Der Count-Down lief am 17.11.2022 um 17 Uhr East­ern Stan­dard Time ab. Matt Miller, ein­er von tausenden Twit­ter-Mitar­beit­ern, hielt den Moment, den er im Twit­ter-Haup­tquarti­er ver­brachte, sog­ar im Video fest. Um 17:01 Uhr war die Twit­ter­belegschaft von ein­st­mals 7.500 auf etwa 750 zusam­mengeschnur­rt und weltweit erwarteten die Auguren das baldige Ende des Kurz­nachrich­t­en­di­en­stes. Erwartungsvoll saßen die Kom­men­ta­toren vor ihren funkel­nagel­neuen Mastodon-Accounts, um per Textnachricht (Video ruck­elt doch noch zu arg auf der Plat­tform) live dabei zu sein, wenn Twit­ter durch die erwiesene Dummheit des neuen Besitzers zu Tode kommt. Ironielev­el 1: man beobachtete dazu auf Twit­ter, wie sich die gefeuerten per Tweet ver­ab­schiede­ten. Ironielev­el unendlich: nichts passierte. Abso­lut garnichts!

Doch der Rei­he nach. Ich muss gle­ich vor­weg eingeste­hen, dass ich wieder ein­mal von Musk über­rascht wurde und ich zum „Orakel von Elon“ ein­fach nicht tauge. Erst in der Ret­ro­spek­tive wer­den dessen Absicht­en ver­ständlich und daran wird sich wohl mein­er­seits auch nichts ändern. Vielle­icht hil­ft eine „gold­ene Regel“, die ich mir ger­ade aus­gedacht habe: Immer, wenn man glaubt, der Mann han­dle doch klar gegen seine eige­nen Inter­essen, hat man sehr wahrschein­lich nicht ver­standen, was seine Inter­essen sind. Anfangs dachte ich, Musk wolle durch die Über­nahme in erster Lin­ie die Bots von der Plat­tform vertreiben. Doch hat­te ich da in erster Lin­ie jene Bots im Sinn, die Fol­low­er simulieren, Pro­pa­gan­da retweet­en oder als Trol­larmee unlieb­same Leute zur Strecke brin­gen. Er dachte aber wohl von Anfang an daran, Twit­ter zunächst von jenen Mitar­beit­ern zu befreien, die dort eher das süße Leben und eine Art Twit­terkom­mu­nis­mus (jed­er nach seinen Bedürfnis­sen) lebten. Mit viel Geld für wenig Arbeit.

Nur wo und wie sollte Musk begin­nen? Die Son­nen­liegen auf dem Dach des Twit­ter-HQ wegräu­men? Den Rotwein­spender trock­en­le­gen? Alex Mar­tinez, lei­t­en­der Kun­den­ber­ater bei Twit­ter, war vor eini­gen Monat­en in Plaud­er­laune, als er ein­er Honig­falle der Inves­tiga­tiv­plat­tform „Project Ver­i­tas“ gegenüber­saß. Auf die Frage des Under­cov­er-Reporters, ob Musk die ganze schöne Zen­sur kaputt machen würde, sagte Mar­tinez: „Er wird es vielle­icht ver­suchen, aber es gibt Leute [bei Twit­ter], die das mit aller Kraft ver­hin­dern wer­den, weil wir, also der Rest von uns hier, glauben, dass wir etwas Gutes für den Plan­eten tun und nicht ein­fach nur für Rede­frei­heit sor­gen.“ Gutes für den Plan­eten also. Eigen­tümer, Benutzer oder Kun­den kamen in dieser Gle­ichung nicht vor.

Das war im Mai 2022 und es war davon auszuge­hen, dass die Begeis­terung der Belegschaft sich bei der endgülti­gen Über­nahme durch Musk nicht verbessert hat­te. Wie geht man um mit einem Laden, in dem 7.500 Leute arbeit­en – nicht wenige davon im Nir­gend­wo, vielle­icht im neuen Home­of­fice im ange­sagten Mex­i­co City – und von denen man wed­er weiß, ob ihnen zu trauen ist, noch, was genau sie eigentlich im Unternehmen machen? Ein­er gegen 7.500 ist kein leicht­es Spiel, doch es musste gespielt werden.

Einer gegen 7.500 ist kein leichtes Spiel

In „Phase 1“ entließ Musk die Führungse­tage, dann etwa die Hälfte aller Mitar­beit­er, ver­mut­lich mehr oder weniger per Zufall aus­gewählt. Sich­er wusste er zu diesem Zeit­punkt noch nicht, wer bei Twit­ter wichtige Arbeit leis­tet und wer nur die Mas­sage­ses­sel in der Cafe­te­ria platt sitzt, aber sowas wird schnell klar, wenn die wirk­lich wichti­gen Leute fehlen. Vor­sor­glich hat­te Musk das „Bird­snest“ über das Woch­enende zuges­per­rt und kon­nte beobacht­en, wo sich Löch­er im Betrieb auf­tat­en. Wo es klemmte, fehlte wohl tat­säch­lich jemand und diese vere­inzel­ten Leute holte Musk dann rasch mit ein­er Entschuldigung zurück.

Jet­zt war genug Staub für „Phase 2“ in der Luft und der vernebelte vie­len den Blick – mir natür­lich auch. Ist er nicht eingeknickt, dieser Musk? Musste er nicht klein beigeben und die wok­en Mitar­beit­er zurück­holen? Jet­zt haben sie ihn genau da, wo sie ihn haben wollen! Alle Tweets ste­hen still, wenn mein wok­er Arm es will! Und Musk sorgte für die näch­ste Gele­gen­heit zum Trotz, indem er ein Memo an die verbliebe­nen und zurück­ge­holten Mitar­beit­er schickte.

„Um in Zukun­ft ein bahn­brechen­des Twit­ter 2.0 aufzubauen und in ein­er zunehmend wet­tbe­werb­sori­en­tierten Welt erfol­gre­ich zu sein, müssen wir extrem hart­näck­ig sein…Das bedeutet lange Stun­den bei hoher Inten­sität. Nur wer außergewöhn­liche Leis­tun­gen brin­gen will, wird beste­hen.“ Und sybillinisch fügte er hinzu: „Welche Entschei­dung auch immer Sie tre­f­fen, ich danke Ihnen für Ihre Bemühun­gen, Twit­ter erfol­gre­ich zu machen.“

Twit­ter erfol­gre­ich­er machen durch Bleiben oder Weg­bleiben, du hast die Wahl. Klicke OK oder lass es. 17 Uhr am 17. war Dead­line für eine pos­i­tive Rück­mel­dung. Die meis­ten ließen sie ver­stre­ichen, been­de­tet so ihre Twit­terkar­riere und gaben damit natür­lich auch die Plan­eten­ret­tung auf. Harte Arbeit, Ori­en­tierung auf Tech­nolo­gie statt auf Poli­tik und wom­öglich sog­ar Über­stun­den? Nicht mit uns! Nicht mit Elon als Chef.

