Ich habe gesagt, dass ich die sta­tis­ti­schen Fall­zah­len, die auf euro​momo​.eu auf­ge­zeich­net werden, erst dann in Betracht ziehen werde, wenn die euro­pa­wei­ten Daten der Kalen­der­wo­che 12 ein­ge­pflegt worden sind. Bis zur KW11 zeigte die Sta­tis­tik nichts als jah­res­zeit­lich beding­tes „Rau­schen“, eine signi­fi­kante Übersterb­lich­keit war nicht zu ent­de­cken. Ich hoffe, Prof. Wodarg ruft die von ihm zum Zweck der Beschwich­ti­gung zitierte Sta­tis­tik auch hin und wieder auf, denn dann wird ihm nun fol­gende Mit­tei­lung der Sta­tis­ti­ker errei­chen: In allen Ländern sehe die Sta­tis­tik noch normal aus, „In Italien ist jedoch eine erhöhte Übersterb­lich­keit fest­zu­stel­len.“

Und in der Tat hebt sich die Kurve der Übersterb­lich­keit für Italien in KW12 deut­lich an. Dabei gingen die gemel­de­ten Fall­zah­len sogar erst eine Woche später so richtig hoch. Es ist natür­lich möglich, dass mir da was entgeht, aber Wodarg, so scheint es doch, ist durch eben jene Sta­tis­tik wider­legt, die er selbst zitiert. Fast wir­kungs­los schei­nen mir jedoch auch die restrik­ti­ven Maß­nah­men der ita­lie­ni­schen Regie­rung zu sein, denn die Zahlen für Infi­zierte und die Todes­fälle steigen und steigen weiter. Dabei sind die Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men in Italien länger als anderswo in Kraft. Das bringt uns gleich zum nächs­ten Pati­en­ten auf der Inten­siv­sta­tion: der Öko­no­mie.

Ich sage „Öko­no­mie“, nicht Wirt­schaft, weil ich die Ein­wände schon spüren kann, wenn es um die Folgen des Still­stan­des geht. „Willst du etwa Men­schen­le­ben gegen den schnö­den Mammon auf­rech­nen?“ Diese Dis­kus­sion ist unführ­bar und intel­lek­tu­ell nur wenig von dem ent­fernt, was ich als mora­li­sie­rende Frage neulich auf Twitter las: „Was würdest Du lieber opfern: a) deine Oma oder b) den Kapi­ta­lis­mus“. Beides nicht, würde ich ja sagen und bin mir auch nicht sicher, ob meine Oma nicht sofort zurück ins Grab steigen würde, wenn ihr ein wei­te­res Leben im Sozia­lis­mus winkte.

Man kann mit Men­schen, die medial in Todes­angst gehal­ten werden und die ihren realen Bedarf an Klo­pa­pier nicht ein­schät­zen können – die einen leben von der buch­stäb­li­chen „Hand zum Hintern“, während andere genug Flausch für einen drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg zu brau­chen glauben – einfach nicht über den Stel­len­wert der Wirt­schaft dis­ku­tie­ren. Wirt­schaft, das ist das gute Drei­la­gige genauso wie die Nudel, das Toma­ten­mark, die Schutz­maske, das Des­in­fek­ti­ons­mit­ten und das Par­acet­amol, das nir­gends mehr zu bekom­men ist. Keine funk­tio­nie­rende Wirt­schaft heißt auch kein funk­tio­nie­ren­des Gesund­heits­sys­tem. Wir brau­chen Ärzte, Pfle­ge­per­so­nal und Equip­ment, das ist richtig. Aber wir brau­chen auch jene, die dafür auf­kom­men können!

Der Staat – erst überschätzt, jetzt überfordert

Was unsere Wirt­schaft vor allem aus­macht, ist das ver­teile Wissen auf freien Märkten. Das sorgt für Ver­füg­bar­keit und Resi­li­enz. Beides ist gerade im großen Stil außer Kraft gesetzt, der Staat hat in einem sym­bo­li­schen Kraft­akt jen­seits allen Rechts das Kom­mando über­nom­men, teilt die Wirt­schaft in wichtig und ent­behr­lich ein und fordert heraus, ihn in die Ver­ant­wor­tung zu nehmen. Das geschieht gerade. Mas­sen­haft. Und das wird ihn über­las­ten.

