„Nicht schon wieder Coro­na“ wer­den Sie sagen und sie haben recht. Die Berührung dieses The­mas ver­schafft Ihnen wie mir mit­tler­weile Brand­blasen und das Maß an Igno­ranz und Heuchelei in Poli­tik und Medi­en erre­icht schon sint­flu­tar­tige Höhen. Man möchte die Türen der Arche ver­na­glen und die Zebras füt­tern. Doch gele­gentlich muss man raus und einen Raben schick­en, um zu erfahren, ob es aufge­hört hat Lügen, Ver­drehun­gen und Anmaßun­gen zu reg­nen. Sich­er, auch mir ist aufge­fall­en, dass sich ein großer Teil unser­er Mit­men­schen an das Wech­sel­spiel aus Dro­hun­gen, Ver­schär­fun­gen, Lockerun­gen und erneuten Dro­hun­gen, mit denen dann die näch­ste Ver­schär­fung begrün­det wird, gewöh­nt hat. Doch eine Arche ist ja kein Platz für Mehrheit­en. Die Indolenz der Mehrheit geht nur so lange gut, bis die Maß­nah­men unschön ins eigene Leben hinein­lap­pen (oder schwap­pen, wegen Arche und so…) oder ver­meintlich erimpfte Priv­i­legien für null und nichtig erk­lärt wer­den. Auf was habe man da eigentlich ver­traut und warum, fragt sich so manch­er. Ich enthalte mich bei solchen Gele­gen­heit­en jed­er Schaden­freude, was übri­gens jed­er tun sollte.

Was genau man da treubrav tut und warum, wird nicht mehr hin­ter­fragt und geht in Kadav­erge­hor­sam und Gewohn­heit unter. Längst hat man sich zum Beispiel so an das Mas­ke­tra­gen gewöh­nt, dass kaum noch jemand an den Anfang des Covidzän-Zeital­ters zurück­denkt, um sich daran zu erin­nern, wie man die Masken eigentlich richtig trägt, um ihre eh schon beschränk­te Wirkung nicht ins Gegen­teil zu drehen. Häu­fig wech­seln, nicht berühren, von einem Ohr zum anderen abziehen und berührungs­los entsorgen…der eine oder andere wird sich an das Bal­lett des geübten und ver­ständi­gen Klinikper­son­als erin­nern, mit dem der unwis­sende Masken­pö­bel halb verspot­tet und halb belehrt wer­den sollte. Heute hän­gen die Masken an Rück­spiegeln und wer­den – wochen­lang ver­wen­det – aus Hand- und Hosen­taschen her­vorgekramt wie Schlüs­sel oder Klein­geld.

Das „ob“ schlägt das „wie“ und wenn die medi­zinis­che Wirk­samkeit auf diese Weise auch gle­ich Null oder neg­a­tiv sein mag, ist dem tech­nokratis­chen Akt doch for­mal Genüge getan. Und kommt es nicht genau darauf an? Nie­mand wird Sie belan­gen, wenn sie die Maske falsch, besab­bert oder mit Senf­fleck­en tra­gen, solange Sie sie nur irgend­wie tra­gen. Anders aus­ge­drückt: glauben Sie an ein Ende der Maskenpflicht noch in dieser Dekade, wenn es so wenig Kon­trolle braucht, sie durchzuset­zen? Dem Gessler in der Tell-Leg­ende war es jeden­falls egal, wie man seinen Hut grüßte, solange man es nur tat. Bei der Imp­fung – so scheint es – gehen wir genau den gle­ichen Weg: man kann zwar aus den falschen Grün­den das “Richtige” tun, aber nie aus den richti­gen Grün­den das “Falsche”. Ist nicht vorge­se­hen im Sys­tem, es gibt keine Argu­mente gegen die Imp­fung, bas­ta!

Mach was man dir sagt!

Nie sei die Rede davon gewe­sen, dass die Imp­fung auch gegen Ansteck­ung schütze. Ein­er­seits eine glat­te Lüge, ander­er­seits natür­lich eine über­reizte Hoff­nung, mit der uns noch im Früh­som­mer ver­sichert wurde, wir kämen bald  wieder zurück zur Nor­mal­ität, wie wir sie noch vage im Gedächt­nis hat­ten. Die Ver­sprechen wur­den gemacht und sind auch noch nachzule­sen. Das Inter­net ver­gisst wenig und die Way­back-Machine gar nichts. Es gab diese Ver­sprechen (oder richtiger: Annah­men) und ich verurteile auch nie­man­den, der damals sein Licht auf diesen Stro­hhalm richtete.