Geblieben sind wohl so um die 750 Mitar­beit­er, der ver­meintlich harte Kern, den es wohl braucht, um eine Plat­tform dieser Größe nicht nur zu betreiben, son­dern auch voranzubrin­gen. Das kommt mein­er Schätzung bezüglich des tat­säch­lichen Per­son­albe­darfs bei Twit­ter vom 6.11.2022 schon recht nahe, wenn erst all die Pronomen­schieber, Nachricht­e­nun­ter­drück­er, Shad­ow­ban­ner und Work-Life-Bal­ance-Beauf­tragten gegan­gen wurden.

Die Katas­tro­phe blieb aus, Twit­ter brach nicht zusam­men und all die ent­lasse­nen oder in ihren wok­en Eck­en schmol­len­den Ex-Twit­te­ri­an­er bewiesen dadurch vor allem eines: ihre offen­sichtliche Über­flüs­sigkeit. Deshalb muss man das Bild, welch­es ger­ade über­all die Runde macht und in dem ein „Vor-und-nach-Musk-Ver­gle­ich“ der Belegschaft (wenn auch nicht das­selbe Team zu sehen ist), als Alarm­sig­nal an die gesamte woke Blase im Sil­i­con Val­ley ver­ste­hen. Nur Sawsan Chebli brauchte eine Weile, das zu begreifen. Es geht keines­falls die Angst um, Twit­ter lasse sich mit so weni­gen Mitar­beit­ern nicht betreiben. Es herrscht vielmehr Panik, weil man Twit­ter auch mit so weni­gen engagierten Leuten betreiben kann!

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Die Gefangenenbefreiung

Nach und nach wur­den in den let­zten Tagen ges­per­rte Twit­terkon­ten wieder reak­tiviert. Baby­lon­Bee, Jor­dan Peter­son, James O’Keefe und dessen Recherchep­lat­tform „Project Ver­i­tas“ und viele mehr. Den Pauken­schlag schlechthin ließ sich Musk vorher demokratisch legit­imieren. Mit 51,8% Zus­tim­mung holte er Trump wieder auf die Plat­tform und jed­er kann nun nochmal eigen­händig auf die Suche gehen nach dem Grund für die Abschal­tung eines im Amt befind­lichen US-Präsi­den­ten. Wenn sie dort nichts Jus­tiziables find­en, wie übri­gens auch der Spiegel nicht, dessen Vor­würfe: „bekun­dete Sym­pa­thie“ und „nährte falsche Erwartun­gen“ nach gratismuti­gen Jahren nun selt­sam vage erscheinen, weil in den Tweets eben keine Aufrufe zur Gewalt enthal­ten sind, dann denken sie ein­fach an das höhere Ziel der Plan­eten­ret­tung wie die Twit­te­ri­an­er, dann geht es schon so hin mit der Dop­pel­moral. Trump hinge­gen hat erk­lärt, er wolle gar nicht zurück zu Twit­ter, seine eigene Plat­tform gefalle ihm bess­er. So ein Pech aber auch!

Spüren Sie in diesen Zeilen nicht auch die Strafwürdigkeit des trump’schen Ver­hal­tens, liebe Leser? Da blitzt doch schon fast das Messer…

Es ist jedoch kaum zu erwarten, dass ihm wegen sein­er nun selb­st­gewählten Twit­ter­ab­sti­nenz kün­ftig von der ver­sam­melte Jour­nal­lie die kalte Schul­ter der Igno­ranz gezeigt wird, jet­zt, da er erk­lärt hat, 2024 wieder anzutreten. Zu dumm nur, dass die Dro­hun­gen, die Angstzustände, die Wutan­fälle und ver­balen Ent­gleisun­gen der näch­sten zwei Jahre in den bleier­nen Echokam­mern von Mastodon stat­tfind­en müssen, wohin die linke Medi­enelite sich geräuschvoll auf den Weg gemacht hat. Vor­erst zumin­d­est. Und nur ein biss­chen. Bei CBS News dauerte das selb­st­gewählte Exil nicht lange. Man ging wegen der „Unsicher­heit“ der Führung von Elon Musk in eine „Pause“, nur um wenige Stun­den später wieder Tweet auf Tweet abzuset­zen. Man kann ein­fach nicht von der Reich­weite lassen!

Und Sask­ia Esken? Am 27. Okto­ber hat­te sie noch erk­lärt, „wir“ müssten uns das Netz „zurück­holen“, ganz so, als hätte dieses unbes­timmte Kollek­tiv es je besessen. Sie werde Twit­ter ver­lassen und zu Mastodon gehen, stampfte sie in der ZEIT auf. Doch Genossin Esken erschrickt vor ihrer eige­nen Courage. Den eige­nen Account löschen und all die 100.000 Fol­low­er ver­lieren, die sie seit 2013 gesam­melt hat? Ähm…nein. Esken stellt ihren Account auf „pri­vat“, das war’s. Löschen ist freilich etwas anderes.

Auf Mastodon spielt nun die Musi! Und zwar ein jed­er auf seinem Instru­ment, in sein­er eige­nen kleinen Echokam­mer und das auch noch sehr, sehr leise. Da sind der Böh­mer­mann, der Quaschn­ing und der Volksver­pet­zer und all die anderen bekan­nten Block­warte des „wir“ ste­hen auch schon in den Start­blöck­en, um sich man­gels Feind­bildern gegen­seit­ig das Leben zur Hölle zu machen.

Und die Grillen kommen auch bald zurück…

„Kön­nt Ihr bitte uns “Neuen” etwas san­fter “Zurechtweisen”?“ fragt Mimika­ma und gibt erste Hin­weise auf das, was einen wok­en Twit­terex­i­lanten im „Fedi­verse“, welch­es die vie­len Mastodon-Serv­er zusam­men­bringt, erwartet. Melden, löschen, sper­ren, ignori­eren. Ganze Serv­er ste­hen im virtuellen Bürg­erkrieg und block­ieren einan­der. Und die User brin­gen auch noch das von Twit­ter gewohnte Ver­hal­ten mit.

Auch @Stux, Ver­wal­ter eines mit­tel­großen Mastodon-Servers mit 80.000 aktiv­en Pro­filen, auf dem Bilder von Trump wie Gewalt­fo­tos mit Inhaltswar­nung und Weichze­ich­n­er verse­hen wer­den, ist gen­ervt:

“Was ist los mit den Leuten, die jede einzelne Per­son melden, die sie nicht mögen… Bitte, hört auf damit. Dies ist nicht #Twit­ter. Bitte nutzt Funk­tio­nen wie Stumm­schal­ten oder Block­ieren, wenn ihr Leute nicht mögt, aber hört auf zu melden, son­st fange ich an, Leute zu sper­ren, die ständig umson­st melden. Ich ver­suche, die Dinge mit so vie­len neuen Leuten am Laufen zu hal­ten, und es ist reine Zeitver­schwen­dung, sich alles anzuhören, was man nicht mag. Anson­sten ver­schwen­det Elons Zeit, nicht meine.”

Und nun?

