„Nicht schon wie­der Coro­na“ wer­den Sie sagen und sie haben recht. Die Berüh­rung die­ses The­mas ver­schafft Ihnen wie mir mitt­ler­wei­le Brand­bla­sen und das Maß an Igno­ranz und Heu­che­lei in Poli­tik und Medi­en erreicht schon sint­flut­ar­ti­ge Höhen. Man möch­te die Türen der Arche ver­nag­len und die Zebras füt­tern. Doch gele­gent­lich muss man raus und einen Raben schi­cken, um zu erfah­ren, ob es auf­ge­hört hat Lügen, Ver­dre­hun­gen und Anma­ßun­gen zu reg­nen. Sicher, auch mir ist auf­ge­fal­len, dass sich ein gro­ßer Teil unse­rer Mit­men­schen an das Wech­sel­spiel aus Dro­hun­gen, Ver­schär­fun­gen, Locke­run­gen und erneu­ten Dro­hun­gen, mit denen dann die nächs­te Ver­schär­fung begrün­det wird, gewöhnt hat. Doch eine Arche ist ja kein Platz für Mehr­hei­ten. Die Indo­lenz der Mehr­heit geht nur so lan­ge gut, bis die Maß­nah­men unschön ins eige­ne Leben hin­ein­lap­pen (oder schwap­pen, wegen Arche und so…) oder ver­meint­lich erimpf­te Pri­vi­le­gi­en für null und nich­tig erklärt wer­den. Auf was habe man da eigent­lich ver­traut und war­um, fragt sich so man­cher. Ich ent­hal­te mich bei sol­chen Gele­gen­hei­ten jeder Scha­den­freu­de, was übri­gens jeder tun sollte.

Was genau man da treu­brav tut und war­um, wird nicht mehr hin­ter­fragt und geht in Kada­ver­ge­hor­sam und Gewohn­heit unter. Längst hat man sich zum Bei­spiel so an das Mas­ke­tra­gen gewöhnt, dass kaum noch jemand an den Anfang des Covid­zän-Zeit­al­ters zurück­denkt, um sich dar­an zu erin­nern, wie man die Mas­ken eigent­lich rich­tig trägt, um ihre eh schon beschränk­te Wir­kung nicht ins Gegen­teil zu dre­hen. Häu­fig wech­seln, nicht berüh­ren, von einem Ohr zum ande­ren abzie­hen und berüh­rungs­los entsorgen…der eine oder ande­re wird sich an das Bal­lett des geüb­ten und ver­stän­di­gen Kli­nik­per­so­nals erin­nern, mit dem der unwis­sen­de Mas­ken­pö­bel halb ver­spot­tet und halb belehrt wer­den soll­te. Heu­te hän­gen die Mas­ken an Rück­spie­geln und wer­den – wochen­lang ver­wen­det – aus Hand- und Hosen­ta­schen her­vor­ge­kramt wie Schlüs­sel oder Kleingeld.

Das „ob“ schlägt das „wie“ und wenn die medi­zi­ni­sche Wirk­sam­keit auf die­se Wei­se auch gleich Null oder nega­tiv sein mag, ist dem tech­no­kra­ti­schen Akt doch for­mal Genü­ge getan. Und kommt es nicht genau dar­auf an? Nie­mand wird Sie belan­gen, wenn sie die Mas­ke falsch, besab­bert oder mit Senf­fle­cken tra­gen, solan­ge Sie sie nur irgend­wie tra­gen. Anders aus­ge­drückt: glau­ben Sie an ein Ende der Mas­ken­pflicht noch in die­ser Deka­de, wenn es so wenig Kon­trol­le braucht, sie durch­zu­set­zen? Dem Gess­ler in der Tell-Legen­de war es jeden­falls egal, wie man sei­nen Hut grüß­te, solan­ge man es nur tat. Bei der Imp­fung – so scheint es – gehen wir genau den glei­chen Weg: man kann zwar aus den fal­schen Grün­den das „Rich­ti­ge“ tun, aber nie aus den rich­ti­gen Grün­den das „Fal­sche“. Ist nicht vor­ge­se­hen im Sys­tem, es gibt kei­ne Argu­men­te gegen die Imp­fung, basta!

Mach was man dir sagt!