Ich würde gern anneh­men, dass hinter jeder die Wirt­schaft abwür­gen­den Sofort­maß­nahme tat­säch­lich der Wille steht, zu helfen und ich stelle die Maß­nah­men auch nicht pau­schal in Frage, weil ich selbst keine bessere Idee habe. Doch sollten wir fest­hal­ten, dass es nicht das Virus, sondern die in seiner Folge getrof­fe­nen Maß­nah­men der Politik es waren, die uns mit Voll­dampf gegen die Wand fahren lassen. Wenn dann auch noch Wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­maier ankün­digt, dass not­falls der Bund Firmen über­neh­men wird, bekomme ich Angst­schweiß ange­sichts der Träu­me­reien linker Spinner, die bei der Gele­gen­heit gleich den Kom­mu­nis­mus ein­füh­ren wollen. Ein Staat mit einer am Boden lie­gen­den Wirt­schaft, die maß­geb­lich zentral gelenkt wird und in dem die Bür­ger­rechte weit­ge­hend außer Kraft gesetzt sind…das ist so ziem­lich der feuchte Traum jedes Sozia­lis­ten und anderer Spinner, die glauben, einen bes­se­ren, gerech­te­ren, grü­ne­ren oder sons­ti­gen Plan für die Welt zu haben.

Wie wenig durch­dacht die Ein­zel­maß­nah­men sind, erkennt man etwa an dem Mora­to­rium für Miet­rück­stände. Der Wunsch, Men­schen etwas Sicher­heit zu geben, die wegen Kurz­ar­beit oder Job­ver­lust ihre Miete nicht mehr zahlen können, ist aller Ehren wert. Nur lässt er die andere Seite der Glei­chung außer Acht, denn nicht jeder Ver­mie­ter sitzt auf einem Sack voll Gold und kann Ein­nah­me­aus­fälle leicht ver­kraf­ten. Die meisten haben Kredite zu bedie­nen und selbst Ange­stellte, die sie nicht mehr bezah­len können.

Dominoday

Wenn der Staat Unter­neh­mern gar das Geschäft ver­bie­tet, wie etwa den Fili­al­ket­ten von Adidas, Deich­mann, C&A und vielen anderen, fühlen diese sich eben­falls nicht ver­pflich­tet, Mieten zu zahlen. Wir können gerade vielen Abhän­gig­keits­ket­ten beim Domi­no­day zusehen und viele denken zum ersten mal über­haupt darüber nach, wie komplex vieles mit vielem zusam­men­hängt und inter­agiert. Denn wenn Kredite nicht mehr bedient werden, kommen die Banken in Schwie­rig­kei­ten – und das ange­sichts der Tat­sa­che, dass die Banken wegen der Nega­tiv­zins­po­li­tik der EZB ohnehin schon in Schwie­rig­kei­ten sind.

Was waren das noch für Zeiten, in denen die Bun­des­re­gie­rung als Kut­scher auf einem Zwei­spän­ner zu sitzen schien. In der einen Hand den Zügel „Klima & Ener­gie­wende”, in der anderen der „Kampf gegen rechts”, der Rest lief fast von allen. Nun hat man dut­zende Zügel in jeder Hand und ist kaum noch in der Lage, mehr als „hü” und „hott” zu rufen. Der über Jahre ange­wach­sene Wille, ja, die Anma­ßung der Politik, regelnd und bevor­mun­dend in jeden Aspekt nicht nur des wirt­schaft­li­chen Lebens, sondern bis ins Private ein­zu­grei­fen, findet hier offen­sicht­lich seine Grenze. Ich hoffe, wir ver­ges­sen das nicht.

Hinein in die Staatswirtschaft?