Tja, all den Spaß hätte man auf Twit­ter natür­lich auch haben kön­nen, wenn man dort geblieben wäre und sich nicht so aufge­plus­tert hätte mit halb­herzig, aber drama­tisch vor­ge­tra­ge­nen Exit-Dro­hun­gen. 134 Mil­lio­nen User haben sich die Umfrage Musks zur Wieder­her­stel­lung von Trumps Twit­ter­pro­fil ange­se­hen. Abges­timmt haben nur 15 Mil­lio­nen. Ob die Mastodon-Exi­lanten das Ergeb­nis hät­ten drehen kön­nen? Oder ob die lautesten Musk-Geg­n­er heim­lich mit abges­timmt haben und es trotz­dem nicht gere­icht hat, den Bann aufrecht zu hal­ten? Elon, Dir gehört doch der Laden, schau doch mal nach: Hat Sask­ia Esken vielle­icht auch…?

Nicht missver­ste­hen, bitte! Das soll sie ruhig machen und noch drei Peti­tio­nen, acht Eilanträge und fün­fzehn Stre­itschriften dazu stellen! Sie kann Enteig­nun­gen fordern, die Ver­staatlichung von Twit­ter und die Verge­sellschaf­tung des Wet­ters, das ist mir ein­er­lei. Ich ertrage all das Rauschen und Zir­pen der Grillen, das habe ich jahre­lang getan. Solange ich auch auf der großen Wiese liegen und meine Sprüch­lein vor mich hin murmeln darf. Ob es der Grille nun passt oder nicht. Ich glaube, das werde ich in Zukun­ft des Öfteren tun, jet­zt, da die poli­tis­chen Gefan­genen ent­lassen wer­den und die Twit­ter­wiese wieder bunter wird. Und die Grillen kom­men auch bald zurück, da bin ich mir sich­er. Es ist so schön laut und voll und chao­tisch hier, das wird ihnen fehlen!

Zuerst erschienen auf achgut.com

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13 Kommentare

  1. @Rolf
    Du weißt, dass ich mir jet­zt aber die Augen aus­geweint hab. Bua­ha­ha­ha. Nein, ich bin sta­bil. Egal, ich ahne, was dich aufregt. Mein Lap­sus macht klar, dass ich mich schon ewig nicht mehr mit irgend­was beschäftigt hab, das mit KI zu tun hat. Aber abseits davon hab ich die Lage, glaub ich, ganz amüsant dargestellt.

  2. Vielle­icht kann ich ein kleines Mys­teri­um um die gegan­genen Damen lüften. Die haben schon “pro­gram­miert”, nur eben schnöde ein kün­stlich­es “neu­ronales Netz”. Ein neu­ronales Netz ist das Herzstück der “kün­stlichen Intel­li­genz”. Das heißt natür­lich nicht, dass Elon Musk eine Horde von Grace Hop­pers an die Luft set­zt. Das “Pro­gram­mieren” muss man sich eher so wie bei einem Vide­o­reko­rder vorstellen, nur ein­fach­er. Die Damen haben der kün­stlichen Intel­li­genz näm­lich gesagt, was wie lieb und was wie böse ist.

    So ein neu­ronales Netz will trainiert sein. Also soll es entschei­den, ob ein Bild eine “Katze” oder ein “Hund” zeigt, muss das Netz so viele Beispiele von Katzen- und Hun­de­bilder gezeigt bekom­men, bis die Para­me­ter λ so geset­zt sind, dass die Mas­chine die Entschei­dung irgend­wann eigen­ständig tre­f­fen kann. Ihr kön­nt euch vielle­icht noch an den Anfang erin­nern. “Face­book zen­siert Nip­pel, duldet aber Ras­sis­mus auf sein­er Plat­tform.”, hieß es. Da saßen bei Face­book noch Nerds, die mehr oder min­der aus Erfahrung Nip­pel von Nicht-Nip­pel tren­nten. Das war natür­lich aus Sicht der Linken nicht nur zu wenig, son­dern falsch. Nip­pel raus und “Nazis” ganz raus!

    Als Folge auf den poli­tis­chen Druck wur­den Hor­den von Peo­ple of Nip­ple eingestellt, die die Texte nach “lieb” und “weniger lieb” schieden. Sei­ther gibt es die berühmte Diskus­sion um den “Algo­rith­mus”. Der “Algo­rth­mus” sorgt näm­lich schein­bar dafür, dass Linke ab und an auch etwas Sichtein­schränkung von der Mas­chine erdulden müssen, während Rechts­faschonaz­i­jet­ztecht­maleh immer noch mehr Men­schen ansprechen. Neulich schrieb Alexan­der Wendt, dass Jan Philipp Albrecht von der grü­nen Hein­rich-Böll-Stiftung wohl glaube, dass Musk in den Serv­er-Raum stieg, um ihm per­sön­lich zu ent-follow-en.
    https://www.publicomag.com/2022/11/ein-tweet-hat-260-zeichen-und-der-naechste-hitler-ist-immer-der-schwerste/

    Der Jan Albrecht kön­nte aber insoweit recht haben, als dass die ver­schiede­nen neu­ronalen Net­ze, die für das Erken­nen von unter­schiedlichen Din­gen ver­ant­wortlich sind, ger­ade umgestöpselt wer­den kön­nten und nicht mehr ziel­gerichtet eine poli­tis­che Gruppe gegenüber der anderen bevorzugt. Kar­ma ist ein Miststück.

    Da kommt also die Diskus­sion um den “Algo­rith­mus” wieder. Hier lesen offen­bar viele math­e­ma­tisch-tech­nisch Ver­sierte mit und ich lang­weile sie jet­zt, aber das Wort “Algo­rith­mus” ist vie­len nicht klar und ich erk­läre es ein­fach mal. Wie man an der Vor­silbe “Al” erken­nen kann, wurde der Algo­rith­mus eben­so wie die Zahn­bürste und der men­schlichen Flug von Moslems erfun­den. So erfährt man es jeden­falls in immer mehr zeit­geisti­gen Ausstel­lun­gen. Ohne Moslem müssten wir jet­zt alle mit faulen Zäh­nen der Luise Neubauer von unten zuwinken. Im echt­en Leben ist der Algo­rith­mus aber lediglich eine endliche Folge von Hand­lungsan­weisun­gen und wurde von nie­man­dem erfunden. 

    Welche Hand­lungs­fol­gen die Mas­chine genau tätigt, um die Katzen von den Hun­den und die Nazis von noch mehr Katzen zu unter­schei­den, ist nicht mal den Pro­gram­mier­ern klar. Die Unter­schei­dungskri­te­rien wer­den in diesen ominösen λ Para­me­tern gespe­ichert. λ ist poli­tisch ambiva­lent und ste­ht mal für die Schwu­len­be­we­gung und mal für die bös­rechtss­chlimm­bösen Iden­titären. Für Ursu­la von der Leyen z.B. ist das eine Black­box. Sie ver­ste­ht nicht, dass so ein neu­ronales Netz eigentlich keine für Außen­ste­hende les­bare Hand­lungs­folge (Algo­rith­mus) zeigt, an der man rum­basteln kann. Sie redet immer und immer wieder davon, dass “Algo­rith­men” keine Black­box sein dürften, z.B. hier:
    https://www.youtube.com/shorts/tEmS3Gpwqmo

    Kün­stliche neu­ronale Net­ze sind aber halt IMMER eine Blackbox.