Nie sei die Rede davon gewe­sen, dass die Imp­fung auch gegen Anste­ckung schüt­ze. Einer­seits eine glat­te Lüge, ande­rer­seits natür­lich eine über­reiz­te Hoff­nung, mit der uns noch im Früh­som­mer ver­si­chert wur­de, wir kämen bald  wie­der zurück zur Nor­ma­li­tät, wie wir sie noch vage im Gedächt­nis hat­ten. Die Ver­spre­chen wur­den gemacht und sind auch noch nach­zu­le­sen. Das Inter­net ver­gisst wenig und die Way­back-Machi­ne gar nichts. Es gab die­se Ver­spre­chen (oder rich­ti­ger: Annah­men) und ich ver­ur­tei­le auch nie­man­den, der damals sein Licht auf die­sen Stroh­halm richtete.

Denn wäre es nicht in der Tat schön gewe­sen, eine ste­ri­le Immu­ni­tät durch Imp­fung her­stel­len zu kön­nen wie bei ande­ren Infek­ti­ons­krank­hei­ten? Dum­mer­wei­se gab es nie einen „Plan B“, wes­halb man auch immer noch dar­an fest­hält, mög­lichst 100 Pro­zent der Bevöl­ke­rung durch­zu­imp­fen und nun als letz­te Reser­ve der Tech­no­kra­tie Plap­per­mäu­ler wie Mai­Lab ins Feld führt, um from­me Annah­men als unum­stöß­li­che Fak­ten zu prä­sen­tie­ren. Immer noch. Man will, dass das Pro­blem dann erle­digt sei, man will, dass die Zustim­mung abso­lut wird. Ganz gleich, was die Empi­rie dazu sagt. Denn wir wis­sen nun, nach einem Jahr Imp­fung, dass Über­tra­gung und Viren­last nur unwe­sent­lich vom Impf­sta­tus abhän­gen. Die Kar­te „Soli­da­ri­tät“ ist zwar noch im Spiel, sticht aber nicht mehr. Kein Immu­no­lo­ge spricht noch von Her­denim­mu­ni­tät durch Imp­fung, selbst Dros­ten nicht, der eher dazu neigt, die „erimpf­te“ Immu­ni­tät durch eine natür­li­che zu „ergän­zen“. Unser Pani­ker vom Dienst Lau­ter­bach resi­gniert bereits: „die­se Wel­le lässt sich nicht weg­imp­fen“. Scha­de eigent­lich, das mei­ne ich ganz ehrlich.

Ich bin es aber leid, die Empi­rie zu bemü­hen und Ver­glei­che zu zie­hen, nur um mich dann beleh­ren zu las­sen, dass man dies und jenes nicht ver­glei­chen dür­fe. Kein Wort mehr über Schwe­den! Doch Ver­gleichs­ver­bo­te sind Denk­ver­bo­te. Ein Denk­ver­bot, dass sich die Poli­tik aus gutem Grund einst selbst auf­er­legt hat, bekommt indes Ris­se: die Impf­pflicht. Akti­vis­ten wie Mai­Lab trom­meln und jagen den Rest­ver­stand der Poli­tik auf die Bäume.

Die guten Grün­de der Poli­tik, mit dem Schwert „Impf­zwang“ nur zu dro­hen und durch aller­lei Schi­ka­nen „Frei­wil­lig­keit“ zu erzwin­gen, lie­gen auf der Hand: die Haf­tungs­fra­ge. Man möch­te nicht in die Letzt­ver­ant­wor­tung gera­ten, wenn doch etwas schief geht. Ver­ständ­lich! Auch die Phar­ma­in­dus­trie, die zwar Lang­zeit­schä­den ihrer Impf­stof­fe aus­schließt, aber gleich­zei­tig kei­ne Haf­tung für die­sel­ben über­neh­men will, kann ich ver­ste­hen. Aber soll­ten sol­che Poli­cen nicht eigent­lich güns­tig zu haben sein ange­sichts der Gewin­ne, die momen­tan üppig flie­ßen und abde­cken müss­te eine sol­che Haf­tung doch nicht wirk­lich etwas, oder? Was soll schon schief gehen? Eine Leis­tungs­sport­ler­haft­pflicht für Kim­mich & Co. soll­te doch wohl drin sein, oder?

