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Das „Abhören von Feind­sen­dern“ war unter der Nazi­herr­schaft des Dritten Reiches eine Straf­tat, die jedem das Leben kosten konnte. Ziel war es, die Bürger mög­lichst von allen Infor­ma­ti­ons­quel­len abzu­schnei­den, die min­des­tens eine andere Welt­sicht auf die Dinge ver­brei­te­ten. Um die Lügen des Systems, seine Durch­hal­te­pa­ro­len und Sie­ges­mel­dun­gen nicht zu ent­lar­ven, klebte man das Etikett „Volks­feind“ zum Bei­spiel auf die BBC und ver­folgte die­je­ni­gen, die BBC hörten. Wer jedoch wissen wollte, wo die Alli­ier­ten und die sowje­ti­schen Armeen wirk­lich standen, musste im Radio auf die ersten vier Takte aus Beet­ho­vens fünfter Sin­fo­nie lau­schen, weil alle Mel­dun­gen, die die Göbbels-Schnau­zen sonst ver­kün­de­ten, falsch waren.

Wer heute wissen will, was sich hinter der „Will­kom­mens­kul­tur“, der „Flücht­lings­krise“, der „Ener­gie­wende“, dem „Brexit“ und anderen Themen ver­birgt, infor­miert sich besser nicht nur bei ARD, ZDF, Spiegel und Zeit, sondern auf achgut​.com, tichyse​in​blick​.de, vera​-lengs​feld​.de und anderen Blogs. Deren Arbeit und die Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung durch deren Leser sind durch Artikel 5 des Grund­ge­set­zes geschützt, in dem es heißt: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu ver­brei­ten und sich aus all­ge­mein zugäng­li­chen Quellen unge­hin­dert zu unter­rich­ten. Die Pres­se­frei­heit und die Frei­heit der Bericht­erstat­tung durch Rund­funk und Film werden gewähr­leis­tet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Mit anderen Worten: die kri­ti­sche Betrach­tung der Politik, des Zeit­ge­sche­hens und der Medien ist ein Grund­recht. Sie mag für manche unbe­quem und lästig sein, ist jedoch bitter nötig – egal, wer gerade an der Macht ist. In Zeiten von großen welt­wei­ten Umwäl­zun­gen, in denen in Deutsch­land auch noch eine große Koali­tion regiert und der kläg­li­che Rest Oppo­si­tion sich wie Regie­rung im War­te­stand geriert, sind solche alter­na­ti­ven Medien wich­ti­ger denn je.

Befolge deine Bürgerpflicht, lies Tichy, Achse, Lengsfeld nicht – so hätte man es gern!

Seit einiger Zeit gibt es wieder einen Volks­feind-Stempel, mit dem Kri­ti­ker zum Schwei­gen gebracht werden sollen. Man kom­bi­niert dazu die Begriffe „Nazi“ und „Hass“ zu einem festen Zwei­kom­po­nen­ten­kle­ber. Denn „Nazi“ ist was schlim­mes, „Hass“ ist schlecht – wenn aber beides zusam­men­kommt, dräut übles! Und so finden sich auf der Seite www​.netz​-gegen​-nazis​.de unter der Rubrik „Digi­tale Hass-Quellen“ unter einigen wirk­lich unap­pe­tit­li­chen Ein­trä­gen auch die regie­rungs­kri­ti­schen Blogs achgut​.com, tichyse​in​blick​.de, vera​-lengs​feld​.de wieder. Da meine Artikel auf zwei der drei Blogs erschei­nen und ich das Dritte ständig lese, betrifft mich diese unver­schämte Denun­zia­tion unmit­tel­bar selbst – als Sender und Emp­fän­ger! Wenn dann noch meine schrei­ben­den Freunde und Kol­le­gen als gan­zweit­rechts titu­liert werden, hört der Spaß end­gül­tig auf!

