Liebe Hein­rich-Böll-Stif­tung,
Eure Idee, eine Anti-Gender-Networks Infor­ma­tion-Seite (agentin​.org) ein­zu­rich­ten, auf der man nach­le­sen kann, wer sich der all­ge­gen­wär­ti­gen Gen­de­ri­tis ver­wei­gert, ist eine tolle Idee! Diese wenigen Typen – ange­sichts des Main­stream sind sie ja eine kleine Min­der­heit – müssen sich ohnehin besser ver­net­zen, warum sollen sie das nicht mit Hilfe der Grünen und Geldern aus deren Par­tei­stif­tung tun?

Deshalb möchte ich mich selbst anzei­gen, um auch auf diese Liste zu kommen. Was muss ich tun, damit das auch wirk­lich klappt? Sagen sie nicht, dass ich jeman­den belei­di­gen muss, denn ich habe gene­rell nichts gegen Lesben, Schwule oder Leute, die sich im fal­schen Körper gefan­gen fühlen. Ich werde aber fuchs­teu­fels­wild, wenn ich das ver­kopfte Gelaber von Gen­der­for­schern und Gleich­stel­lungs­pro­phe­ten der sexu­el­len Belie­big­keit je nach Tages­form ertra­gen muss. Also, wie komme ich auf diese Liste, was muss ich tun? Etwa „Mit­glied der CDU“ werden oder Klaus Kelle hei­ra­ten, wie Birgit Kelle? Soll ich katho­lisch werden, wie der „Ultra­ka­tho­li­zist“ Alex­an­der Kissler oder gar wie er für den Cicero schrei­ben?

Ich kann doch nicht einfach „Chef­re­dak­teur der Baseler Zeitung“ werden wie Markus Somm, was natür­lich das ulti­ma­tive Gen­der­ver­bre­chen dar­stel­len würde, mir aber leider nicht zu Gebote steht. Ich habe aber schon Videos von Roger Köppel ver­linkt und habe sogar den­sel­ben Vor­na­men wie er – das muss doch einen Eintrag wert sein, diese Rogers sind doch alle gleich! White supre­macy Typen, die einfach ihre Pri­vi­le­gien nicht checken! Auch habe ich wie mein Achgut-Kollege Bern­hard Lassahn bereits „Blog­bei­träge u. a. zu Gen­der­spra­che“ geschrie­ben [hier], [hier], [hier] sowie [hier] und ich ver­wei­gere mich kon­se­quent jedem Binnen-i, Gen­der­stern­chen, her­um­geiXe und der Neu­tra­li­sie­rung mas­ku­li­ner und femi­ni­ner Nomen, rede meine Leser alt­mo­disch mit „Liebe Lese­rin­nen und Leser“ an und halte die latente, agres­sive und über­spannte Gen­der­de­batte für deka­den­tes Gefasel und eine soziale Auto­im­mun­erkran­kung, wie sie nur in einer satten und gelang­weil­ten Gesell­schaft vor­kom­men kann, der die Ziele und Werte abhan­den gekom­men sind und diese durch eitle Albern­hei­ten ersetzt, über die der Rest der Welt nur mit­lei­dig den Kopf schüt­telt.

Warum ich auf diese Liste will? Ganz einfach: wenn in 500 Jahren das abge­ris­sene und zer­fal­lene Europa aus­ge­gra­ben wird und die Archäo­lo­gen nach den Über­res­ten der Ver­nunft zwi­schen all dem ideo­lo­gi­schen Bull­shit suchen, der zwi­schen den Trüm­mern liegt, möchte ich auf einer Liste stehen, von der es einst heißen könnte: „Dort hat man die Leute zusam­men­ge­tra­gen, die sich gegen die Anti-Bio­lo­gis­ten in der End­phase der Euro­päi­schen Union gewandt haben. Dort stehe die­je­ni­gen, die gegen den Wahn­sinn waren, das Geschlecht des Men­schen prin­zi­pi­ell für ein gesell­schaft­li­ches Kon­strukt zu halten und die zu ver­hin­dern ver­such­ten, dass die über Jahr­hun­derte gewach­se­nen Spra­chen der euro­päi­schen Völker durch künst­li­che Implan­tate auf einer ver­kopf­ten Meta­ebene zu zer­stö­ren. Die meisten der wenigen auf der Liste (er werden aber sicher noch mehr) hatten erkannt, dass die Gen­de­ris­ten kein anderes Ziel ver­folg­ten, als durch einen Sieg über die Syntax auch die Macht über die Seman­tik zu erlan­gen. Die Men­schen auf der Liste waren die letzten Helden der alten Spra­chen!“

Da wäre ich doch gern dabei!

13 Kommentare

          • … hmja, die Anrede „Liebe Lese­rin­nen und Leser“ ist aber auch nicht ohne, denn sie zieht eben den Unter­schied zwi­schen Lese­rin­nen und Lesern. Leser sind demnach keine Leser, sondern man muss Lese­rin­nen geson­dert anspre­chen, weil, wenn man nur die Leser ansprä­che, damit die hmja Lese­rin­nen nicht ange­spro­chen wären.
            Die Geschlech­ti­fi­zie­rung des Lesers steckt somit in der Anrede „Liebe Lese­rin­nen und Leser“ drin.

            Hach, nix kann man richtig machen 🙂 , die Einen finden alle Texte ohne gezwun­gene, sprach­ver­ge­wal­ti­gende, ~Innen-Stam­me­lei glatt­weg faschis­toid und sexis­tisch (ein wider­li­ches Wort übri­gens, nicht?, es gibt ja keine Sexis­ten, es gibt bloß Frau­en­has­ser), und die Anderen picken sich die eigent­lich nette Anrede „Liebe Lese­rin­nen und Leser“ skan­dal­ma­chend raus und finden die zuuu femi­nis­tisch.
            Es bleibt kom­pli­ziert, und was nur kom­pli­ziert ist, muss noch viel kom­pli­zier­ter gemacht werden.