Denn wäre es nicht in der Tat schön gewe­sen, eine ster­ile Immu­nität durch Imp­fung her­stellen zu kön­nen wie bei anderen Infek­tion­skrankheit­en? Dum­mer­weise gab es nie einen „Plan B“, weshalb man auch immer noch daran fes­thält, möglichst 100 Prozent der Bevölkerung durchzuimpfen und nun als let­zte Reserve der Tech­nokratie Plap­per­mäuler wie MaiLab ins Feld führt, um fromme Annah­men als unum­stößliche Fak­ten zu präsen­tieren. Immer noch. Man will, dass das Prob­lem dann erledigt sei, man will, dass die Zus­tim­mung abso­lut wird. Ganz gle­ich, was die Empirie dazu sagt. Denn wir wis­sen nun, nach einem Jahr Imp­fung, dass Über­tra­gung und Viren­last nur unwesentlich vom Impf­s­ta­tus abhän­gen. Die Karte „Sol­i­dar­ität“ ist zwar noch im Spiel, sticht aber nicht mehr. Kein Immunologe spricht noch von Her­den­im­mu­nität durch Imp­fung, selb­st Drosten nicht, der eher dazu neigt, die „erimpfte“ Immu­nität durch eine natür­liche zu „ergänzen“. Unser Paniker vom Dienst Lauter­bach resig­niert bere­its: „diese Welle lässt sich nicht wegimpfen“. Schade eigentlich, das meine ich ganz ehrlich.

Ich bin es aber leid, die Empirie zu bemühen und Ver­gle­iche zu ziehen, nur um mich dann belehren zu lassen, dass man dies und jenes nicht ver­gle­ichen dürfe. Kein Wort mehr über Schwe­den! Doch Ver­gle­ichsver­bote sind Denkver­bote. Ein Denkver­bot, dass sich die Poli­tik aus gutem Grund einst selb­st aufer­legt hat, bekommt indes Risse: die Impf­pflicht. Aktivis­ten wie MaiLab trom­meln und jagen den Restver­stand der Poli­tik auf die Bäume.

Die guten Gründe der Poli­tik, mit dem Schw­ert „Impfzwang“ nur zu dro­hen und durch aller­lei Schika­nen „Frei­willigkeit“ zu erzwin­gen, liegen auf der Hand: die Haf­tungs­frage. Man möchte nicht in die Let­ztver­ant­wor­tung ger­at­en, wenn doch etwas schief geht. Ver­ständlich! Auch die Phar­main­dus­trie, die zwar Langzeitschä­den ihrer Impf­stoffe auss­chließt, aber gle­ichzeit­ig keine Haf­tung für diesel­ben übernehmen will, kann ich ver­ste­hen. Aber soll­ten solche Poli­cen nicht eigentlich gün­stig zu haben sein angesichts der Gewinne, die momen­tan üppig fließen und abdeck­en müsste eine solche Haf­tung doch nicht wirk­lich etwas, oder? Was soll schon schief gehen? Eine Leis­tungss­portler­haftpflicht für Kim­mich & Co. sollte doch wohl drin sein, oder?

Doch genug der Schelmereien, ich möchte ein Spiel spie­len. Ein Spiel, das „was wäre, wenn“ heißt. Wir schauen dazu auf die Ergeb­nisse ein­er Studie aus Schwe­den, der zufolge das Vakzin von Astrazeneca schon nach weni­gen Monat­en zu einem Schutz von minus 19% führt. Man stünde dem­nach als voll­ständig Astra-Geimpfter immu­nol­o­gisch schlechter da als jemand, der sich über­haupt nicht hat impfen lassen. Nun heißt es beschwichti­gend, das könne auch daran liegen, dass die Proban­den sich beson­ders sor­g­los ver­hal­ten hät­ten. Was über­set­zt in ver­gan­gene Impfnor­mal­itäten etwa bedeuten würde, dass der­jenige gegen Gelb­fieber am besten geschützt sei, der nach Imp­fung gegen Gelb­fieber zusät­zlich nicht in Gebi­ete reise, in denen Gelb­fieber ein Prob­lem ist. In der Annahme der „Leichtsin­nigkeit“ ver­mis­chen sich also zwei Maxime der Risiko­min­imierung: Ver­mei­dung und Imp­fung. Es ist wider­sin­nig oder öffnet die Tür zum Hygien­es­taat, bei­des zu wollen.