    Jeden­falls braucht Musk eigentlich nur die Nip­pel­erken­nung, die jet­zt gemein­sam mit anderen Fil­tern so über­lagert ist, dass kein­er mehr durch­blickt. Er müsste also nochmal frische Net­ze trainieren lassen. Zudem herrscht die Angst vor dem Gab-Schicksal. 

    Gab wurde von Apple und Google aus den Down­load-Stores ent­fer­nt und für die Massen schw­er auffind­bar gemacht. Nur noch die hart­näck­i­gen Such­er, die sich mit ein­er kleinen Reich­weite zufrieden gaben, öffneten Nutzerkon­ten. Heute ist Gab zu der Neon­azi-Bude gewor­den, vor der Linke “gewarnt” hat­ten, um sie natür­lich als solche über­haupt erst zu schaf­fen. Es lag aber nicht am Ver­hal­ten der Plat­tform­leitung um Andrew Tor­ba, son­dern am erschw­erten Zugang, dass die Plat­tform zu einem Irren­haus wurde. Twit­ter hat eine so große Nutzer­ba­sis und einen so großen Bekan­ntheits­grad, dass es gar keine Angst haben muss, ähn­lich abgekop­pelt zu wer­den. Die kön­nten zur Nip­pel- und Bots-Erken­nung zurück­kehren und die Nazis ein­fach ignori­eren. Der Über­gang muss allerd­ings weich gestal­tet wer­den, damit Regierun­gen dumm ausse­hen, wenn sie den Dienst verbieten.

    Die ganzen wok­en Konz­erne wer­den früher oder später ohne­hin ihre Boykotte aufgeben, wenn Twit­ter durch­hält. Die berühmte Hex­en­jagd von Salem (Mass­a­chu­setts) endete nach einem Jahr als die Autoritäten durch­blick­en ließen, dass sie eh nicht daran glaubten. Und so wird auch der Jed­er-ist-ein-Nazi-Zirkus zusam­men­fall­en. Er muss von oben abge­blasen wer­den. Trotzt Twit­ter dem Boykott wer­den andere sich auch vor wagen. Musk wird nicht für jedes Land eigene Fein­des­fil­ter bauen. Die EU wird Strafzahlun­gen ver­hän­gen, die das Unternehmen aber am besten plump ver­weigert. Die wer­den nicht lange Twit­ter abklem­men. Und wenn, dann wer­den die Men­schen eher VPNs benutzen als den Mumien auf Mastodon zu fol­gen. Der Geist ist aus der Flasche und für die Poli­tik nicht mehr beherrschbar.

    • Das dürfte gut hinkom­men. Das The­ma kenne ich etwas, da wir selb­st eine entsprechende Engine zur Fraud Detec­tion einsetzen.
      Bei den “wok­en Konz­er­nen” tut sich ja tat­säch­lich so Einiges, was die Real­ität­seinkehr ange­ht, aktuell z.B. Disney.

    • N Mor­gen,

      Ich muss Dich mal kor­rigieren. Erst­mal nutzt man in der Infor­matik in der Prax­is keine griechis­chen Buch­staben. Dann ist der Begriff “Lamb­da” bere­its für anonyme Einzeil­er­funk­tio­nen reserviert. Um mal die Super­ein­fach­sprache Python als Beispiel zu nehmen:

      def add(a, b):
      return a+b;

      kann umgeschrieben wer­den zu:

      add = lamb­da a, b: a+b;

      Es ist möglich in Neu­ralen Net­zw­erken eine soge­nan­nte “Lamb­da-Ebene” zu imple­men­tieren, die aber im End­ef­fekt nur eine sim­ple Berech­nung auf jedes Ele­ment dieser Matrix anwen­det, zum Beispiel um dessen Werte mit­tels ein­er Sig­moid­funk­tion zwis­chen 0 und 1 zu map­pen, oder zwis­chen ‑1 und 1, oder dergleichen.

      Die eigentliche Magie in neu­ronalen Net­zw­erken find­et im Lern­prozess statt, der im Prinzip darauf basiert, dass man das Muster nach dem das neu­ronale Net­zw­erk suchen soll als einen hochdi­men­sion­alen Zahlen­raum definiert, und mit­tels ein­er Fehler­funk­tion oder Kosten­funk­tion und etwas Dif­feren­zial­rech­nung schaut, in welche Rich­tung es vom gegen­wär­ti­gen Stand­punkt in diesem hochdi­men­sion­alen Raum “hoch” geht, sich ein Stück weit in diese Rich­tung bewegt, und das ganze so lange wieder­holt, bis man eine Matrix gefun­den hat, die das gewün­schte Muster erken­nt. Diesen Prozess nen­nt man dann “ler­nen” oder “Back­prop­a­ga­tion”. Angewen­det wird das Ergeb­nis dann, indem man die Eingabe als Input­muster hat, diese mit der Gewich­tungs­ma­trix kreuz­mul­ti­pliziert, und das Ergeb­nis als Out­put­ma­trix nimmt. Man kann da noch mehrere Ebe­nen haben, und man nutzt auch Sig­moid­funk­tio­nen, um Werte zwis­chen 0 und 1 oder ‑1 und 1 zu map­pen, und man ver­sucht teil­weise auch Ebe­nen nicht nur als eindi­men­sion­ale Matrizen (also eigentlich Vek­toren) zu repräsen­tieren, son­dern mit­tels evo­lu­tionär­er Algo­rith­men auch andere Struk­turen zu find­en, aber irgend­was mit Griechisch Lamb­da ist da gar nicht. Die Magie für Uneingewei­hte steckt in den Gewicht­en, und die eigentliche Magie steckt in der Fehler­funk­tion, die, wenn über­haupt, mit E abgekürzt wird.

      Dieses schwule Auswendigler­nen von land­frem­den Buch­staben, wie man es aus dem Physikun­ter­richt ken­nt, wo diese Buch­staben auch noch zig ver­schiedene Bedeu­tun­gen haben kön­nen, gibts in Din­gen die mit Pro­gram­mierung zu tun haben, eher sel­ten, und sowas wird eigentlich nur von irgendwelchen Uni­ver­sität­shomos genutzt. 

      Achso, bevor Du meinst, dass neu­ronale Net­ze achso math­e­ma­tisch und deshalb voller griechis­ch­er Buch­staben sein müssen: Sindse nicht, man nimmt nur deshalb Matrizen, weil diese zufäl­lig die Kreuz­mul­ti­pliza­tion in den vorhan­de­nen Libs effizient imple­men­tiert haben, und man damit zufäl­lig das abstrahieren kann, was Neu­ro­nen im Gehirn machen. Das mit dem hochdi­men­sion­alen Raum und der­gle­ichen lernst Du mal in der Ein­leitung, aber für die Prax­is kannst Du es gle­ich wieder vergessen, weil hast Du ein Frame­work mit dem Du nach dem Baukas­ten­prinzip vorgehst, und mit dem Du das Ergeb­nis des Lern­prozess­es als Gewich­tungs­ma­tritzen speicherst.