            A guttes Wochen­ende Dir, Roger.

  1. Also ich finde die Liste gut. Dort findet man (sic!) eine Menge inter­es­san­ter blogs und Seiten.
    Ich habe dort auch schon gesucht, wo man sich oder andere melden kann, leider nur das da gefun­den.:

    12. Kann ich auch Autor*in werden?

    Autor*innen-Accounts werden anders als bei Wiki­pe­dia nur sehr begrenzt und manuell ver­ge­ben. Damit soll sicher­ge­stellt werden, dass die Qua­li­tät der Artikel im Hin­blick auf presse-, daten­schutz- und per­sön­lich­keits­recht­li­che Aspekte aus­rei­chend gewähr­leis­tet ist. Gerne können Inter­es­sierte Leser*innen Artikel ver­fas­sen und an die Redak­tion schi­cken (redaktion-​agentin@​boell.​de). Diese werden nach Prüfung und ggf. Über­ar­bei­tung dann im Wiki ver­öf­fent­licht. Ebenso sind ergän­zende Infor­ma­tio­nen zu Arti­keln will­kom­men und können der Redak­tion gerne zur Ver­fü­gung gestellt werden.

    BTW:
    Philosoph*in hat vier Ein­träge
    Philosph*in noch leer ist, liegt wohl am feh­len­den o – das ist wohl im * ver­schwun­den 🙂

    Jeden­falls muss da der Kant noch auf die Liste, werde viel­leicht einen Artikel schrei­ben.

    Geschlechts­ge­mein­schaft (com­mer­cium sexuale) ist der wech­sel­sei­tige Gebrauch, den ein Mensch von eines anderen Geschlechts­or­ga­nen und Ver­mö­gen macht (usus mem­bro­rum et facul­ta­tum sexua­lium alte­rius), und entweder[389] ein natür­li­cher (wodurch seines Glei­chen erzeugt werden kann), oder unna­tür­li­cher Gebrauch, und dieser ent­we­der an einer Person ebend­essel­ben Geschlechts, oder einem Tiere von einer anderen als der Men­schen-Gattung: welche Über­tre­tun­gen der Gesetze, unna­tür­li­che Laster (crimina carnis contra naturam), die auch unnenn­bar heißen, als Läsion der Mensch­heit in unserer eigenen Person, durch gar keine Ein­schrän­kun­gen und Aus­nah­men wider die gänz­li­che Ver­wer­fung geret­tet werden können.

    Kant, Die Meta­phy­sik der Sitten

  2. Ich bin ein alter, weißer, hete­ro­se­xu­el­ler Mann, obwohl ich Detlef heiße. Ich möchte auch auf diese Liste, damit meine Enkel der­einst sagen können:„Mein Opa war Par­ti­san im Unter­grund und lebte in stän­di­ger Gefahr vom Wahr­heits­mi­nis­te­rium, rot­rot­grü­nen Gut­men­schen und Antifa gefasst zu werden. Sogar die Krieger von SJW, Eis­bä­ren­kusch­ler und Wet­ter­ken­ner waren hinter ihm her, weil er die Kli­ma­än­de­rung leug­nete. Ein ganz Gefähr­li­cher.”
    An Inter­pol: Ich bin sogar noch der Meinung, dass die EU in der jet­zi­gen Form nicht weiter machen darf. Also, wenn das nicht reicht?

    • Ick ooch.
      Bin Zionist, weil ich für die Bür­ger­rechte der Jidn bin, die bitt­schön unter ihrem eigenen Gesetz leben dürfen sollen, und die nun mal was dagegen haben, dass man sie desob ständig als schlim­mer-wie-die-Nazis bezeich­net.
      Ferner bin ich für ein Israel, das vom Mit­tel­meer bis zum Jordan reicht. Ein noch immer sehr kleines Land (27.869 Qua­drat­ki­lo­me­ter, grad so groß wie Hessen und kleiner als der Michi­gan­see, was schon alles über die israe­li­sche Win­zig­keit aussagt).
      Die sog. Zweit­staa­ten­lö­sung ist tot. Sie war schon immer eine Tot­ge­burt.

      Bin ferner gegen einen Paläs­ti­nen­ser­staat. Es gibt ja schon 22 ara­bi­sche Staaten, viele davon sind riesig. Fast alle sind failed states. Ein Fan­tas­ti­nen­ser­staat wäre nur ein wei­te­rer klein­ter­ro­ris­ti­scher Alp­traum von einem failed state. Wozu muss die UNO-Öffent­lich­keit ein paar Araber zwingen, dau­er­haft unter den Ter­ror­pa­ten der Fatach und der Hamas dahin­zu­ve­ge­tie­ren?
      Jor­da­nien ist von je her das Land für die Araber dieser Gegend. So war das seit 1917 geplant. Der Plan war richtig. Jor­da­nien ist etwa viermal größer als Israel.
      Wir brau­chen in Israel keine stän­di­gen Mes­ser­ste­cher, Schreier und von Mör­der­pa­ten auf­ge­heizte Klein­mör­der. Die sollen nach Jor­da­nien, und gut is’.

      Also gehöre ich als hmm somit Faschist, Impe­ria­list, Nach­tisch­weg­neh­mer und Men­schen­ver­äch­ter bitt­schön auch auf die schwarze Liste. Bestehe drauf!

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