Doch genug der Schel­me­rei­en, ich möch­te ein Spiel spie­len. Ein Spiel, das „was wäre, wenn“ heißt. Wir schau­en dazu auf die Ergeb­nis­se einer Stu­die aus Schwe­den, der zufol­ge das Vak­zin von Astra­ze­ne­ca schon nach weni­gen Mona­ten zu einem Schutz von minus 19% führt. Man stün­de dem­nach als voll­stän­dig Astra-Geimpf­ter immu­no­lo­gisch schlech­ter da als jemand, der sich über­haupt nicht hat imp­fen las­sen. Nun heißt es beschwich­ti­gend, das kön­ne auch dar­an lie­gen, dass die Pro­ban­den sich beson­ders sorg­los ver­hal­ten hät­ten. Was über­setzt in ver­gan­ge­ne Impf­nor­ma­li­tä­ten etwa bedeu­ten wür­de, dass der­je­ni­ge gegen Gelb­fie­ber am bes­ten geschützt sei, der nach Imp­fung gegen Gelb­fie­ber zusätz­lich nicht in Gebie­te rei­se, in denen Gelb­fie­ber ein Pro­blem ist. In der Annah­me der „Leicht­sin­nig­keit“ ver­mi­schen sich also zwei Maxi­me der Risi­ko­mi­ni­mie­rung: Ver­mei­dung und Imp­fung. Es ist wider­sin­nig oder öff­net die Tür zum Hygie­ne­staat, bei­des zu wollen.

Aber zurück zum Spiel. Der für­sorg­li­che Staat in unse­rem Modell erlässt nun ein Impf­ge­bot für alle. Was wäre nun – mit dem Wis­sens­stand von heu­te – wenn er dies schon vor Mona­ten für einen bestimm­ten Impf­stoff getan hät­te? Zum Bei­spiel eben mit jenem von Astra­ze­ne­ca. Die Ver­füg­bar­keit war rasch sehr gut, ein schon seit Mona­ten durch­ge­setz­tes Impf­man­dat hät­te mit guter Wahr­schein­lich­keit auch die­sen Impf­stoff ein­setz­ten kön­nen. Von heu­te aus gese­hen könn­te man sagen: zum Glück kam es nicht dazu, weil Throm­bo­sen als uner­wünsch­te Neben­wir­kung auf­tra­ten und für Skep­sis sorg­ten, auch wenn Mai­Lab in ihrem Video die gute Behan­del­bar­keit die­ser Neben­wir­kung beton­te. Nach­dem ich die­ses Video sah, kann ich mir jeden­falls gut vor­stel­len, dass Mai­Lab ein eupho­ri­sches Video für die­sen Impf­stoff gemacht hät­te und ande­re Hel­fer aus dem media­len Ethik­rat der Tech­no­kra­tie – etwa Stef­fens, Yogeshwar und Lesch – begeis­tert dar­über berich­ten. „Fol­ge der Wis­sen­schaft“ wäre ein grif­fi­ger Name für die Kam­pa­gne gewe­sen. Doch längst steht auch die Wirk­sam­keit ande­rer Mit­tel im Zwei­fel. Moder­na nur noch für über 30-jäh­ri­ge, Bio­n­tec-Boos­ter frü­her als gedacht…mal sehen, was die nächs­te Woche, der nächs­te Lock­down und Jahr drei des Covid­zän bringen.

Die Poli­tik ist bei Astra­ze­ne­ca der Fal­le noch­mal ent­kom­men, auf der Basis unzu­rei­chen­der Daten eine gene­ra­li­sier­te Ent­schei­dung getrof­fen zu haben, die sich spä­ter als schäd­lich für alle Betrof­fe­nen erwie­sen hät­te. Wer garan­tiert, dass es bei nächs­ter Gele­gen­heit gut geht? Über­lässt die Medi­zin ihr „pri­mum non noce­re“ der Ver­fü­gung der Poli­tik, kann leicht so etwas dabei her­aus­kom­men. Und im Gegen­satz zu Medi­zi­nern haben Poli­ti­ker lei­der kei­ne Berufshaftpflicht.