Aber zurück zum Spiel. Der für­sor­gliche Staat in unserem Mod­ell erlässt nun ein Impfge­bot für alle. Was wäre nun – mit dem Wis­sens­stand von heute – wenn er dies schon vor Monat­en für einen bes­timmten Impf­stoff getan hätte? Zum Beispiel eben mit jen­em von Astrazeneca. Die Ver­füg­barkeit war rasch sehr gut, ein schon seit Monat­en durchge­set­ztes Impf­man­dat hätte mit guter Wahrschein­lichkeit auch diesen Impf­stoff ein­set­zten kön­nen. Von heute aus gese­hen kön­nte man sagen: zum Glück kam es nicht dazu, weil Throm­bosen als uner­wün­schte Neben­wirkung auf­trat­en und für Skep­sis sorgten, auch wenn MaiLab in ihrem Video die gute Behan­del­barkeit dieser Neben­wirkung betonte. Nach­dem ich dieses Video sah, kann ich mir jeden­falls gut vorstellen, dass MaiLab ein eupho­risches Video für diesen Impf­stoff gemacht hätte und andere Helfer aus dem medi­alen Ethikrat der Tech­nokratie – etwa Stef­fens, Yogesh­war und Lesch – begeis­tert darüber bericht­en. „Folge der Wis­senschaft“ wäre ein grif­figer Name für die Kam­pagne gewe­sen. Doch längst ste­ht auch die Wirk­samkeit ander­er Mit­tel im Zweifel. Mod­er­na nur noch für über 30-jährige, Bion­tec-Boost­er früher als gedacht…mal sehen, was die näch­ste Woche, der näch­ste Lock­down und Jahr drei des Covidzän brin­gen.

Die Poli­tik ist bei Astrazeneca der Falle nochmal entkom­men, auf der Basis unzure­ichen­der Dat­en eine gen­er­al­isierte Entschei­dung getrof­fen zu haben, die sich später als schädlich für alle Betrof­fe­nen erwiesen hätte. Wer garantiert, dass es bei näch­ster Gele­gen­heit gut geht? Über­lässt die Medi­zin ihr „pri­mum non nocere“ der Ver­fü­gung der Poli­tik, kann leicht so etwas dabei her­auskom­men. Und im Gegen­satz zu Medi­zin­ern haben Poli­tik­er lei­der keine Beruf­shaftpflicht.

Doch unser Spiel geht noch einen Schritt weit­er, denn weil unsere Poli­tik­er panis­che Angst vor Rechen­schaft haben, acht­en sie pein­lichst darauf, die Geset­zes­lage ihren Absicht­en anzu­passen (ander­sherum wäre doch mal schön), damit sie nie die Gren­ze des Legalen über­schre­it­en. Man schafft also zunächst das Recht und dann geht man unter dessen Deck­ung auf die Real­ität los. Nun unter­stellen wir mal im Spiel, dass die Redlichkeit der Poli­tik­er im besten Deutsch­land aller Zeit­en ohne Fehl und Tadel sei und das (fik­tiv) zwangs­be­han­delte Volk mit Blick auf die guten Geset­ze voller Ein­sicht sagt: her damit und den Boost­er gle­ich dazu. Doch nun, zumin­d­est im Spiel, hat die Poli­tik diese neuen ermächti­gen­den Regeln und Mech­a­nis­men, die blitzschnell von „Nor­mal“ auf „Not­stand“ umschal­ten lassen und kann jed­erzeit aus einem medi­zinis­chen „das geht dich nichts an“ eine öffentliche Angele­gen­heit machen. Inklu­sive lan­desweit aus­geroll­ter Kon­trollen und Sank­tio­nen.

Mit Solidarität aus der Dialyse

Alles ist bere­it­et für eine ungewisse Zukun­ft, in der – natür­lich nur im Spiel ­– erneut schnell und unbürokratisch unsere nur noch tem­porären Grun­drechte für ein tem­porär höheres Ziel tem­porär außer Kraft geset­zt wer­den kön­nte, um…ja, um was zu tun? Die Regeln sind da und erprobt sind sie auch. Doch wer wen­det sie kün­ftig an? Und jet­zt zur Denkauf­gabe, zum Finale des Spiels: stellen Sie sich Ihren schlimm­sten poli­tis­chen Alb­traum vor, lieber Leser. Aus­gerech­net jene poli­tis­che Grup­pierung oder Partei, deren Ide­olo­gie sie am meis­ten fürcht­en oder ver­ab­scheuen, erlangt völ­lig legal die Macht und nun über­legen sie kurz, was diese Gruppe aus den Regeln machen kön­nte, die sie im Fall eines Mach­tantritts vorfind­et und ein­fach nur exeku­tieren muss.