      Scheiße, wieso schreib ich das alles eigentlich… Egal. Nutz keine griechis­chen Buch­staben in Pro­gram­mierdin­gen. Damit out­est Du Dich als Stre­ber der nicht weiß wovon er redet. Sag ein­fach “Gewichte” oder “Gewich­tungs­ma­trizen”.

      Abge­se­hen davon glaube ich, dass der Elon gewaltig auf die Fresse fliegen wird. Er hat für Twit­ter drei Mal so viel bezahlt wie es wert war, er hat ein Unternehmen, das zuvor ger­ade so bei +-0 war, und so gut wie keine Gewinne auss­chüt­ten kon­nte, zu Krebs für die Werbe-Indus­trie gemacht, und er hat mit seinem Blue-Checkmark-für-$8 für absolutes Chaos gesorgt und auf dem Aktien­markt bei anderen Unternehmen für Mil­liar­den­schä­den gesorgt (was ich natür­lich befür­worte, denn fick sie). Dann dürfte er mit den ganzen Abfind­ungszahlun­gen auch bald im Mil­liar­den­bere­ich sein, tes­la-Aktien ver­loren im let­zten Jahr so 50% an Wert, Twit­ter-Aktien dürften auch im Begriff des Abkack­ens sein… IMHO ist der Elon ger­ade auf nem absteigen­den Ast, und die Left­iespin­ner sind noch nicht­mal Schuld daran, und der Staat ists auch nicht. 

      Naja, wie dem auch sei, zum Abschluss noch einige Spaß­fak­ten zum The­ma AI: Es gab Ver­suche neu­ronale Net­ze zur Krim­i­nal­ität­spräven­tion einzuset­zen, die Ver­brechenss­chw­er­punk­te voraus­sagen soll­ten, damit man dort mehr Polizeifahrzeuge hin­schickt, und die die Rück­fall­wahrschein­lichkeit von Straftätern aus Daten­punk­ten des Lebenslaufs eines Delin­quenten ein­schätzen soll­ten. Alle diese AIs wur­den dabei ras­sis­tisch, und schick­ten Neger in den Knast und die opti­male Patroul­lien­dichte entsprach im Prinzip von der Rate von Nicht-Weißen Bewohn­ern. Dieser Trend wurde selb­st dann noch beibehal­ten, wenn man die Haut­farbe aus den Train­ings­dat­en ent­fer­nte. Sprich, für ein funk­tion­ieren­des neu­rales Net­zw­erk sind Neger gle­ichbe­deu­tend mit höher­er Krim­i­nal­ität, und sie spüren anhand von Lebensläufen, Kranke­nak­ten, etc. Neger auf, wenn man sie darauf trainiert hat, Krim­inelle zu find­en. Ras­sis­mus ist also kein Vorurteil, son­dern das Resul­tat funk­tion­ieren­der Mus­ter­erken­nung. Und weil das so ist, dient ein Großteil dessen, was unsere Inter­netz-Konz­erne im Bere­ich AI entwick­eln, gar nicht mehr der Verbesserung der Mus­ter­erken­nung, son­dern entstammt dem soge­nan­nten Bere­ich “Fair­ness”, sprich, man ver­sucht den max­i­mal autis­tis­chen AIs mod­erne Vorurteile anzuerziehen, die sich aus den Dat­en über­haupt nicht ergeben, weil sie, wenn man sie ein­fach nur mit den vorhan­de­nen Dat­en füt­tert, alle­samt zu Ras­sis­ten wer­den . Und genau das ist, weshalb das ganze AI-gestützte Zeug heute schlechter funk­tion­iert, als vor ~7 Jahren.

      Übri­gens, wo wir schon bei Halb­wis­sen und Vorurteilen sind, kön­nte irgend­je­mand bitte mal diesen ganzen Jour­nal­lien von der Achse verk­lick­ern, dass der Ukraine-Krieg in voller Inten­sität weit­er geht, sobald dort der Boden hart gefroren ist, und sich dann auf­grund der besseren Ver­sorgungslage sog­ar große Vorteile für den­jeni­gen ergeben, dem nicht ger­ade die Hände und Füße abfrieren, was regelmäßig der­jenige ist, der nicht flüchtet, wodurch Win­ter eine schlechte Zeit für Stel­lungskrieg und eine gute Zeit für Bewe­gungskrieg ist? Die ner­ven mich näm­lich alle damit, dass sie mich über die Welt informieren wollen, während sie zu denken scheinen, Armeen wür­den heute genau wie zu Römerzeit­en ins Win­ter­lager ziehen, und dann nichts tun, bis wieder Früh­ling ist. Win­terkrieg ist ein Ding.

      • Die Gewichts­ma­trizen haben meist ein W, wegen “weight” und so. Ob man den Unter­schied zu ein­er Beze­ich­nung durch lamb­da als wesentlich sieht, ist dann doch eher mar­gin­al. Daran muss man sich nicht hochziehen und hier den harten Pro­gram­mier­pro­leten an der Front geben. 

        Wesentlich­er ist allerd­ings der Unter­schied zu ein­er anderen Sorte von Para­me­tern, die eine eben­buer­tige Rolle spie­len. Sog­ar ver­haelt­nis­maes­sig staerk­er, da eben — meist — nicht ein­fach mit ein­er sim­plen Ket­ten­regel ein­fang­bar (was fuer sich eh schon ein Wun­der ist, da Gra­di­en­ten­ab­stiege nur lokale Ver­fahren sind). Diese Hyper­pa­ra­me­ter sind Dinge wie die Lern­rate, Anzahl der Schicht­en, dropouts, wie oft zeigt man die Train­ings­dat­en (epochs), wie gebuen­delt (batch size) und jede Menge mehr.

        • @Michael
          Kek. Ich soll hier nicht den Pro­gram­mier­pro­leten geben, aber Du zählst Imple­men­tierungs­de­tails auf während ich zumin­d­est noch grob bei der The­o­rie bleibe. Den­noch high­five, Brudi 😉

          @Ben:
          Erst­mal sor­ry, dass ich immer so lang brauche, um Dir zu antworten, und der Kom­men­tar­bere­ich dann zuweilen schon ges­per­rt ist. Ich hab nicht immer Zeit. 

          Dann:

          > Wenn du nachts in deinem schwulen Leg­ging-Anzug als Rolf-nator Deutsch­land rettest, hast du ja auch so ein Lamb­da auf deinem Cape.