Aber die Ret­tungs­pa­kete, was ist mit denen?“ fragen sich jetzt sicher einige. Könnten die Banken ihren klammen Kunden nicht mit neuen Kre­di­ten aus der Patsche helfen? Aber die Baslel-2-Richt­li­nie (und deren Nach­fol­ger Basel 3) erlaubt es gar nicht, siechen Unter­neh­men in dieser Weise zu helfen und die für die Vergabe von Kre­di­ten benö­tigte Eigen­ka­pi­tal­quote der Banken lässt sich nicht über Nacht auf­sto­cken. Nicht der Bank­an­ge­stellte vergibt den Kredit. Dafür sind umfäng­li­che auto­ma­ti­sierte Prü­fun­gen vor­ge­schrie­ben. Die Banken sollen sich nun panisch aus­ge­schenk­tes Ret­tungs­geld auf die Bücher legen und wenn es dazu kommt, werden sie es sein, denen die nächs­ten umfang­rei­chen Ret­tungs­maß­nah­men gelten werden. Kommt das Ret­tungs­geld nicht recht­zei­tig, pas­siert das­selbe, nur schnel­ler. Denn für die Anzahl Kredite, die aktuell deutsch­land­weit im Feuer stehen, kann kein staat­li­ches Not­pro­gramm mehr haften. Diese „Rettung“ kann nur durch die EZB kommen und wird wohl in Form von teil­wei­sen oder kom­plet­ten Über­nah­men strau­cheln­der Banken erfol­gen. Ein Hor­ror­sze­na­rio aus Zen­tra­li­sie­rung und EU-Büro­kra­tie.

Unter­des­sen sind es gerade Kleinst­un­ter­neh­men und Free­lan­cer, die akut unter die Räder kommen. Hier ein Bei­spiel aus Berlin, wo die Inves­ti­ti­ons­bank Berlin die Ret­tungs­zu­schüsse aus­rollt. Theo­re­tisch zumin­dest. Naftali Neu­ge­bauer auf Face­book dazu:

Ich fasse es gerade nicht…Jobservicecenter Berlin funk­tio­niert nicht (kein Rückruf, nun dritter Tag. 48 Stunden Rückruf wurde garan­tiert mit dem Hinweis, man solle eben keinen Antrag selber stellen, denn man wird ja rück­ge­ru­fen, damit einem dann gleich die rich­ti­gen For­mu­lare zuge­sandt werden) und hier die unbü­ro­kra­ti­sche „Sofort­hilfe“ für Ein-Per­so­nen-Unter­neh­men durch die IBB […] Und über die Liqui­di­täts­hil­fen durch KfW/Banken wurde schon alles gesagt (Schul­den­falle für KMUs* und die erhal­ten so und so kaum Geld, weil die Banken kneifen). Wenn das vorbei ist, wird man über das Ver­sa­gen der Büro­kra­tie reden. Ich bin erstaunt, was da alles gestemmt worden ist während der Flücht­lings­krise, hoch­fle­xi­ble, respon­sive Büro­kra­tie und jetzt wirft man die Wirt­schaft, gemeint KMU und EPU, unter den Bus. Und auf die Idee zu kommen, dass man während der „War­te­zeit“ bei der IBB erfährt, welche Unter­la­gen und Angaben man vor­be­rei­tet zur Hand haben solle, wird man nicht infor­miert. Man darf es dem Unter­neh­men ja nicht zu leicht machen. Service, Fehl­an­zeige. Danke IBB, danke Ber­li­ner Senat. Voll durch­dacht.“

Große Teile des Ein­zel­han­dels, der Gas­tro­no­mie und unzäh­lige weitere Berei­che stehen vor dem Aus. Der Staat, der sich nun zum Retter auf­schwingt, muss in Erman­ge­lung von Wissen und Kom­pe­tenz mit der großen Kelle Mörtel ver­tei­len und die Brand­mauer, die er zur Ein­däm­mung der Krise in der Wirt­schaft auf­zu­rich­ten ver­sucht, ist ein Bild des Jammers. Das erfreu­lichste, was in diesen Tagen zu hören ist, sind die immer zahl­rei­cher wer­den­den Stimmen, die fordern, mög­lichst schnell eine Exit-Stra­te­gie in Rich­tung wirt­schaft­li­cher Nor­ma­li­tät zu ent­wi­ckeln. Viel länger als bis Anfang oder Mitte Mai ist die jetzige Lage nicht durch­zu­hal­ten. Zumal uns auch die Hebel aus­ge­hen, mit denen sich die Wirt­schaft wieder „ankur­beln“ ließe.