Inter­es­sant ist übri­gens die Begrün­dung für die Ein­träge bei netz-gegen-nazis. Die richtet sich nämlich nicht so sehr gegen die Betrei­ber und Autoren, sondern vor allem gegen die Leser dieser Blogs (Also gegen Sie): Weil unsere Inhalte auch von angeb­li­chen und tat­säch­li­chen Rechts­ex­tre­mis­ten gelesen, geliked und zitiert werden! Man ver­sucht also dem „Sender“ die Ver­ant­wor­tung für seine „Hörer“ auf­zu­drü­cken! Ich muss Ihnen wohl nicht erklä­ren, was das für ein hane­bü­che­ner Unfug ist. Schlim­mer, es ist Sip­pen­haft, denn man zieht jeman­den zur Ver­ant­wor­tung für die Haltung eines anderen – der noch nicht mal zur Sippe gehört und den man nicht einmal kennen muss, dazu mehr im nächs­ten Artikel.

Im Früh­jahr 2016 schrieb ich einen Artikel über ein Vor­komm­nis ganz ähn­li­cher Art, als es um den rui­nö­sen Boykott eines Bäckers ging, zu dem dessen Mei­nungs­äu­ße­run­gen geführt hatten. Egal wie irre die Äuße­run­gen des Bäckers auch waren, einen Boy­kott­auf­ruf, der von der halben Stadt begrüßt und unter­stützt wurde, lässt sich damit nur schwer recht­fer­ti­gen. Wie­viele der Boy­kott­un­ter­stüt­zer, die „hängt ihn höher“ riefen, taten dies aus Angst, selbst denun­ziert und ver­leum­det zu werden? In welchem Zustand befin­det sich eine Gesell­schaft, wenn deren Bürger Angst haben, zu einer Sache „die falsche Meinung“ zu haben, weil ihnen das die Exis­tenz kosten kann? Müssen wir wirk­lich erst alles ver­lie­ren, damit die Angst keine Chance mehr hat, weil niemand mehr „etwas zu ver­lie­ren hat“? Zensur und Denun­zia­tion führen nicht in eine har­mo­ni­sche, welt­of­fene, mul­ti­kul­tu­relle und „Hass­freie“ Gesell­schaft, sondern direkt in die Dik­ta­tur!

Im aktu­el­len Fall des Pran­gers auf www​.netz​-gegen​-nazis​.de gab es auch erste Ergeb­nisse, weil ein vor­lau­ter Wer­be­grün­schna­bel den Eintrag von achgut​.com auf der Liste in seinem gulag-affinen Blog dazu nutzte, Firmen auf­zu­for­dern, keine Werbung bei uns zu schal­ten. Motto: #kein­geld­für­rechts. Aus „nicht Links“ wird rechts, aus rechts wird neu­rechts, aus neu­rechts wird rechts­ex­trem – und von dort ist es nicht mehr weit zu „Nazi“. Nicht inhalt­lich, aber in der Argu­men­ta­tion geht das ganz leicht. Kommt Ihnen das bekannt vor? Mir schon! Seit Jahren können wir in Deutsch­land beob­ach­ten, wie die BDS-Bewe­gung (Boycott, Deinvest, Sanc­tion) in glei­cher Weise gegen Israel vorgeht. Unter dem Deck­man­tel der Unter­stüt­zung Paläs­ti­nas werden von diesen „Akti­vis­ten“ Waren aus den Regalen gezerrt, die aus Israel stammen – es könnte ja ein Siedler daran ver­dient haben. Das dieses strunz­dumme Ver­hal­ten Paläs­tina nur schadet, weil es dort Arbeits­plätze ver­nich­tet, ist den Zens­urspa­cken ent­we­der nicht bewusst, oder egal und ich weiß ehrlich nicht, was schlim­mer ist. Genauso schadet das Ver­hal­ten der Amadeo-Antonio-Stif­tung, der koope­rie­ren­den Web­seite „netz-gegen-nazis” und der vielen anony­men Denun­zi­an­ten unserer Demo­kra­tie.

Der Versuch, mei­nungs­starke Web­sei­ten wie achgut​.com in Miss­kre­dit zu bringen, war von vorn herein zum Schei­tern ver­ur­teilt. Da die Angrei­fer aber in der argu­men­ta­ti­ven Nazi-Falle fest­sit­zen, nur noch in der Lage sind, in den Kate­go­rien Schwarz und Weiß zu denken und nicht merken, dass der größte Teil der Bevöl­ke­rung sehr genau spürt, wo Infor­ma­tion aufhört und Volks­er­zie­hung anfängt, wird das nicht der letzte Versuch gewesen sein, uns kalt­zu­stel­len. „Sie“ können einfach nicht anders und haben deshalb nichts Anderes ver­dient als genau den Shit­s­torm, der nun über ihnen zusam­men­schlägt.