          Hak­enkreuz. Sor­ry. Das gehört seit der Steinzeit zum Weltkul­turerbe und ich empfinde dessen Äch­tung daher als reich­lich däm­lich. Man kann viel aus dem drit­ten Reich und den damit ver­bun­de­nen Erfahrun­gen ler­nen, und genau diesen Lern­prozess ver­hin­dert man, indem man irgendwelche gener­ischen Sym­bole als Sün­den­bock miss­braucht, und sich auf die Sym­bole anstatt auf die Fak­ten und Zusam­men­hänge konzen­tri­ert. Und weil man mit­tels dieses Sün­den­bock-Fehlschlusses so erfol­gre­ich seine Lern­re­sistenz zemen­tieren kann, ist man längst in ner Lage, die auf­grund gezo­gen­er Lehren unmöglich sein sollte, jedoch hat man diese Chance ver­passt, weil man sich angewöh­nt hat (unter anderem) zu hypochon­dri­eren, sobald der A dem B alles Gute (also Heil) wün­scht, oder er irgend­wo ein uraltes Sym­bol irgend­wo hin­malt, das je nach Inter­pre­ta­tion die Sonne, die Son­nen­wech­sel, oder auch ein­fach nur “Heil” repräsen­tiert. Der Worst Case in dem Bezug ist, dass diejeni­gen, die früher den Teufel ange­betet hät­ten, um sich von der den lieben Gott anbe­tenden Gesellschaft zu dis­tanzieren, nun ein vorchristlich­es Glückssym­bol als Zeichen ihrer Ver­ach­tung nutzen. 

          Ich denk das ist Dir klar, ist mir klar, und ist unserem Roger klar, weshalb er mein Herum­ge­nazie auch im gewis­sen Rah­men toleriert (oder er resig­niert aufgegeben hat).

          Ich habe meinen Text jeden­falls deshalb geschrieben, weil es mir auf­stößt, wenn mir jemand einen Zusam­men­hang erk­lären will, dabei aber einen der zen­tralen Punk­te sein­er Argu­men­ta­tion verkehrt hat. 

          Bei Dir wars das Lamb­da, bei den Achse-Leuten ist es die wieder­holt vorge­brachte Behaup­tung, im Win­ter könne man keine Schädel für den Schädelthron sam­meln, weil der Blut­see da zuge­froren sei, oder sowas. Ger­ade ist in der Ukraine die zwei Mal jährlich auftre­tende Schlamm­sai­son, und der Boden ver­wan­delt sich beim Befahren in Matsch, in dem die schö­nen Panz­erchen steck­en bleiben und vom bösen ukrainis­chen Trak­tor­mon­ster aufge­fressen wer­den. Das will man seinen Panz­erchen nicht antun, darum ist man eingeschränkt. Sobald der Boden jedoch wieder hart weil gefroren ist, kann man weit­er­spie­len. Dann spie­len zwar ger­ingfügig andere Fak­toren eine Rolle, als im Som­mer, zum Beispiel steigt der Treib­stof­fver­brauch und die Anforderun­gen an die Logis­tik, Win­terklei­dung und Wärme­bild­kam­eras wer­den wichtiger, bla, aber bei­de Seit­en bere­it­en jet­zt schon ihre näch­ste Offen­sive vor, die kommt, sobald der Boden gefroren ist. Mal abge­se­hen davon haben die Russkis im Win­ter die ganzen Gebi­ete eroberten, und ihre Offen­sive erst nach Beginn des Tauwet­ters im Schlamm steck­en blieb. 

          Naja, und jet­zt stell Dir mal vor, jemand hat Dir etwas zu sagen, das so wichtig ist, dass er viele Stun­den Arbeit ins Schreiben, und Jahrzehnte der Arbeit ins Erler­nen dessen, was die Welt im inner­sten zusam­men­hält, gesteckt hat. Und nun hat er ein Beispiel gewählt, mit dem er seine heilige Botschaft zehn- bis hun­dert­tausenden ein­fachen Men­schen verdeut­lichen möchte, die keine Jahrzehnte der Vor­bere­itung hat­ten. Und dieses Beispiel ist falsch. Oder eine Grun­dan­nehme ist falsch. Und so offen­sichtlich falsch, dass es zeigt, dass der­jenige sich nicht mit der selb­st­gewählten The­matik beschäftigt hat.

          Darum ging es. Ich wollte Deine zen­trale These gar nicht infrage stellen.

        • @Rolf

          > aber Du zählst Imple­men­tierungs­de­tails auf während ich zumin­d­est noch grob bei der The­o­rie bleibe.

          Wie bitte? Welche The­o­rie soll das sein, die von den Schoen­heit­en des Buch­staben Lamb­da? Hier gehts nicht um den Strohmann eines kom­plett an den Haaren her­beige­zo­ge­nen ange­blichen Wider­spruchs Imple­men­tierungs­de­tail vs. The­o­rie, der in den Raum gestellt wird. Es geht um eine Abrun­dung des Aus­gangs­beitrags in Bezug auf den Begriff des Para­me­ters. Und dahinge­hend sind die genan­nten Groessen sowohl the­o­retisch als auch prak­tisch hoechst rel­e­vant und inter­es­sant und sie fehlen dort halt.

          Auf der anderen Seite ist es das Herum­re­it­en auf einem Buch­staben sich­er nicht. Wenn der Sinn erhal­ten bleibt, inter­essiert das einen Fach­frem­den nicht und der Nicht­fach­fremde liest drue­ber weg und macht da kein voel­lig unnoetiges Fass ueber eine halbe Seite auf. Also wer in dieser Form nit­pick­ing an “Imple­men­tierungs­de­tails” zu betreiben ver­sucht, sitzt wohl hier in einem Glashaus dessen Waende zu weit weg sind, weil es so gross ist.
          Ein Math­e­matik­er definiert z.B. immer wieder kon­vexe Funk­tio­nen in min­destens drei ueblichen Namensge­bun­gen des Lauf­pa­ra­me­ters: lamb­da, alpha und t. Die Invari­ante und wesentlich­er Punkt ist die Formel selb­st (und auch fuer die gibts noch wenig­stens zwei aequiv­a­lente uebliche For­men). Das ist der Kern und nicht die kog­ni­tive Unbe­weglichkeit, mit ein paar anderen Vari­ablenna­men nicht umge­hen zu koen­nen. Und das sollte ger­ade ein Infor­matik­er koen­nen, der nicht nur an seinem per­soen­lichen biss­chen Code schreibt, son­dern sich in ein­er pro­fes­sionellen Umge­bung mit ver­rueck­testen Namensge­bun­gen sein­er Beruf­skol­le­gen kon­fron­tiert sieht. Da erscheinen andere Kon­struk­tio­nen als eine Frage um das alpha und omega.

        • @Michael
          Was Du aufzähltest sind Para­me­ter, die man in der Prax­is durch Aus­pro­bieren wählt, weils dazu besten­falls Erfahrungswerte gibt, weil es sich kaum vorherse­hen lässt, welch­er Input mit welchen Para­me­tern das beste Lern­ergeb­nis hat. Im Gegen­satz dazu gab ich ne grundle­gende Über­sicht darüber aus welchen Bestandteilen neu­ronale Net­ze zusam­menge­set­zt sind, und wie sie funk­tion­ieren. War nicht per­fekt, ich hab zum Beispiel vergessen zu erk­lären, was und wofür die Aktivierungs­funk­tion da ist, und man müsste auch selb­st nach­schla­gen, wie man den Anstieg der Fehler­funk­tion berech­net, und die Funk­tion­sweise von Back­prop­a­ga­tion kam auch nicht wirk­lich durch. Aber es war ein Anfang.