Das pas­sende Bild für die aktu­elle Lage mit Aus­gangs­be­schrän­kun­gen, Home-Office und Über­do­sis Netflix habe leider nicht ich, sondern Lisa Eckhart gefun­den: Das sei ja kein Krieg, in dem wir uns befän­den – auch wenn einige es so dar­stel­len. Im Krieg würden die Opfer­zah­len ver­tuscht und nicht pie­tät­los wie die Lot­to­zah­len ver­le­sen. Derzeit befän­den wir uns im totalen Frieden.

Vom Frieden der Isolation zum Krieg ums wirtschaftliche Überleben

Ja, total ist er, der Frieden. Totaler als wir es uns auch nur vor­stel­len konnten. Im Moment ist es die Mischung aus Hor­ror­mel­dun­gen, Fried­hofs­ruhe und (bei manchen) häus­li­chem Kin­der­lärm, die uns den Ver­stand raubt. Doch das kann sich ändern, denn es ist nicht sicher, ob binnen hof­fent­lich kurzer Zeit die Opfer­zah­len tat­säch­lich sinken – was man natür­lich dem Erfolg der staat­li­chen Maß­nah­men und der Dis­zi­plin der Bürger zuschrei­ben wird. Oder ob die Opfer­zah­len irgend­wann zunächst nur in den Mel­dun­gen sinken, weil wir längst in einem wirk­lich exis­ten­zi­el­len Krieg stecken, in welchem wie in jedem Krieg die Wahr­heit das erste Opfer sein wird.

Es könne ein Krieg um das wirt­schaft­li­che Über­le­ben ganzer Volks­wirt­schaf­ten sein, in welchem die Wirt­schaft einfach wieder ange­kur­belt wird. Denn was pas­sie­ren kann, wenn die Flut des „Fiat Money” der Ret­tungs­pa­kete doch endlich ihren Weg zu Firmen und Bürgern finden wird, es aber gleich­zei­tig durch den Shut­down und unter­bro­chene Lie­fer­ket­ten über­haupt nicht mehr genug Waren und Dienst­leis­tun­gen gibt, wenn also eine immer weiter stei­gende Geld­menge auf ein schrump­fen­des Waren­an­ge­bot trifft…das möchte ich mir im Moment nicht mal vor­stel­len!

Ich würde es jeden­falls sehr begrü­ßen, nach dem bal­di­gen Ende der Voll­brem­sung in den Innen­städ­ten noch Restau­rants und andere Geschäfte als nur Dis­coun­ter und Apo­the­ken vor­zu­fin­den. Gern auch zunächst mit Abstands­re­geln, Masken, peni­bler Des­in­fek­tion und Beschrän­kun­gen der Besu­cher­zah­len. Eine Welt, in der man nur noch die Wahl hat, bei Amazon oder als Paket­bote für Amazon zu arbei­ten und in der die ein­zi­gen kuli­na­ri­schen Aus­zei­ten per Bring­dienst zu haben sind, wäre zivi­li­sa­to­risch die Hölle.

* kleine und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men

13 Kommentare

  1. Eine Welt, in der man nur noch die Wahl hat, bei Amazon oder als Paket­bote für Amazon zu arbei­ten und in der die ein­zi­gen kuli­na­ri­schen Aus­zei­ten per Bring­dienst zu haben sind, wäre zivi­li­sa­to­risch die Hölle.”

    Das Problem werden Sie nicht haben. Denn am Ende dieser Krise werden Sie sich weder Amazon noch den Bring­dienst leisten können.