Doch unser Spiel geht noch einen Schritt wei­ter, denn weil unse­re Poli­ti­ker pani­sche Angst vor Rechen­schaft haben, ach­ten sie pein­lichst dar­auf, die Geset­zes­la­ge ihren Absich­ten anzu­pas­sen (anders­her­um wäre doch mal schön), damit sie nie die Gren­ze des Lega­len über­schrei­ten. Man schafft also zunächst das Recht und dann geht man unter des­sen Deckung auf die Rea­li­tät los. Nun unter­stel­len wir mal im Spiel, dass die Red­lich­keit der Poli­ti­ker im bes­ten Deutsch­land aller Zei­ten ohne Fehl und Tadel sei und das (fik­tiv) zwangs­be­han­del­te Volk mit Blick auf die guten Geset­ze vol­ler Ein­sicht sagt: her damit und den Boos­ter gleich dazu. Doch nun, zumin­dest im Spiel, hat die Poli­tik die­se neu­en ermäch­ti­gen­den Regeln und Mecha­nis­men, die blitz­schnell von „Nor­mal“ auf „Not­stand“ umschal­ten las­sen und kann jeder­zeit aus einem medi­zi­ni­schen „das geht dich nichts an“ eine öffent­li­che Ange­le­gen­heit machen. Inklu­si­ve lan­des­weit aus­ge­roll­ter Kon­trol­len und Sanktionen.

Mit Solidarität aus der Dialyse

Alles ist berei­tet für eine unge­wis­se Zukunft, in der – natür­lich nur im Spiel ­– erneut schnell und unbü­ro­kra­tisch unse­re nur noch tem­po­rä­ren Grund­rech­te für ein tem­po­rär höhe­res Ziel tem­po­rär außer Kraft gesetzt wer­den könn­te, um…ja, um was zu tun? Die Regeln sind da und erprobt sind sie auch. Doch wer wen­det sie künf­tig an? Und jetzt zur Denkauf­ga­be, zum Fina­le des Spiels: stel­len Sie sich Ihren schlimms­ten poli­ti­schen Alb­traum vor, lie­ber Leser. Aus­ge­rech­net jene poli­ti­sche Grup­pie­rung oder Par­tei, deren Ideo­lo­gie sie am meis­ten fürch­ten oder ver­ab­scheu­en, erlangt völ­lig legal die Macht und nun über­le­gen sie kurz, was die­se Grup­pe aus den Regeln machen könn­te, die sie im Fall eines Macht­an­tritts vor­fin­det und ein­fach nur exe­ku­tie­ren muss.

Stel­len Sie sich deren die Erklä­run­gen und Beteue­run­gen vor, die Regeln nun lei­der wie­der anwen­den zu müs­sen, weil die Lage es eben erfor­de­re und Sie, der Ein­zel­ne und sei­ne Inter­es­sen, müss­te nun vor einem ande­ren höhe­ren Wohl zurück­tre­ten und über sich erge­hen las­sen, was die wei­se Poli­tik dies­mal für sie vor­ge­se­hen hat. Was es sein wird? Ich habe kei­ne Ahnung, fürch­te mich aber weni­ger vor mei­ner Phan­ta­sie als vor Din­gen, die mir gera­de nicht ein­fal­len. Viel­leicht ist es nur ein Vit­amin­cock­tail oder eine Edel­d­ro­ge zur Her­bei­füh­rung ewi­gen Glücks, viel­leicht müs­sen Sie in Zukunft auch nur noch mit einer Nie­re leben. Alles aus Soli­da­ri­tät ver­steht sich! Und ist es nicht eine Schwei­ne­rei, dass Sie Ihren Ries­ling durch zwei Nie­ren zum Aus­gang rie­seln las­sen kön­nen, wäh­rend in Hin­ter­tup­fin­gen sich jemand in der Dia­ly­se quält? Neh­men Sie’s nicht zu wört­lich, lie­be Leser, ent­wi­ckeln Sie ein­fach eine eige­ne böse Vor­stel­lung und erin­nern sie sich an die Maxi­me, dass nichts in der Poli­tik so lan­ge Bestand hat wie Pro­vi­so­ri­sches. Wer sich heu­te nicht fügen will, wird er es spä­ter auch nicht tun? Und wird sich erneut fügen, wer es heu­te tut? Und wie oft? Die ers­te Ver­ge­wal­ti­gung der Frei­heit des Indi­vi­du­ums durch die Tech­no­kra­tie bleibt sel­ten die einzige.