          Ich würde Dir ja beina­he zus­tim­men, dass diese Mühe über­flüs­sig war. Ich hätte auch ein­fach sagen kön­nen “Yo Ben, nie­mand redet von Lamb­da, und Du zeigst ger­ade, dass Du nicht weißt, wovon Du sprichst.”. 

          Aber da es hier um Poli­tik geht, liegen die Dinge anders. Wer über Poli­tik spricht, spricht über staatlich­es Han­deln, und ver­sucht damit eine Entität zu bee­in­flussen, deren Macht­fülle im Ver­hält­nis zur von ihr beherrscht­en Bevölkerung die Macht­fülle eines antiken oder neuzeitlichen Sklavenbe­sitzers bei­weit­em über­trifft, und für die alte Begriffe des Massen­mor­dens nicht aus­re­icht­en, weshalb gän­zlich Neue erfun­den wer­den mussten. Jed­er fromme Wun­sch eines Staats wird von als “Polizei” beze­ich­neten Paramil­itärs mit Gewalt durchge­set­zt, und die haben Jahrzehnte lang Erfahrung gesam­melt, wie man dies am besten tut. Die brin­gen Dich auch um, falls Du Dich effek­tiv gegen sie zur Wehr set­zt. In den meis­ten Fällen kannst Du dies auch gar nicht, weil man es Dir ver­wehrt, Dich zu bewehren, und man Dich und Deine Leute in Erziehung­sein­rich­tun­gen auch von klein auf zu Nutzvieh domes­tiziert hat, sprich Euch eben­so wie physis­chen wie psy­chis­chen Mit­tel fehlen, in diesem Ver­hält­nis etwas anderes als der erbärm­lich­ste Sklave zu sein, der vorstell­bar ist.

          Angesichts dieses Ungle­ichgewichts an Macht, und angesichts dessen, dass die durch diese Mach­tausübung verur­sacht­en Prob­leme in Extrem­fällen gerne mal genozi­dale Aus­maße annehmen, beziehungsweise Fehlen­twick­lun­gen irgend­wann nur noch durch genozi­dale Prob­lem­lö­sun­gen beseit­igt wer­den kön­nen, und selb­st solche Extrem­fälle bei his­torisch­er Betra­ch­tung keineswegs sel­ten sind, würde ich mal meinen, eine gewisse Sorgfalt­spflicht wäre angemessen, beim Ver­such jene Mach­tausübung zu bee­in­flussen oder zu steuern, und der Ver­such der Bein­flus­sung aus Igno­ranz oder unlauteren Motiv­en her­aus sollte bei Erst­tätern zumin­d­est mit Stock­hieben bestraft wer­den, und im Wieder­hol­ungs­fall gerne auch mit Helikopter­flü­gen. Dem sollte hier doch eigentlich jed­er zus­tim­men kön­nen. Und zumin­d­est Igno­ranz oder Fahrläs­sigkeit ist doch anzunehmen, wenn jemand über ein The­ma spricht, jedoch bere­its die dazuge­hörige Ter­mi­nolo­gie nicht zu ken­nen scheint, oder ihm ein­fach­stes Grund­la­gen­wis­sen fehlt.

          Da ich Ben schätze, und ich ihm gegenüber fre­und­schaftlich empfinde, möchte ich natür­lich nicht, dass er sein an sich gutes Argu­ment durch solche Fet­tnäpfchen schwächt, oder er sein Kar­ma mit solchen ausste­hen­den Strafen beläd, die dann im näch­sten Leben auf ihn warten wer­den, oder auch in Diesem, sollte wider Erwarten doch noch Nor­mal­ität in die Welt einkehren. Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht, zu ver­suchen, ihm den Ein­stieg in das The­ma zu erle­ichtern. Das ist doch nett, oder?

          > Ein Math­e­matik­er definiert z.B. immer wieder kon­vexe Funk­tio­nen in min­destens drei ueblichen Namensge­bun­gen des Lauf­pa­ra­me­ters: lamb­da, alpha und t.

          Ist der Bauch konkav, ist das Mäd­chen brav. Ist der Bauch Kon­vex, hat das Mäd­chen Sex. Das hat nur nichts mit neu­ronalen Net­zen oder AI zu tun. Tat­säch­lich erin­nert es mich stattdessen an einen Mathe-LK-Abi­turi­en­ten, dessen leg­endäre Faul­heit, Ange­berei, und Vortäuschung falsch­er Tat­sachen aufge­flo­gen ist, als er ver­suchte, in ein­er easy-peasy-Sprache, die er inner­halb von zwei Tagen gel­ernt hat, in math­e­ma­tis­ch­er Nota­tion zu pro­gram­mieren, als er mal sein Ver­ständ­nis des Zuweisung­sop­er­a­tors demon­stri­eren sollte. Abge­se­hen davon inter­essieren mich Math­e­matik­er nur dann, wenn sie Bomben bauen, und meine Mei­n­ung zu pro­fes­sionellen Umge­bun­gen ist, dass es in diesen nicht genü­gend kör­per­liche Gewalt gibt, da durch diesen Man­gel die größten Unarten genährt werden. 

          Jeden­falls, klick mal auf meinen Namen, dann kriegst Du ein PDF, in dem Dir die Grund­la­gen schön leicht ver­ständlich erk­lärt wer­den. Tu’s fürs Kar­ma, damit Du im näch­sten Leben nicht die ganze Zeit Stock­hiebe kriegst.

        • @Rolf

          > Aber da es hier um Poli­tik geht, liegen die Dinge anders.

          Das ist rotzfrech­es Diskus­sionsver­hal­ten. In dem rel­e­van­ten Teilaspekt ging es um neu­ronale Net­ze und nichts anderes und auch du bist dabei in diesem The­ma geblieben. Ich wuesste nicht, was eine Diskus­sion um einen Buch­staben in diesem Bere­ich auf ein­mal mit der Lage in Ober­vol­ta zu tun hat, was soll dieser Unsinn? Diszi­plin im Denken als Hal­ten des The­mas solange in dessen Kon­text disku­tiert wird darf man ver­lan­gen. Deine poli­tis­chen Erguesse inter­essieren mich nicht die Bohne.

          > Das hat nur nichts mit neu­ronalen Net­zen oder AI zu tun. Tat­säch­lich erin­nert es mich stattdessen an einen Mathe-LK-Abiturienten,

          Wesentlich­er als deine Erin­nerun­gen waere es gewe­sen, den Punkt der Analo­gie zu sehen. Der war eigentlich offensichtlich. 

