ren gemit­telt — man kann es nicht füh­len, nur errechnen!

    So müss­ten wir eigent­lich das Wet­ter ändern! (Das war doch schon immer ein Menschheitstraum!)

    Ach — ich schrei­be mich wie­der in Rage — und lang­wei­le dich wahr­schein­lich nur damit — sieh es mir nach!

    Einen schö­nen Abend noch

    • Bevor Sie sich in Rage reden…um’s Kli­ma ging es im Arti­kel gar nicht. Son­dern um eine sinn­vol­le, res­sour­cen­scho­nen­de Tech­no­lo­gie, die wir zuguns­ten der Her­stel­lung von Elek­tro­schrott aus dem Blick ver­lo­ren haben. 😉

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