  2. Die Zahlen für Italien, Herr Letsch, liegen im Nor­mal­be­reich von Grip­pe­wel­len und noch deut­lich unter den­je­ni­gen von 2016 auch in Italien. Bitte sehen Sie nochmal genau hin.
    Wodarg hat ja nicht gesagt, dass niemand stirbt. Er sagte, es gäbe keinen Anlass, die Sache in diesem Jahr anders zu behan­deln als früher. Gab es 2016 oder 2018 einen Lock down? Na also.

  3. > „Willst du etwa Men­schen­le­ben gegen den schnö­den Mammon auf­rech­nen?“ Diese Dis­kus­sion ist unführ­bar

    Gar nicht. Das pas­siert doch täglich. Siehe Ver­si­che­run­gen. Eine gene­relle Geschwin­dig­keits­be­gren­zung auf 10 km/h würde auch hun­dert­tau­sende Men­schen­le­ben retten. Aller­dings würde dadurch die Wirt­schaft lahm liegen. Es macht auch jeder für sich selbst. Auto­fah­ren ist gefähr­lich, zu Hause sitzen hin­ge­gen nicht, wodurch das Leben als Hartzer erheb­lich siche­rer ist, als das Leben eines Berufs­tä­ti­gen, der erstmal zur Arbeit fahren muss. Und so weiter. Es ist alles nur eine Frage des Preises.

    > Man kann mit Men­schen, die medial in Todes­angst gehal­ten werden und die ihren realen Bedarf an Klo­pa­pier nicht ein­schät­zen können

    Hör mal: In grö­ße­ren Krisen geht wegen ein­ge­schränk­tem Waren­trans­port zuerst das Klo­pa­pier aus, weils ein beschis­se­nes Volumen/Wert Ver­hält­nis hat, und kaum Gewinne abwirft. Klo­pa­pier zu bunkern ist nicht irra­tio­nal. Ich hab Dir auch bereits den Link geschickt, in dem ein Her­stel­ler darüber klagte, dass er kurz davor steht, die Pro­duk­tion ein­stel­len zu müssen, weil ihm, JIT-pro­duc­tion sei es gedankt, der Roh­stoff ausgeht.

    > teilt die Wirt­schaft in wichtig und ent­behr­lich ein und fordert heraus, ihn in die Ver­ant­wor­tung zu nehmen.

    Wuss­test Du eigent­lich, dass Kin­der­gar­ten­kin­der knapp 20 Mal so häufig krank sind, wie Nicht-Kin­der­gar­ten­kin­der, und auch nicht ver­ste­hen, was mit „sozia­ler Distan­zie­rung” gemeint ist? Und Kin­der­gar­ten­plätze gibts ja noch für die Funk­tio­näre. Ich glaube Corona-Chan zieht sich gerade ihren Sta­chel­draht-Dildo an, mit dem sie die Funk­tio­näre ficken wird. Ich liebe sie.

    > siechen Unter­neh­men

    Wie hoch war doch gleich die Quote an Zombie-Unter­neh­men in Schland? Warens 15% oder 25%? Die muss man jetzt ja alle retten. Geld­presse brrrrr.

    > Denn was pas­sie­ren kann, wenn die Flut des „Fiat Money” der Ret­tungs­pa­kete doch endlich ihren Weg zu Firmen und Bürgern finden wird, es aber gleich­zei­tig durch den Shut­down und unter­bro­chene Lie­fer­ket­ten über­haupt nicht mehr genug Waren und Dienst­leis­tun­gen gibt, wenn also eine immer weiter stei­gende Geld­menge auf ein schrump­fen­des Waren­an­ge­bot trifft… das möchte ich mir im Moment nicht mal vor­stel­len!

    Na Hyper­in­fla­tion. Du ver­gisst übri­gens, dass der Immo­bi­li­en­wert von Mieten abhängt, Miet­aus­fälle diesen nach unten drücken, es ebenso eine Kredit- wie eine Immo­bi­li­en­blase gibt, und gerade gaaaanz viel auf Pump gebaut und reno­viert wird und wurde. Und was brach 2008 nochmal den Banken das Genick? Das war doch irgend­et­was mit I… Mua­ha­haha!