Es ist phan­tas­tisch, wie viele Leser von achgut​.com uns in den letzten Tagen ihre Soli­da­ri­tät bekun­de­ten und wie viele neue Unter­stüt­zer dazu­ge­kom­men sind. Man half uns mit Kom­men­ta­ren, Likes, Links und vielen neuen Paten­schaf­ten. Herz­li­chen Dank dafür! So etwas macht Mut und ermög­licht uns, weiter kri­tisch auf die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nisse und poli­ti­schen Zustände in Deutsch­land, Europa und der Welt zu schauen, keine Zensur zu akzep­tie­ren und uns in Sachen Recher­che und Schlag­fer­tig­keit zukünf­tig noch mehr ins Zeug zu legen. Wir tun dies nicht anonym, sondern stehen mit Gesich­tern und Namen für unsere Über­zeu­gun­gen und demo­kra­ti­schen Ideale ein.

In diesem Sinne: Lesen Sie weiter auf der Achse des Guten, bleiben Sie mutig und bleiben Sie vor allem skep­tisch und wachsam!

2 Kommentare

  1. So ist es:
    Roland​ti​chy​.de und Achgut​.com sind Leucht­türme der Mei­nungs­frei­heit gewor­den, die auch von den­je­ni­gen ver­tei­digt werden sollten, die nicht mit jedem ein­zel­nen Inhalt über­ein­stim­men. Zu dieser Liste dazu nehmen würde ich u.a. auch noch die Nach­denk­sei­ten und das Blog von Norbert Haering:
    http://​nor​berthae​ring​.de/​d​e​/​2​7​-​g​e​r​m​a​n​/​n​e​w​s​/​7​2​5​-​q​u​e​r​f​r​o​n​t​b​e​k​a​e​m​p​f​e​r​-​d​r​o​h​t​-​m​i​t​-​b​a​s​e​b​a​l​l​s​c​h​l​a​e​ger
    http://​www​.nach​denk​sei​ten​.de/​?​p​=​3​6​055
    Es gibt einen neuen McCar­thy­is­mus deut­scher Spiel­art, der extrem auto­ri­tär nicht Hass und Extre­mis­mus, sondern die abwei­chende Meinung ver­folgt. Guter Hass und Extre­mis­mus ist dagegen för­de­rungs­wür­dig.
    Sehr auf­fäl­lig ist in diesem Zusam­men­hang auch die zuneh­mend gefil­terte und feind­se­lige Bericht­erstat­tung über das Ausland, egal in welcher Him­mel­rich­tung:
    – Die Aus­übung der direk­ten Demo­kra­tie in der Schweiz wird schon seit län­ge­rer Zeit als Rechts­po­pu­lis­mus ver­un­glimpft, obwohl sie die Fähig­keit zur Selbst­kor­rek­tur bewie­sen hat.
    – England ist mit der Brexit-Ent­schei­dung anschei­nend über Nacht zu einem Failed State gewor­den, über den deut­sche Medien am liebs­ten Not­stands­mel­dun­gen ver­brei­ten
    – Frank­reich und Italien sind mit ihren legi­ti­men Inter­es­sen nicht ernst zu nehmen, sondern in deut­schen Medien hem­mungs­los zu maß­re­geln
    – Ungarn und Polen sind fast schon reif für einen Ein­marsch.
    Die Schwarz­ma­le­rei der Ver­hält­nisse im Ausland und Weiß­wä­sche­rei der Vor­gänge im Inland macht die Leser blind für die Rea­li­tät. Diese Rea­li­tät sieht so aus, dass die deut­sche poli­ti­sche Klasse in Europa mit ihrer Sicht der Dinge fast iso­liert ist, aber mit purer Macht NOCH vieles durch­setzt.
    Das ist fast schon wie ein Deja-Vue, aber dieses Mal nicht unter dem Nazi-, sondern unter dem Antifa-Label.

    • Was bitte soll denn guter Hass oder guter Extre­mus­mus sein? Beides ist zutiefst destruk­tiv, egal aus welcher Rich­tung oder aus welcher poli­ti­schen Ecke.

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