Ich habe gesagt, dass ich die sta­tis­ti­schen Fall­zah­len, die auf euromomo.eu auf­ge­zeich­net wer­den, erst dann in Betracht zie­hen wer­de, wenn die euro­pa­wei­ten Daten der Kalen­der­wo­che 12 ein­ge­pflegt wor­den sind. Bis zur KW11 zeig­te die Sta­tis­tik nichts als jah­res­zeit­lich beding­tes „Rau­schen“, eine signi­fi­kan­te Übersterb­lich­keit war nicht zu ent­de­cken. Ich hof­fe, Prof. Wodarg ruft die von ihm zum Zweck der Beschwich­ti­gung zitier­te Sta­tis­tik auch hin und wie­der auf, denn dann wird ihm nun fol­gen­de Mit­tei­lung der Sta­tis­ti­ker errei­chen: In allen Län­dern sehe die Sta­tis­tik noch nor­mal aus, „In Ita­li­en ist jedoch eine erhöh­te Übersterb­lich­keit festzustellen.“

Und in der Tat hebt sich die Kur­ve der Übersterb­lich­keit für Ita­li­en in KW12 deut­lich an. Dabei gin­gen die gemel­de­ten Fall­zah­len sogar erst eine Woche spä­ter so rich­tig hoch. Es ist natür­lich mög­lich, dass mir da was ent­geht, aber Wodarg, so scheint es doch, ist durch eben jene Sta­tis­tik wider­legt, die er selbst zitiert. Fast wir­kungs­los schei­nen mir jedoch auch die restrik­ti­ven Maß­nah­men der ita­lie­ni­schen Regie­rung zu sein, denn die Zah­len für Infi­zier­te und die Todes­fäl­le stei­gen und stei­gen wei­ter. Dabei sind die Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men in Ita­li­en län­ger als anders­wo in Kraft. Das bringt uns gleich zum nächs­ten Pati­en­ten auf der Inten­siv­sta­ti­on: der Ökonomie.

Ich sage „Öko­no­mie“, nicht Wirt­schaft, weil ich die Ein­wän­de schon spü­ren kann, wenn es um die Fol­gen des Still­stan­des geht. „Willst du etwa Men­schen­le­ben gegen den schnö­den Mam­mon auf­rech­nen?“ Die­se Dis­kus­si­on ist unführ­bar und intel­lek­tu­ell nur wenig von dem ent­fernt, was ich als mora­li­sie­ren­de Fra­ge neu­lich auf Twit­ter las: „Was wür­dest Du lie­ber opfern: a) dei­ne Oma oder b) den Kapi­ta­lis­mus“. Bei­des nicht, wür­de ich ja sagen und bin mir auch nicht sicher, ob mei­ne Oma nicht sofort zurück ins Grab stei­gen wür­de, wenn ihr ein wei­te­res Leben im Sozia­lis­mus winkte.

Man kann mit Men­schen, die medi­al in Todes­angst gehal­ten wer­den und die ihren rea­len Bedarf an Klo­pa­pier nicht ein­schät­zen kön­nen – die einen leben von der buch­stäb­li­chen „Hand zum Hin­tern“, wäh­rend ande­re genug Flausch für einen drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg zu brau­chen glau­ben – ein­fach nicht über den Stel­len­wert der Wirt­schaft dis­ku­tie­ren. Wirt­schaft, das ist das gute Drei­la­gi­ge genau­so wie die Nudel, das Toma­ten­mark, die Schutz­mas­ke, das Des­in­fek­ti­ons­mit­ten und das Par­acet­amol, das nir­gends mehr zu bekom­men ist. Kei­ne funk­tio­nie­ren­de Wirt­schaft heißt auch kein funk­tio­nie­ren­des Gesund­heits­sys­tem. Wir brau­chen Ärz­te, Pfle­ge­per­so­nal und Equip­ment, das ist rich­tig. Aber wir brau­chen auch jene, die dafür auf­kom­men können!

Der Staat – erst überschätzt, jetzt überfordert

Was unse­re Wirt­schaft vor allem aus­macht, ist das ver­tei­le Wis­sen auf frei­en Märk­ten. Das sorgt für Ver­füg­bar­keit und Resi­li­enz. Bei­des ist gera­de im gro­ßen Stil außer Kraft gesetzt, der Staat hat in einem sym­bo­li­schen Kraft­akt jen­seits allen Rechts das Kom­man­do über­nom­men, teilt die Wirt­schaft in wich­tig und ent­behr­lich ein und for­dert her­aus, ihn in die Ver­ant­wor­tung zu neh­men. Das geschieht gera­de. Mas­sen­haft. Und das wird ihn überlasten.