    Abge­se­hen davon… Wir leben in einer glo­ba­li­sier­ten Welt. Das heißt, dass sowas nicht in Schland pas­sie­ren muss, um in Schland die Aus­wir­kun­gen zu spüren. Daher möchte ich darauf hin­wei­sen, dass jetzt ein guter Zeit­punkt für einen Steuer- und Mie­ten­streik wäre. Man muss ja nicht alles dem Zufall über­las­sen. Wenn genug Leute mit­ma­chen, und voll­streck­ba­res Ver­mö­gen auch aus­cas­hen bevor es einen Titel gibt, wird sowas schnell unvoll­streck­bar.

    • P.S.

      Der Gold-Spread beim Kilo-Barren ist bei Degussa bei über 10%. Normal sind 1.5%. Die Leute cashen ihr Papier­gold aus, und davon gibt es viel mehr, als jemals phy­sisch abge­baut wurde. Wetten, bald gibts ne Schwemme an Fäl­schun­gen an den Gold­bör­sen, die nach­weis­lich von super­ver­trau­ens­wür­di­gen Stellen stammen?

    • P.P.S.

      Viel­leicht wird auch das Klo­pa­pier knapp, weil so viel Geld gedruckt wird, dass nicht genug Zell­fa­sern fürs Klo übrig bleiben?

      Jetzt mal ernst­haft: Sollten Banken nicht all­mäh­lich mit Bank­runs zu kämpfen haben?

  4. Wie die Faust auf’s Auge, danke Frau Lengs­feld. Auch dem Bashing grosser deut­scher Firmen, die fuer sich die seitens der Politik ange­bo­tene Miet­zins­stun­dung, wegen Total­schlies­sung ihrer eigenen Firmen, in Anspruch genom­men haben oder es jeden­falls anku­en­dig­ten, sou­ver­aen eine Absage erteilt. Was sich derzeit hinter den Tueren und spe­zi­ell im pri­va­ten Pfle­ge­be­reich abspielt, wurde noch von nie­man­dem the­ma­ti­siert. 2\3 der Pfle­ge­be­du­erf­ti­gen werden zu Hause gepflegt und das kam schon in der Dis­kus­sion der letzten Monate um feh­lende Pfle­ge­kra­efte kaum vor. Das kleine Entgeld, wird nun gar nicht mehr reichen, wenn auch der Pfle­gende in Kurz­ar­beit oder gar in Arbeits­lo­sig­keit abrutscht. Die Lie­fer­eng­paesse an Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, Mund­schutz und wei­te­rem trifft diese Per­so­nen genauso, wie die kli­ni­schen Faelle. Das Schlimmste aber ist die Unge­wiss­heit und die Angst nun selber oder die gepfleg­ten Ver­wand­ten in einer Klinik abgeben zu muessen, oder auch anders­herum wegen Corona trotz drin­gen­dem Notfall eben dies nicht zu koennen. In Schwe­den gibt es Not­fall­pfle­ger die schnell mal ein­sprin­gen in Deutsch­land sind die ambu­lan­ten Pfle­ge­dienste schon mit der nor­ma­len Auf­trags­ar­beit ueber­be­las­tet. Bei diesen Men­schen ist das Leben schon ohne Corona auf Kante genaeht. Die per­so­en­li­chen Ein­schra­en­kun­gen und neuen Stol­per­steine im Alltag erschwe­ren es bis ueber die Belast­bar­keits­grenze hinaus. Hat die Politik an mit ihren coron­ge­set­zen und Emp­feh­lun­gen diese Men­schen gedacht? Nein, ueber­haupt nicht!