Eine Kar­te liegt noch im Ereig­nis­feld unse­res Spiels. Was drauf steht? „Der Süd­deut­sche Beob­ach­ter erin­nert dar­an, dass es Trump war, der gigan­ti­sche Mit­tel bereit­stell­te, um in der „Ope­ra­ti­on Warpspeed“ die Ent­wick­lung der Covid-Impf­stof­fe zu ermög­li­chen und zu beschleu­ni­gen.“ Das könn­te eines Tages die „Du-kommst-aus-dem-Gefäng­nis-frei-Kar­te“ für Poli­tik und Medi­en sein. Als Buh­mann geht Trump schließ­lich immer noch. Wenn er doch nur auch von der Impf­pflicht statt immer nur von „free choice“ gespro­chen hät­te! Viel­leicht gibt’s dazu dann aber wie­der ein Video von MaiLab.

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6 Kommentare

  1. Gut geschrie­ben! Ich fah­re seit Beginn der „Corona“-„Plandemie“ (vul­go auch: Wahn­de­mie) ganz gut damit, sie völ­lig zu igno­rie­ren. Ein basi­scher Hafer­schleim, mor­gens mit Goji-Bee­ren und einem Ing­wers­schus genos­sen haben mich gegen alle Erkäl­tun­gen und „Viren“ erz­ge­feit. Dazu Kneipp­kuren, erbau­li­che Lek­tü­re (Hah­ne­mann! Bhach­di!!), da kann mir nichts etwas anha­ben, auch nicht die Coro­na-Dik­ta­tur. Über die von mir eben­so beach­te­te Aus­ba­lan­cie­rung des Säf­te­haus­hal­tes möch­te ich mich mit Rück­sicht auf mei­ne gelieb­te Frau (32 Ehe­jah­re! 6 Kin­der, davon 4 Söh­ne!! 4 Enkel!!!) an die­ser Stel­le ausschweigen.