Ich wür­de gern anneh­men, dass hin­ter jeder die Wirt­schaft abwür­gen­den Sofort­maß­nah­me tat­säch­lich der Wil­le steht, zu hel­fen und ich stel­le die Maß­nah­men auch nicht pau­schal in Fra­ge, weil ich selbst kei­ne bes­se­re Idee habe. Doch soll­ten wir fest­hal­ten, dass es nicht das Virus, son­dern die in sei­ner Fol­ge getrof­fe­nen Maß­nah­men der Poli­tik es waren, die uns mit Voll­dampf gegen die Wand fah­ren las­sen. Wenn dann auch noch Wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mai­er ankün­digt, dass not­falls der Bund Fir­men über­neh­men wird, bekom­me ich Angst­schweiß ange­sichts der Träu­me­rei­en lin­ker Spin­ner, die bei der Gele­gen­heit gleich den Kom­mu­nis­mus ein­füh­ren wol­len. Ein Staat mit einer am Boden lie­gen­den Wirt­schaft, die maß­geb­lich zen­tral gelenkt wird und in dem die Bür­ger­rech­te weit­ge­hend außer Kraft gesetzt sind…das ist so ziem­lich der feuch­te Traum jedes Sozia­lis­ten und ande­rer Spin­ner, die glau­ben, einen bes­se­ren, gerech­te­ren, grü­ne­ren oder sons­ti­gen Plan für die Welt zu haben.

Wie wenig durch­dacht die Ein­zel­maß­nah­men sind, erkennt man etwa an dem Mora­to­ri­um für Miet­rück­stän­de. Der Wunsch, Men­schen etwas Sicher­heit zu geben, die wegen Kurz­ar­beit oder Job­ver­lust ihre Mie­te nicht mehr zah­len kön­nen, ist aller Ehren wert. Nur lässt er die ande­re Sei­te der Glei­chung außer Acht, denn nicht jeder Ver­mie­ter sitzt auf einem Sack voll Gold und kann Ein­nah­me­aus­fäl­le leicht ver­kraf­ten. Die meis­ten haben Kre­di­te zu bedie­nen und selbst Ange­stell­te, die sie nicht mehr bezah­len können.

Dominoday

Wenn der Staat Unter­neh­mern gar das Geschäft ver­bie­tet, wie etwa den Fili­al­ket­ten von Adi­das, Deich­mann, C&A und vie­len ande­ren, füh­len die­se sich eben­falls nicht ver­pflich­tet, Mie­ten zu zah­len. Wir kön­nen gera­de vie­len Abhän­gig­keits­ket­ten beim Domi­no­day zuse­hen und vie­le den­ken zum ers­ten mal über­haupt dar­über nach, wie kom­plex vie­les mit vie­lem zusam­men­hängt und inter­agiert. Denn wenn Kre­di­te nicht mehr bedient wer­den, kom­men die Ban­ken in Schwie­rig­kei­ten – und das ange­sichts der Tat­sa­che, dass die Ban­ken wegen der Nega­tiv­zins­po­li­tik der EZB ohne­hin schon in Schwie­rig­kei­ten sind.

Was waren das noch für Zei­ten, in denen die Bun­des­re­gie­rung als Kut­scher auf einem Zwei­spän­ner zu sit­zen schien. In der einen Hand den Zügel „Kli­ma & Ener­gie­wen­de”, in der ande­ren der „Kampf gegen rechts”, der Rest lief fast von allen. Nun hat man dut­zen­de Zügel in jeder Hand und ist kaum noch in der Lage, mehr als „hü” und „hott” zu rufen. Der über Jah­re ange­wach­se­ne Wil­le, ja, die Anma­ßung der Poli­tik, regelnd und bevor­mun­dend in jeden Aspekt nicht nur des wirt­schaft­li­chen Lebens, son­dern bis ins Pri­va­te ein­zu­grei­fen, fin­det hier offen­sicht­lich sei­ne Gren­ze. Ich hof­fe, wir ver­ges­sen das nicht.