  5. Es ist natür­lich möglich, dass mir da was entgeht, aber Wodarg, so scheint es doch, ist durch eben jene Sta­tis­tik wider­legt, die er selbst zitiert.”
    Dazu gehört schon noch etwas mehr. Es besteht mMn immer noch eine hohe Wahr­schein­lich­keit, dass Corona eine Grip­pe­welle dar­stellt. Daher sind auch nur Ver­gleichs­zah­len der ver­gan­ge­nen Grip­pe­wel­len rele­vant. Was bringt das alles, wenn man anschlies­send die Zahlen von Corona und Grippe zusam­men zählt und es kommt Grip­pe­welle heraus. An der Gefähr­lich­keit für Risi­ko­grup­pen ändert das natür­lich nichts.

  6. > wenn die euro­pa­wei­ten Daten der Kalen­der­wo­che 12 ein­ge­pflegt worden sind.

    Genuegt ja auch noch nicht, wenn man mit den Huegeln 2016/2017 und 2017/2018 ver­gleicht. Mich per­so­en­lich hatte es damals zwei Tage mit 40 Fieber und eine Woche ins­ge­samt hin­ge­legt. Trotz­dem bin ich a) wie meist nicht zum Arzt gegan­gen und im Ver­gleich zu heute wesent­li­cher b) wusste ich bis zur gegen­wa­er­ti­gen Situa­tion nicht einmal, dass es damals eine ver­scha­erfte Influ­enz­a­si­tua­tion gab. Die media­len Trom­pe­ten machen geben einen gewal­ti­gen Unter­schied.

    Und obwohl ich den medi­zi­ni­schen Tat­sa­chen weiter nach­spuere, werden mir die tota­li­tae­ren immer wich­ti­ger, die finden naem­lich unzwei­fel­haft statt. Gerade weil Bemue­hun­gen um die relativ unbe­an­stand­ba­ren eigent­lich inhalt­lich not­wen­di­gen Mass­nah­men zu z.B. signi­fi­kan­ten Tests eben nir­gendwo par­al­lel zu den mas­si­ven Grund­rechts­ein­schra­en­kun­gen ueber­haupt zu sehen sind. Statt­des­sen massive Kriegs­bil­der an zer­sto­er­ten Lungen, toten Babys und aehn­li­che Anhei­zer zur Irra­tio­na­li­taet.

    • Die media­len Trom­pe­ten machen geben” -> „Die media­len Trom­pe­ten zeigen”

  7. Lieber Roger,
    dein Worst Case Sze­na­rio basiert ja auf über­zeu­gen­den Über­le­gun­gen. Über­le­gun­gen die sich zwar jeder machen könnte, aber offen­sicht­lich nicht macht.
    Wobei ich der Meinung bin, in erster Linie sollte die Regie­rung diese Über­le­gun­gen anstel­len.
    Mit einigen Freun­den teile ich aller­dings die Hoff­nung, dass am Ende dieser Pan­de­mie die EU in ihrer gegen­wär­ti­gen Form und der Euro über die Wupper gehen.
    Und dass wäre ja nicht das Schlech­teste.

  8. ___________________________________________

    Zivi­li­sa­tion ist kul­ti­vierte Bar­ba­rei.
    _________________________________

    Wo wir auch immer die Infra­struk­tur gebrau­chen müssen, oder glauben sie gebrau­chen zu müssen, ob für eine Demo oder den Weg zur Arbeit, sind wir in Ohn­macht der Macht der Poli­ti­ker und ihrer Draht­zie­her aus­ge­lie­fert. Die Infra­struk­tur der Macht, die heute mittels Handy durch die Über­wa­chung von dem selben bis ins Private hinein reicht, ist die Macht die alles durch­dringt.

    Die beste Demo gegen Kern­kraft ist, wenn man sich den Strom mit Solar oder/und Wind, wenn möglich selbst macht. Der beste Wider­stand gegen eine Dik­ta­tur ist es, wenn man sich so viel wie möglich das nötige zum Leben selbst macht.

    _

  9. Ein Finger in der Wunde, wenn auch etwas rei­ße­risch geschrie­ben.
    Bitte lassen Sie uns ein Team bilden, das Lösungs­re­ge­lun­gen for­mu­liert.

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