  2. Dan­ke für die­sen Arti­kel, er hat es echt geschafft mir ein wenig ein Grin­sen ins Gesicht zu zau­bern. Nein, nicht aus Scha­den­freu­de wegen den ver­meint­lich erimpf­ten Pri­vi­le­gi­en, von denen sich noch eini­ge ver­ab­schie­den kön­nen. Scha­den­freu­de emp­fin­de ich dabei über­haupt nicht. Wir wur­den alle zusam­men „belo­gen“, wenn man es so dras­tisch for­mu­lie­ren möch­te. Die­ses Ver­spre­chen bzw. die­se Hoff­nung „Nur zwei­mal piek­sen, dann ist alles gut und über­stan­den“ wur­de uns allen gege­ben. Bei der Impf­pflicht bin ich gespannt. Aber man hat wirk­lich das Gefühl, als ob die Ampel-Koali­ti­on kei­ne Lust dar­auf hat. Lars Kling­beil sag­te heu­te erst, daß eine Impf­pflicht für bestimm­te Beru­fe frü­hes­tens in den nächs­ten Wochen mal auf den Weg gebracht wird — wenn über­haupt. Man sagt also, daß man sich mit dem The­ma befasst, behält sich aber vor es viel­leicht doch wie­der fal­len­zu­las­sen. Als ob man qua­si die nach Pflicht­imp­fung schrei­en­den Men­schen erst ein­mal beschwich­ti­gen möch­te, dann hofft, daß das The­ma wie­der abebbt und dann sagt „Tut uns leid, Leu­te, aber das Grund­ge­setz gibt das nicht her“. Aber wir wer­den es sehen. Wie das juris­tisch mit einer Haf­tung aus­se­hen wür­de, weiß ich nicht, da ich kein Jurist bin. Aber es stimmt mich schon miß­trau­isch, daß ich bei der Imp­fung eine Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung unter­zeich­nen müß­te, daß ich auf­ge­klärt wur­de. Also vie­le, die ich ken­ne, wur­den nicht auf­ge­klärt. Sie druck­ten sich die bei­den For­mu­la­re aus, unter­zeich­ne­ten sie, brach­ten sie zum Impf­arzt und beka­men laut eige­ner Aus­sa­ge direkt eine Sprit­ze in den Arm gejagt. Die ein­zi­ge Fra­ge, die ihnen bes­ten­falls gestellt wur­de: „In den lin­ken oder in den rech­ten Arm?“. Also Auf­klä­rung sieht mei­ner Mei­nung nach anders aus…
    Es ist eher trau­rig, wie die Gesell­schaft gespal­ten wur­de. Heu­te Nach­mit­tag bekam ich eine Rund­mail von unse­rem Betriebs­rat. Dar­in wur­den wohl hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen inner­halb der Beleg­schaft wegen gegen­sätz­li­cher Mei­nun­gen the­ma­ti­siert. Auf gut Deutsch: Die Leu­te müs­sen sich der­art strei­ten, daß es wohl zu ganz hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen kam, es wur­de auch dar­auf hin­ge­wie­sen, daß das zu arbeits­recht­li­chen Kon­se­quen­zen füh­ren könnte.
    Ich war auch immer ein Freund von Eigen­ver­ant­wor­tung. Die gibt es aber wohl nicht (mehr). Die Geimpf­ten bestehen dar­auf unge­tes­tet ins Restau­rant oder in den Club gehen zu kön­nen (da man ihnen das ja auch ver­spro­chen hat), obwohl sich mitt­ler­wei­le her­aus­ge­stellt hat, daß auch sie das Virus dadurch wei­ter­ver­brei­ten kön­nen, die Unge­impf­ten wol­len die glei­chen Rech­te haben und wie­der alles dür­fen. Sehr ver­ständ­li­che Wün­sche, aber wenn man sich die jet­zi­ge Situa­ti­on anschaut, dann kön­nen wir uns das gera­de eben nicht leis­ten. Anstatt den Fokus auf „Wie schüt­zen wir die Alten und Schwa­chen?“ zu len­ken wird erst ein­mal über eine Impf­pflicht dis­ku­tiert, die ver­mut­lich nicht so viel brin­gen wird wie erhofft und im Gegen­teil sogar dafür sor­gen könn­te, daß noch mehr Alten- und Kran­ken­pfle­ger ihren Job an den Nagel hän­gen. Oder über 3G am Arbeits­platz oder im öffent­li­chen Nah­ver­kehr, wobei es sogar schon einem Herrn Dros­ten auf­iel, daß dadurch die Unge­impf­ten eigent­lich nicht geschützt werden.
    Das Wort „Soli­da­ri­tät“ wird der­zeit auch oft miß­braucht. Soli­da­ri­tät besteht nicht dar­in, daß eine Min­der­heit das macht, was eine Mehr­heit will und schon getan hat (näm­lich sich imp­fen zu las­sen), son­dern daß man sich gemein­schaft­lich fragt, wie man die Wei­ter­ver­brei­tung des Virus hem­men könn­te, um die Schwa­chen zu schüt­zen. Da ist der Impf­sta­tus erst ein­mal egal, da es logis­tisch gese­hen wohl ohne­hin ein Pro­blem sein dürf­te vie­le Men­schen in kur­zer Zeit zu imp­fen, wie schon zuge­ge­ben wur­de. So wie das auch schon von Viro­lo­gen erkannt wird: Der Ver­brei­tungs­schutz hält auch bei einer Imp­fung nur zwei oder drei Mona­te an. Tests sind im Umgang mit vul­nerablen Grup­pen unerläßlich.
    Eigent­lich wün­sche ich mir, daß unse­re Poli­ti­ker end­lich auf­hö­ren Sprü­che zu klop­fen wie Mar­kus Söder, mal inne­hal­ten, mal auf Exper­ten hören (also nicht nur die paar, die von der Regie­rung ange­hört wer­den, son­dern auch jene, die viel­leicht ande­re Ideen und Mei­nun­gen haben) und dann ent­schei­den „So ist der Plan“. Das, was wir jetzt erle­ben, ist ein Her­um­kra­kee­le nach For­de­run­gen und Schuld­zu­wei­sun­gen. Also damit läßt sich kein Pro­blem lösen.