Hinein in die Staatswirtschaft?

„Aber die Ret­tungs­pa­ke­te, was ist mit denen?“ fra­gen sich jetzt sicher eini­ge. Könn­ten die Ban­ken ihren klam­men Kun­den nicht mit neu­en Kre­di­ten aus der Pat­sche hel­fen? Aber die Bas­lel-2-Richt­li­nie (und deren Nach­fol­ger Basel 3) erlaubt es gar nicht, sie­chen Unter­neh­men in die­ser Wei­se zu hel­fen und die für die Ver­ga­be von Kre­di­ten benö­tig­te Eigen­ka­pi­tal­quo­te der Ban­ken lässt sich nicht über Nacht auf­sto­cken. Nicht der Bank­an­ge­stell­te ver­gibt den Kre­dit. Dafür sind umfäng­li­che auto­ma­ti­sier­te Prü­fun­gen vor­ge­schrie­ben. Die Ban­ken sol­len sich nun panisch aus­ge­schenk­tes Ret­tungs­geld auf die Bücher legen und wenn es dazu kommt, wer­den sie es sein, denen die nächs­ten umfang­rei­chen Ret­tungs­maß­nah­men gel­ten wer­den. Kommt das Ret­tungs­geld nicht recht­zei­tig, pas­siert das­sel­be, nur schnel­ler. Denn für die Anzahl Kre­di­te, die aktu­ell deutsch­land­weit im Feu­er ste­hen, kann kein staat­li­ches Not­pro­gramm mehr haf­ten. Die­se „Ret­tung“ kann nur durch die EZB kom­men und wird wohl in Form von teil­wei­sen oder kom­plet­ten Über­nah­men strau­cheln­der Ban­ken erfol­gen. Ein Hor­ror­sze­na­rio aus Zen­tra­li­sie­rung und EU-Bürokratie.

Unter­des­sen sind es gera­de Kleinst­un­ter­neh­men und Free­lan­cer, die akut unter die Räder kom­men. Hier ein Bei­spiel aus Ber­lin, wo die Inves­ti­ti­ons­bank Ber­lin die Ret­tungs­zu­schüs­se aus­rollt. Theo­re­tisch zumin­dest. Nafta­li Neu­ge­bau­er auf Face­book dazu:

„Ich fas­se es gera­de nicht…Jobservicecenter Ber­lin funk­tio­niert nicht (kein Rück­ruf, nun drit­ter Tag. 48 Stun­den Rück­ruf wur­de garan­tiert mit dem Hin­weis, man sol­le eben kei­nen Antrag sel­ber stel­len, denn man wird ja rück­ge­ru­fen, damit einem dann gleich die rich­ti­gen For­mu­la­re zuge­sandt wer­den) und hier die unbü­ro­kra­ti­sche „Sofort­hil­fe“ für Ein-Per­so­nen-Unter­neh­men durch die IBB […] Und über die Liqui­di­täts­hil­fen durch KfW/Banken wur­de schon alles gesagt (Schul­den­fal­le für KMUs* und die erhal­ten so und so kaum Geld, weil die Ban­ken knei­fen). Wenn das vor­bei ist, wird man über das Ver­sa­gen der Büro­kra­tie reden. Ich bin erstaunt, was da alles gestemmt wor­den ist wäh­rend der Flücht­lings­kri­se, hoch­fle­xi­ble, respon­si­ve Büro­kra­tie und jetzt wirft man die Wirt­schaft, gemeint KMU und EPU, unter den Bus. Und auf die Idee zu kom­men, dass man wäh­rend der „War­te­zeit“ bei der IBB erfährt, wel­che Unter­la­gen und Anga­ben man vor­be­rei­tet zur Hand haben sol­le, wird man nicht infor­miert. Man darf es dem Unter­neh­men ja nicht zu leicht machen. Ser­vice, Fehl­an­zei­ge. Dan­ke IBB, dan­ke Ber­li­ner Senat. Voll durchdacht.“