Stellen Sie sich deren die Erk­lärun­gen und Beteuerun­gen vor, die Regeln nun lei­der wieder anwen­den zu müssen, weil die Lage es eben erfordere und Sie, der Einzelne und seine Inter­essen, müsste nun vor einem anderen höheren Wohl zurück­treten und über sich erge­hen lassen, was die weise Poli­tik dies­mal für sie vorge­se­hen hat. Was es sein wird? Ich habe keine Ahnung, fürchte mich aber weniger vor mein­er Phan­tasie als vor Din­gen, die mir ger­ade nicht ein­fall­en. Vielle­icht ist es nur ein Vit­a­m­in­cock­tail oder eine Edel­droge zur Her­beiführung ewigen Glücks, vielle­icht müssen Sie in Zukun­ft auch nur noch mit ein­er Niere leben. Alles aus Sol­i­dar­ität ver­ste­ht sich! Und ist es nicht eine Schweinerei, dass Sie Ihren Ries­ling durch zwei Nieren zum Aus­gang rieseln lassen kön­nen, während in Hin­ter­tupfin­gen sich jemand in der Dial­yse quält? Nehmen Sie’s nicht zu wörtlich, liebe Leser, entwick­eln Sie ein­fach eine eigene böse Vorstel­lung und erin­nern sie sich an die Maxime, dass nichts in der Poli­tik so lange Bestand hat wie Pro­vi­sorisches. Wer sich heute nicht fügen will, wird er es später auch nicht tun? Und wird sich erneut fügen, wer es heute tut? Und wie oft? Die erste Verge­wal­ti­gung der Frei­heit des Indi­vidu­ums durch die Tech­nokratie bleibt sel­ten die einzige.

Eine Karte liegt noch im Ereign­is­feld unseres Spiels. Was drauf ste­ht? „Der Süd­deutsche Beobachter erin­nert daran, dass es Trump war, der gigan­tis­che Mit­tel bere­it­stellte, um in der „Oper­a­tion Warp­speed“ die Entwick­lung der Covid-Impf­stoffe zu ermöglichen und zu beschle­u­ni­gen.“ Das kön­nte eines Tages die „Du-kommst-aus-dem-Gefäng­nis-frei-Karte“ für Poli­tik und Medi­en sein. Als Buh­mann geht Trump schließlich immer noch. Wenn er doch nur auch von der Impf­pflicht statt immer nur von „free choice“ gesprochen hätte! Vielle­icht gibt’s dazu dann aber wieder ein Video von MaiLab.

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6 Kommentare

  1. Gut geschrieben! Ich fahre seit Beginn der “Corona”-“Plandemie” (vul­go auch: Wah­n­demie) ganz gut damit, sie völ­lig zu ignori­eren. Ein basis­ch­er Hafer­schleim, mor­gens mit Goji-Beeren und einem Ing­w­erss­chus genossen haben mich gegen alle Erkäl­tun­gen und “Viren” erzge­feit. Dazu Kneipp­kuren, erbauliche Lek­türe (Hah­ne­mann! Bhach­di!!), da kann mir nichts etwas anhab­en, auch nicht die Coro­na-Dik­tatur. Über die von mir eben­so beachtete Aus­bal­ancierung des Säfte­haushaltes möchte ich mich mit Rück­sicht auf meine geliebte Frau (32 Ehe­jahre! 6 Kinder, davon 4 Söhne!! 4 Enkel!!!) an dieser Stelle auss­chweigen.