  3. Schö­ner Arti­kel, mit trau­ri­gem Inhalt. Die sog. Coro­na-Kri­se, übri­gens die ach­te oder neun­te Kri­se des poli­ti­schen Sys­tems seit dem Jahr 2000, wer weiß das schon so genau, bringt als Schlimms­tes das zum Aus­druck , was Han­nah Ahrend für den Faschis­mus reser­viert hat­te: Die Bana­li­ät des Bösen. Und das Mit­läu­fer­tum. Es ist schau­er­lich zu sehen wie die Intel­li­gen­tia vor­an und die Mas­se hin­ter­her, alle grund­ge­setz­li­chen Hür­den, natür­lich ganz legal, allen mensch­li­chen Anstand und jede Wis­sen­schaft­lich­keit fah­ren lässt, wenn man sie nur genug ängs­tigt und im Fall der Pseu­do­wis­sen­schaft­ler, ihnen ein Podi­um gibt. Lasst alle Hoff­nung fah­ren. Ihr seid am Tor zur Höl­le ange­kom­men? Nein, es gibt Mil­lio­nen die sich dem tap­fer wider­set­zen. Sie haben ihre Plat­form nur in den Alter­na­ti­ven Medi­en. Sie sind die wah­re Eli­te, so wie Orte­ga Y Gas­set sie defi­niert hat. Und für sie gilt das, was Kurt Tuchol­skys bereits 1938 schrieb: „Nichts ist schwe­rer und nichts erfor­dert mehr Cha­rak­ter, als sich im offe­nen Gegen­satz zu sei­ner Zeit zu befin­den und laut zu sagen: Nein!“

  4. Einer beim Reit­schus­ter bringt auch noch was ins Spiel:

    Bekannt­lich dau­ert der For­ma­li­en-Kram bei Mel­dung von Impf­schä­den für Ärz­te ca. eine hal­be bis drei­vier­tel Stun­de. Ohne Ent­gelt. Bei meh­re­ren Fäl­len am Tag wäre das ein Ver­lust­ge­schäft. Ergo: Wird ein­fach nicht als Impf­schä­den gemeldet.

    Ähn­lich dürf­te es sich bei Toten im zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Imp­fung ver­hal­ten. Da der Impf­sta­tus nicht bekannt ist oder als Geimpf­ten nur der­je­ni­ge gilt, der die zwei­te Imp­fung erhal­ten hat + Wirk­zeit 2 Wochen, dürf­te die Sta­tis­tik hier ziem­lich ver­scho­ben sein, was die Impf­t­o­ten betrifft..

    Und wie man mitt­ler­wei­le weiß: Auch Ärz­te sind z.T. impf­ideo­lo­gisch gepolt. Da wird bei Schäden/Tod oft jeder Zusam­men­hang mit der Imp­fung kate­go­risch ausgeschlossen

    • Das der For­ma­li­en-Kram für die Mel­dung von Impf­schä­den für Ärz­te eine hal­be bis zu einer drei­vier­tel Stun­de dau­ert ist wohl ein Märchen.

      Impf­schä­den kön­nen ganz ein­fach über ein Online­for­mu­lar inner­halb von fünf Minu­ten (pro Fall) direkt an das PEI erle­digt wer­den. Sicher macht das auch sel­ten der Arzt sel­ber, son­dern eine Arzt­hel­fe­rin, also eine Mit­ar­bei­te­rin aus dem Niedriglohnsegment.

  5. Ach übri­gens, die dau­er­auf­ge­reg­te und dau­er­kla­gen­de MaiL­ab­ba ist genau­sos schreck­lich wie neu­er­dings Spektrum.de, das sich der Woke-Reli­gi­on nebst aller angän­gen­den Dog­mas ver­schrie­ben hat. Frü­her war das mal ein wis­sen­schaft­li­ches Blatt — tem­pi pas­sa­ti. Jetzt femi­nis­te­ri­sie­ren sie und fan­ta­sie­ren gar über diver­si­ty aller­or­ten, selbst in der Steinzeit.
    Wenn Spektrum.de etwas über die Staats­seu­che äußert, ist die Absicht mitt­ler­wei­le genau­so staats­tra­gend wie die lau­ter­ba­chi­sche. Uuuh.

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