Gro­ße Tei­le des Ein­zel­han­dels, der Gas­tro­no­mie und unzäh­li­ge wei­te­re Berei­che ste­hen vor dem Aus. Der Staat, der sich nun zum Ret­ter auf­schwingt, muss in Erman­ge­lung von Wis­sen und Kom­pe­tenz mit der gro­ßen Kel­le Mör­tel ver­tei­len und die Brand­mau­er, die er zur Ein­däm­mung der Kri­se in der Wirt­schaft auf­zu­rich­ten ver­sucht, ist ein Bild des Jam­mers. Das erfreu­lichs­te, was in die­sen Tagen zu hören ist, sind die immer zahl­rei­cher wer­den­den Stim­men, die for­dern, mög­lichst schnell eine Exit-Stra­te­gie in Rich­tung wirt­schaft­li­cher Nor­ma­li­tät zu ent­wi­ckeln. Viel län­ger als bis Anfang oder Mit­te Mai ist die jet­zi­ge Lage nicht durch­zu­hal­ten. Zumal uns auch die Hebel aus­ge­hen, mit denen sich die Wirt­schaft wie­der „ankur­beln“ ließe.

Das pas­sen­de Bild für die aktu­el­le Lage mit Aus­gangs­be­schrän­kun­gen, Home-Office und Über­do­sis Net­flix habe lei­der nicht ich, son­dern Lisa Eck­hart gefun­den: Das sei ja kein Krieg, in dem wir uns befän­den – auch wenn eini­ge es so dar­stel­len. Im Krieg wür­den die Opfer­zah­len ver­tuscht und nicht pie­tät­los wie die Lot­to­zah­len ver­le­sen. Der­zeit befän­den wir uns im tota­len Frieden.

Vom Frieden der Isolation zum Krieg ums wirtschaftliche Überleben

Ja, total ist er, der Frie­den. Tota­ler als wir es uns auch nur vor­stel­len konn­ten. Im Moment ist es die Mischung aus Hor­ror­mel­dun­gen, Fried­hofs­ru­he und (bei man­chen) häus­li­chem Kin­der­lärm, die uns den Ver­stand raubt. Doch das kann sich ändern, denn es ist nicht sicher, ob bin­nen hof­fent­lich kur­zer Zeit die Opfer­zah­len tat­säch­lich sin­ken – was man natür­lich dem Erfolg der staat­li­chen Maß­nah­men und der Dis­zi­plin der Bür­ger zuschrei­ben wird. Oder ob die Opfer­zah­len irgend­wann zunächst nur in den Mel­dun­gen sin­ken, weil wir längst in einem wirk­lich exis­ten­zi­el­len Krieg ste­cken, in wel­chem wie in jedem Krieg die Wahr­heit das ers­te Opfer sein wird.

Es kön­ne ein Krieg um das wirt­schaft­li­che Über­le­ben gan­zer Volks­wirt­schaf­ten sein, in wel­chem die Wirt­schaft ein­fach wie­der ange­kur­belt wird. Denn was pas­sie­ren kann, wenn die Flut des „Fiat Money” der Ret­tungs­pa­ke­te doch end­lich ihren Weg zu Fir­men und Bür­gern fin­den wird, es aber gleich­zei­tig durch den Shut­down und unter­bro­che­ne Lie­fer­ket­ten über­haupt nicht mehr genug Waren und Dienst­leis­tun­gen gibt, wenn also eine immer wei­ter stei­gen­de Geld­men­ge auf ein schrump­fen­des Waren­an­ge­bot trifft…das möch­te ich mir im Moment nicht mal vorstellen!

Ich wür­de es jeden­falls sehr begrü­ßen, nach dem bal­di­gen Ende der Voll­brem­sung in den Innen­städ­ten noch Restau­rants und ande­re Geschäf­te als nur Dis­coun­ter und Apo­the­ken vor­zu­fin­den. Gern auch zunächst mit Abstands­re­geln, Mas­ken, peni­bler Des­in­fek­ti­on und Beschrän­kun­gen der Besu­cher­zah­len. Eine Welt, in der man nur noch die Wahl hat, bei Ama­zon oder als Paket­bo­te für Ama­zon zu arbei­ten und in der die ein­zi­gen kuli­na­ri­schen Aus­zei­ten per Bring­dienst zu haben sind, wäre zivi­li­sa­to­risch die Hölle.

 

* klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unternehmen

 

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13 Kommentare

  1. „Eine Welt, in der man nur noch die Wahl hat, bei Ama­zon oder als Paket­bo­te für Ama­zon zu arbei­ten und in der die ein­zi­gen kuli­na­ri­schen Aus­zei­ten per Bring­dienst zu haben sind, wäre zivi­li­sa­to­risch die Hölle.”