  2. Danke für diesen Artikel, er hat es echt geschafft mir ein wenig ein Grin­sen ins Gesicht zu zaubern. Nein, nicht aus Schaden­freude wegen den ver­meintlich erimpften Priv­i­legien, von denen sich noch einige ver­ab­schieden kön­nen. Schaden­freude empfinde ich dabei über­haupt nicht. Wir wur­den alle zusam­men “bel­o­gen”, wenn man es so drastisch for­mulieren möchte. Dieses Ver­sprechen bzw. diese Hoff­nung “Nur zweimal piek­sen, dann ist alles gut und über­standen” wurde uns allen gegeben. Bei der Impf­pflicht bin ich ges­pan­nt. Aber man hat wirk­lich das Gefühl, als ob die Ampel-Koali­tion keine Lust darauf hat. Lars Kling­beil sagte heute erst, daß eine Impf­pflicht für bes­timmte Berufe früh­estens in den näch­sten Wochen mal auf den Weg gebracht wird — wenn über­haupt. Man sagt also, daß man sich mit dem The­ma befasst, behält sich aber vor es vielle­icht doch wieder fal­l­en­zu­lassen. Als ob man qua­si die nach Pflichtimp­fung schreien­den Men­schen erst ein­mal beschwichti­gen möchte, dann hofft, daß das The­ma wieder abebbt und dann sagt “Tut uns leid, Leute, aber das Grundge­setz gibt das nicht her”. Aber wir wer­den es sehen. Wie das juris­tisch mit ein­er Haf­tung ausse­hen würde, weiß ich nicht, da ich kein Jurist bin. Aber es stimmt mich schon miß­trauisch, daß ich bei der Imp­fung eine Ein­willi­gungserk­lärung unterze­ich­nen müßte, daß ich aufgek­lärt wurde. Also viele, die ich kenne, wur­den nicht aufgek­lärt. Sie druck­ten sich die bei­den For­mu­la­re aus, unterze­ich­neten sie, bracht­en sie zum Imp­farzt und beka­men laut eigen­er Aus­sage direkt eine Spritze in den Arm gejagt. Die einzige Frage, die ihnen besten­falls gestellt wurde: “In den linken oder in den recht­en Arm?”. Also Aufk­lärung sieht mein­er Mei­n­ung nach anders aus…
    Es ist eher trau­rig, wie die Gesellschaft ges­pal­ten wurde. Heute Nach­mit­tag bekam ich eine Rund­mail von unserem Betrieb­srat. Darin wur­den wohl heftige Diskus­sio­nen inner­halb der Belegschaft wegen gegen­sät­zlich­er Mei­n­un­gen the­ma­tisiert. Auf gut Deutsch: Die Leute müssen sich der­art stre­it­en, daß es wohl zu ganz hefti­gen Auseinan­der­set­zun­gen kam, es wurde auch darauf hingewiesen, daß das zu arbeit­srechtlichen Kon­se­quen­zen führen kön­nte.
    Ich war auch immer ein Fre­und von Eigen­ver­ant­wor­tung. Die gibt es aber wohl nicht (mehr). Die Geimpften beste­hen darauf ungetestet ins Restau­rant oder in den Club gehen zu kön­nen (da man ihnen das ja auch ver­sprochen hat), obwohl sich mit­tler­weile her­aus­gestellt hat, daß auch sie das Virus dadurch weit­er­ver­bre­it­en kön­nen, die Ungeimpften wollen die gle­ichen Rechte haben und wieder alles dür­fen. Sehr ver­ständliche Wün­sche, aber wenn man sich die jet­zige Sit­u­a­tion anschaut, dann kön­nen wir uns das ger­ade eben nicht leis­ten. Anstatt den Fokus auf “Wie schützen wir die Alten und Schwachen?” zu lenken wird erst ein­mal über eine Impf­pflicht disku­tiert, die ver­mut­lich nicht so viel brin­gen wird wie erhofft und im Gegen­teil sog­ar dafür sor­gen kön­nte, daß noch mehr Alten- und Krankenpfleger ihren Job an den Nagel hän­gen. Oder über 3G am Arbeit­splatz oder im öffentlichen Nahverkehr, wobei es sog­ar schon einem Her­rn Drosten aufiel, daß dadurch die Ungeimpften eigentlich nicht geschützt wer­den.
    Das Wort “Sol­i­dar­ität” wird derzeit auch oft mißbraucht. Sol­i­dar­ität beste­ht nicht darin, daß eine Min­der­heit das macht, was eine Mehrheit will und schon getan hat (näm­lich sich impfen zu lassen), son­dern daß man sich gemein­schaftlich fragt, wie man die Weit­er­ver­bre­itung des Virus hem­men kön­nte, um die Schwachen zu schützen. Da ist der Impf­s­ta­tus erst ein­mal egal, da es logis­tisch gese­hen wohl ohne­hin ein Prob­lem sein dürfte viele Men­schen in kurz­er Zeit zu impfen, wie schon zugegeben wurde. So wie das auch schon von Virolo­gen erkan­nt wird: Der Ver­bre­itungss­chutz hält auch bei ein­er Imp­fung nur zwei oder drei Monate an. Tests sind im Umgang mit vul­ner­a­blen Grup­pen uner­läßlich.
    Eigentlich wün­sche ich mir, daß unsere Poli­tik­er endlich aufhören Sprüche zu klopfen wie Markus Söder, mal innehal­ten, mal auf Experten hören (also nicht nur die paar, die von der Regierung ange­hört wer­den, son­dern auch jene, die vielle­icht andere Ideen und Mei­n­un­gen haben) und dann entschei­den “So ist der Plan”. Das, was wir jet­zt erleben, ist ein Herumkra­keele nach Forderun­gen und Schuldzuweisun­gen. Also damit läßt sich kein Prob­lem lösen.