    Das Pro­blem wer­den Sie nicht haben. Denn am Ende die­ser Kri­se wer­den Sie sich weder Ama­zon noch den Bring­dienst leis­ten können.

  2. Die Zah­len für Ita­li­en, Herr Letsch, lie­gen im Nor­mal­be­reich von Grip­pe­wel­len und noch deut­lich unter den­je­ni­gen von 2016 auch in Ita­li­en. Bit­te sehen Sie noch­mal genau hin.
    Wodarg hat ja nicht gesagt, dass nie­mand stirbt. Er sag­te, es gäbe kei­nen Anlass, die Sache in die­sem Jahr anders zu behan­deln als frü­her. Gab es 2016 oder 2018 einen Lock down? Na also.

  3. > „Willst du etwa Men­schen­le­ben gegen den schnö­den Mam­mon auf­rech­nen?“ Die­se Dis­kus­si­on ist unführbar

    Gar nicht. Das pas­siert doch täg­lich. Sie­he Ver­si­che­run­gen. Eine gene­rel­le Geschwin­dig­keits­be­gren­zung auf 10 km/h wür­de auch hun­dert­tau­sen­de Men­schen­le­ben ret­ten. Aller­dings wür­de dadurch die Wirt­schaft lahm lie­gen. Es macht auch jeder für sich selbst. Auto­fah­ren ist gefähr­lich, zu Hau­se sit­zen hin­ge­gen nicht, wodurch das Leben als Hart­zer erheb­lich siche­rer ist, als das Leben eines Berufs­tä­ti­gen, der erst­mal zur Arbeit fah­ren muss. Und so wei­ter. Es ist alles nur eine Fra­ge des Preises.

    > Man kann mit Men­schen, die medi­al in Todes­angst gehal­ten wer­den und die ihren rea­len Bedarf an Klo­pa­pier nicht ein­schät­zen können

    Hör mal: In grö­ße­ren Kri­sen geht wegen ein­ge­schränk­tem Waren­trans­port zuerst das Klo­pa­pier aus, weils ein beschis­se­nes Volumen/Wert Ver­hält­nis hat, und kaum Gewin­ne abwirft. Klo­pa­pier zu bun­kern ist nicht irra­tio­nal. Ich hab Dir auch bereits den Link geschickt, in dem ein Her­stel­ler dar­über klag­te, dass er kurz davor steht, die Pro­duk­ti­on ein­stel­len zu müs­sen, weil ihm, JIT-pro­duc­tion sei es gedankt, der Roh­stoff ausgeht.

    > teilt die Wirt­schaft in wich­tig und ent­behr­lich ein und for­dert her­aus, ihn in die Ver­ant­wor­tung zu nehmen.

    Wuss­test Du eigent­lich, dass Kin­der­gar­ten­kin­der knapp 20 Mal so häu­fig krank sind, wie Nicht-Kin­der­gar­ten­kin­der, und auch nicht ver­ste­hen, was mit „sozia­ler Distan­zie­rung” gemeint ist? Und Kin­der­gar­ten­plät­ze gibts ja noch für die Funk­tio­nä­re. Ich glau­be Coro­na-Chan zieht sich gera­de ihren Sta­chel­draht-Dil­do an, mit dem sie die Funk­tio­nä­re ficken wird. Ich lie­be sie.

    > sie­chen Unternehmen

    Wie hoch war doch gleich die Quo­te an Zom­bie-Unter­neh­men in Schland? Warens 15% oder 25%? Die muss man jetzt ja alle ret­ten. Geld­pres­se brrrrr.

    > Denn was pas­sie­ren kann, wenn die Flut des „Fiat Money” der Ret­tungs­pa­ke­te doch end­lich ihren Weg zu Fir­men und Bür­gern fin­den wird, es aber gleich­zei­tig durch den Shut­down und unter­bro­che­ne Lie­fer­ket­ten über­haupt nicht mehr genug Waren und Dienst­leis­tun­gen gibt, wenn also eine immer wei­ter stei­gen­de Geld­men­ge auf ein schrump­fen­des Waren­an­ge­bot trifft… das möch­te ich mir im Moment nicht mal vorstellen!

    Na Hyper­in­fla­ti­on. Du ver­gisst übri­gens, dass der Immo­bi­li­en­wert von Mie­ten abhängt, Miet­aus­fäl­le die­sen nach unten drü­cken, es eben­so eine Kre­dit- wie eine Immo­bi­li­en­bla­se gibt, und gera­de gaaa­anz viel auf Pump gebaut und reno­viert wird und wur­de. Und was brach 2008 noch­mal den Ban­ken das Genick? Das war doch irgend­et­was mit I… Muahahaha!

    Abge­se­hen davon… Wir leben in einer glo­ba­li­sier­ten Welt. Das heißt, dass sowas nicht in Schland pas­sie­ren muss, um in Schland die Aus­wir­kun­gen zu spü­ren. Daher möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, dass jetzt ein guter Zeit­punkt für einen Steu­er- und Mie­ten­streik wäre. Man muss ja nicht alles dem Zufall über­las­sen. Wenn genug Leu­te mit­ma­chen, und voll­streck­ba­res Ver­mö­gen auch aus­cas­hen bevor es einen Titel gibt, wird sowas schnell unvollstreckbar.

    • P.S.

      Der Gold-Spread beim Kilo-Bar­ren ist bei Degus­sa bei über 10%. Nor­mal sind 1.5%. Die Leu­te cas­hen ihr Papier­gold aus, und davon gibt es viel mehr, als jemals phy­sisch abge­baut wur­de. Wet­ten, bald gibts ne Schwem­me an Fäl­schun­gen an den Gold­bör­sen, die nach­weis­lich von super­ver­trau­ens­wür­di­gen Stel­len stammen?

    • P.P.S.

      Viel­leicht wird auch das Klo­pa­pier knapp, weil so viel Geld gedruckt wird, dass nicht genug Zell­fa­sern fürs Klo übrig bleiben? 

      Jetzt mal ernst­haft: Soll­ten Ban­ken nicht all­mäh­lich mit Bank­runs zu kämp­fen haben?

  4. Wie die Faust auf’s Auge, dan­ke Frau Lengs­feld. Auch dem Bashing gros­ser deut­scher Fir­men, die fuer sich die sei­tens der Poli­tik ange­bo­te­ne Miet­zins­stun­dung, wegen Total­schlies­sung ihrer eige­nen Fir­men, in Anspruch genom­men haben oder es jeden­falls anku­en­dig­ten, sou­ver­a­en eine Absa­ge erteilt. Was sich der­zeit hin­ter den Tue­ren und spe­zi­ell im pri­va­ten Pfle­ge­be­reich abspielt, wur­de noch von nie­man­dem the­ma­ti­siert. 2\3 der Pfle­ge­be­du­erf­ti­gen wer­den zu Hau­se gepflegt und das kam schon in der Dis­kus­si­on der letz­ten Mona­te um feh­len­de Pfle­ge­kra­ef­te kaum vor. Das klei­ne Ent­geld, wird nun gar nicht mehr rei­chen, wenn auch der Pfle­gen­de in Kurz­ar­beit oder gar in Arbeits­lo­sig­keit abrutscht. Die Lie­fer­eng­paes­se an Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, Mund­schutz und wei­te­rem trifft die­se Per­so­nen genau­so, wie die kli­ni­schen Fael­le. Das Schlimms­te aber ist die Unge­wiss­heit und die Angst nun sel­ber oder die gepfleg­ten Ver­wand­ten in einer Kli­nik abge­ben zu mues­sen, oder auch anders­her­um wegen Coro­na trotz drin­gen­dem Not­fall eben dies nicht zu koen­nen. In Schwe­den gibt es Not­fall­pfle­ger die schnell mal ein­sprin­gen in Deutsch­land sind die ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­te schon mit der nor­ma­len Auf­trags­ar­beit ueber­be­las­tet. Bei die­sen Men­schen ist das Leben schon ohne Coro­na auf Kan­te genaeht. Die per­so­en­li­chen Ein­schra­en­kun­gen und neu­en Stol­per­stei­ne im All­tag erschwe­ren es bis ueber die Belast­bar­keits­gren­ze hin­aus. Hat die Poli­tik an mit ihren coron­ge­set­zen und Emp­feh­lun­gen die­se Men­schen gedacht? Nein, ueber­haupt nicht!