  3. Schön­er Artikel, mit trau­rigem Inhalt. Die sog. Coro­na-Krise, übri­gens die achte oder neunte Krise des poli­tis­chen Sys­tems seit dem Jahr 2000, wer weiß das schon so genau, bringt als Schlimm­stes das zum Aus­druck , was Han­nah Ahrend für den Faschis­mus reserviert hat­te: Die Banal­iät des Bösen. Und das Mitläufer­tum. Es ist schauer­lich zu sehen wie die Intel­li­gen­tia voran und die Masse hin­ter­her, alle grundge­set­zlichen Hür­den, natür­lich ganz legal, allen men­schlichen Anstand und jede Wis­senschaftlichkeit fahren lässt, wenn man sie nur genug ängstigt und im Fall der Pseudowis­senschaftler, ihnen ein Podi­um gibt. Lasst alle Hoff­nung fahren. Ihr seid am Tor zur Hölle angekom­men? Nein, es gibt Mil­lio­nen die sich dem tapfer wider­set­zen. Sie haben ihre Plat­form nur in den Alter­na­tiv­en Medi­en. Sie sind die wahre Elite, so wie Orte­ga Y Gas­set sie definiert hat. Und für sie gilt das, was Kurt Tuchol­skys bere­its 1938 schrieb: „Nichts ist schw­er­er und nichts erfordert mehr Charak­ter, als sich im offe­nen Gegen­satz zu sein­er Zeit zu befind­en und laut zu sagen: Nein!“

  4. Ein­er beim Reitschus­ter bringt auch noch was ins Spiel:

    Bekan­ntlich dauert der For­malien-Kram bei Mel­dung von Impf­schä­den für Ärzte ca. eine halbe bis dreivier­tel Stunde. Ohne Ent­gelt. Bei mehreren Fällen am Tag wäre das ein Ver­lust­geschäft. Ergo: Wird ein­fach nicht als Impf­schä­den gemeldet.

    Ähn­lich dürfte es sich bei Toten im zeitlichen Zusam­men­hang mit der Imp­fung ver­hal­ten. Da der Impf­s­ta­tus nicht bekan­nt ist oder als Geimpften nur der­jenige gilt, der die zweite Imp­fung erhal­ten hat + Wirkzeit 2 Wochen, dürfte die Sta­tis­tik hier ziem­lich ver­schoben sein, was die Impftoten bet­rifft..

    Und wie man mit­tler­weile weiß: Auch Ärzte sind z.T. imp­fide­ol­o­gisch gepolt. Da wird bei Schäden/Tod oft jed­er Zusam­men­hang mit der Imp­fung kat­e­gorisch aus­geschlossen

    • Das der For­malien-Kram für die Mel­dung von Impf­schä­den für Ärzte eine halbe bis zu ein­er dreivier­tel Stunde dauert ist wohl ein Märchen.

      Impf­schä­den kön­nen ganz ein­fach über ein Online­for­mu­lar inner­halb von fünf Minuten (pro Fall) direkt an das PEI erledigt wer­den. Sich­er macht das auch sel­ten der Arzt sel­ber, son­dern eine Arzthelferin, also eine Mitar­bei­t­erin aus dem Niedriglohnseg­ment.

  5. Ach übri­gens, die dauer­aufgeregte und dauerk­la­gende MaiL­ab­ba ist genau­sos schreck­lich wie neuerd­ings Spektrum.de, das sich der Woke-Reli­gion neb­st aller angän­gen­den Dog­mas ver­schrieben hat. Früher war das mal ein wis­senschaftlich­es Blatt — tem­pi pas­sati. Jet­zt fem­i­nis­ter­isieren sie und fan­tasieren gar über diver­si­ty allerorten, selb­st in der Steinzeit.
    Wenn Spektrum.de etwas über die Staatsseuche äußert, ist die Absicht mit­tler­weile genau­so staat­stra­gend wie die lauter­bachis­che. Uuuh.

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