  5. „Es ist natür­lich mög­lich, dass mir da was ent­geht, aber Wodarg, so scheint es doch, ist durch eben jene Sta­tis­tik wider­legt, die er selbst zitiert.”
    Dazu gehört schon noch etwas mehr. Es besteht mMn immer noch eine hohe Wahr­schein­lich­keit, dass Coro­na eine Grip­pe­wel­le dar­stellt. Daher sind auch nur Ver­gleichs­zah­len der ver­gan­ge­nen Grip­pe­wel­len rele­vant. Was bringt das alles, wenn man anschlies­send die Zah­len von Coro­na und Grip­pe zusam­men zählt und es kommt Grip­pe­wel­le her­aus. An der Gefähr­lich­keit für Risi­ko­grup­pen ändert das natür­lich nichts.

  6. > wenn die euro­pa­wei­ten Daten der Kalen­der­wo­che 12 ein­ge­pflegt wor­den sind.

    Genuegt ja auch noch nicht, wenn man mit den Hue­geln 2016/2017 und 2017/2018 ver­gleicht. Mich per­so­en­lich hat­te es damals zwei Tage mit 40 Fie­ber und eine Woche ins­ge­samt hin­ge­legt. Trotz­dem bin ich a) wie meist nicht zum Arzt gegan­gen und im Ver­gleich zu heu­te wesent­li­cher b) wuss­te ich bis zur gegen­wa­er­ti­gen Situa­ti­on nicht ein­mal, dass es damals eine ver­scha­erf­te Influ­enz­a­si­tua­ti­on gab. Die media­len Trom­pe­ten machen geben einen gewal­ti­gen Unterschied. 

    Und obwohl ich den medi­zi­ni­schen Tat­sa­chen wei­ter nach­spue­re, wer­den mir die tota­li­tae­ren immer wich­ti­ger, die fin­den naem­lich unzwei­fel­haft statt. Gera­de weil Bemue­hun­gen um die rela­tiv unbe­an­stand­ba­ren eigent­lich inhalt­lich not­wen­di­gen Mass­nah­men zu z.B. signi­fi­kan­ten Tests eben nir­gend­wo par­al­lel zu den mas­si­ven Grund­rechts­ein­schra­en­kun­gen ueber­haupt zu sehen sind. Statt­des­sen mas­si­ve Kriegs­bil­der an zer­sto­er­ten Lun­gen, toten Babys und aehn­li­che Anhei­zer zur Irrationalitaet.

    • „Die media­len Trom­pe­ten machen geben” -> „Die media­len Trom­pe­ten zeigen”

  7. Lie­ber Roger,
    dein Worst Case Sze­na­rio basiert ja auf über­zeu­gen­den Über­le­gun­gen. Über­le­gun­gen die sich zwar jeder machen könn­te, aber offen­sicht­lich nicht macht.
    Wobei ich der Mei­nung bin, in ers­ter Linie soll­te die Regie­rung die­se Über­le­gun­gen anstellen.
    Mit eini­gen Freun­den tei­le ich aller­dings die Hoff­nung, dass am Ende die­ser Pan­de­mie die EU in ihrer gegen­wär­ti­gen Form und der Euro über die Wup­per gehen.
    Und dass wäre ja nicht das Schlechteste.

  8. ___________________________________________

    Zivi­li­sa­ti­on ist kul­ti­vier­te Barbarei.
    _________________________________

    Wo wir auch immer die Infra­struk­tur gebrau­chen müs­sen, oder glau­ben sie gebrau­chen zu müs­sen, ob für eine Demo oder den Weg zur Arbeit, sind wir in Ohn­macht der Macht der Poli­ti­ker und ihrer Draht­zie­her aus­ge­lie­fert. Die Infra­struk­tur der Macht, die heu­te mit­tels Han­dy durch die Über­wa­chung von dem sel­ben bis ins Pri­va­te hin­ein reicht, ist die Macht die alles durchdringt.

    Die bes­te Demo gegen Kern­kraft ist, wenn man sich den Strom mit Solar oder/und Wind, wenn mög­lich selbst macht. Der bes­te Wider­stand gegen eine Dik­ta­tur ist es, wenn man sich so viel wie mög­lich das nöti­ge zum Leben selbst macht. 

    _

  9. Ein Fin­ger in der Wun­de, wenn auch etwas rei­ße­risch geschrieben.
    Bit­te las­sen Sie uns ein Team bil­den, das Lösungs­re­ge­lun­gen formuliert.

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