          Zum Abschluss:
          Ich schreibe seit ueber 25 Jahren pro­fes­sionell Bild­ver­ar­beitungssoft­ware. Da meist freiberu­flich, in ganz ver­schiede­nen Kon­tex­ten, was Art der Auf­gaben, Ver­ant­wortlichkeit­en, Fir­men, Insti­tu­tio­nen und Laen­der bet­rifft. Schon in den Neun­zigern auch mit­tels neu­ronaler Net­ze, da hat­te selb­st in meinem engeren Bezugsrah­men der Grossteil noch nichts davon gehoert.
          Und ich bin Math­e­matik­er, allerd­ings kein Abi­turi­ent, son­dern ein Ausstudiert­er. Ich weiss den Wert von Abstrak­tion zu schaet­zen, etwas, was Pro­gram­mier­ern (auch in den ihnen wichti­gen Begriff­saufw­er­tun­gen als z.B. “Soft­ware Engi­neer”, “Archi­tect” oder auch nur Infor­matik­er) ueber­raschend oft fehlt und dann bei anfael­li­gen Charak­teren auch gern ein­mal ueber Ani­mosi­taeten unter der Guertellinie ver­sucht wird “wettzu­machen”. Im ersten Ein­druck kommst du oefter so rue­ber, aber das kann ich ohne weit­erge­hende Ken­nt­nis nicht sagen (und inter­essiert let­ztlich auch nicht, auss­er es behin­dert eben eine Sachdiskussion).

        • @Michi

          > Das ist rotzfrech­es Diskussionsverhalten.

          Rotzfrech, das bin ich.

          > Ich wuesste nicht, was eine Diskus­sion um einen Buch­staben in diesem Bere­ich auf ein­mal mit der Lage in Ober­vol­ta zu tun hat, was soll dieser Unsinn?

          Du sche­inst es ja für nor­mal zu hal­ten, Mei­n­un­gen und Aus­sagen zu ver­bre­it­en, bei denen der Autor in wesentlichen Teil­bere­ichen ganz offen zeigt, dass er eigentlich gar nicht weiß, worüber er schreibt. Aber meinst Du nicht, dass es den lieben Onkel Ben inter­essieren würde, wenn sein Geschriebenes diesen Ein­druck erweckt? Und falls Du meinst, dass es ihn inter­essiert, meinst Du dann nicht auch, dass er darauf hingewiesen wer­den möchte, sollte dieser Fall ein­tr­e­f­fen, damit ers beim näch­sten Mal bess­er machen kann?

          Ach, und nur damit Du es auch ganz sich­er kapierst: Das Prob­lem war nicht der Inhalt von Bens Geschrieben­em, son­dern weil er eine Namen­skon­ven­tion gebrauchte, die nir­gends existiert. Namen­skon­ven­tio­nen sind wichtig, und haben auch nichts mit man­gel­nder Flex­i­b­lität zu tun, son­dern man möchte nicht jedes Mal die Grund­be­griffe neu aushan­deln. Leute, die über The­men schreiben, dessen Namen­skon­ven­tio­nen sie nicht ken­nen, und sich ihre Eigene Ter­mi­nolo­gie erfind­en, zeigen damit, dass sie sich mit einem The­ma nicht beschäftigt haben, während sie ebendies vortäuschen, und ich bezwei­fle sehr stark, dass hier irgend­je­mand diesen Ein­druck erweck­en möchte.

          > Wesentlich­er als deine Erin­nerun­gen waere es gewe­sen, den Punkt der Analo­gie zu sehen. Der war eigentlich offensichtlich. 

          Da war keine Analo­gie. Du hast ein­fach etwas sach­fremdes in den Raum gewor­fen, und tat­est so, als ob sich daraus etwas ergibt, das sich daraus nicht ergibt. Ver­mut­lich deshalb, weil Du zwar kein Argu­ment, wohl aber das Bedürft­nis etwas zu sagen hat­test. Du woll­test vorm Rotzbuben biss­chen lehrerhaft tun, wohl darauf spekulierend, dass der Rotzbub im Angesicht einiger mit Fremd­worten gepaarter griechis­ch­er Buch­staben in Ehrfurcht erstar­rt und Deine Autoritäh akzeptiert.

          Ich nehme an, dass sowas bei den meis­ten Men­schen klappt, weil nie­mand zugeben will, dass er längst den ganzen Scheiß vergessen hat, den der Lehrer ihn während sein­er Nutzviehkon­di­tion­ierung nach­beten ließ, “Schul­bil­dung” als Wis­sensver­mit­tlung aber total nut­z­los ist, weil die Leute inner­halb von ich glaube zwei Jahren rund 60–80+% der Inhalte wieder vergessen haben, und zehn Jahre später so gut wie gar nichts mehr davon wis­sen. Gle­ichzeit­ig wur­den diese Leute aber bere­its im Kinde­salter darauf kon­di­tion­iert, dass sie die Fresse hal­ten, und um Erlaub­nis zum außeror­dentlichen pis­sen bet­teln müssen, sobald ihnen jemand den Lehrer vor­gaukelt, der mehr weiß als sie. Das ist ne all­ge­mein ankon­di­tion­ierte psy­chis­che Schwach­stelle, die Du da aus­nutzen woll­test, son­st nichts. 

          Ich find jeden­falls inter­es­sant, dass Du mein­test, damit etwas zu erre­ichen, weil das vor allem etwas über die Men­schen um Dich rum aussagt.

          > Begriff­saufw­er­tun­gen als z.B. „Soft­ware Engi­neer“, „Archi­tect“ oder auch nur Informatiker

          Die Stu­di­en über das stetige Vergessen von “Bil­dung” bezo­gen sich übri­gens auf Uni­ver­sitäres, und seit­dem ich das weiß, höre ich nur noch “Ich bin ein kleines Fötzchen”, wenn mir jemand mit Titeln und Berufs­beze­ich­nun­gen daherkommt, ganz gle­ich, ob diese nun vom Staat geschützt sind, oder nicht. Keine Ahnung, ob Du mir sagen woll­test, dass Du einen “echt­en” Titel hast, weil der Staat das so sagt, und die ganzen Pro­gram­mier­hanseln von Dein­er Orboid nur Phan­tasiebeze­ich­nun­gen, oder, dass Du rech­nen kannst, die aber nicht pro­gram­mieren. In bei­den Fällen weißt Du nun, wie ich die Sit­u­a­tion auffasse.

      • @Rolf
        Du hast recht. Wie man meinem Kom­men­tar leicht anmerken kann, hat­te ich den abends im Hirn-Aus run­tergeschrieben. Lamb­da ist natür­lich ein beliebiger Vari­ablenname und die Gewichte wer­den eher mit w’s wiedergegeben. Keine Ahnung, wie ich über­haupt auf Lamb­da kam. Das ste­ht für’s Lamb­da-Kalkül (& deine anony­men Funk­tio­nen) und für die Iden­titären und die Schwu­len­be­we­gung. Also für alles. Es ist ja ein Buch­stabe. Wenn du nachts in deinem schwulen Leg­ging-Anzug als Rolf-nator Deutsch­land rettest, hast du ja auch so ein Lamb­da auf deinem Cape.

        Mein Punkt an der Stelle war aber mehr so, dass die Ursu­la von der Leyen wie eine Kuh beim Don­nern mit aufgeris­se­nen Augen davorste­ht und meint, anhand der Gewichte jet­zt die Shad­ow­bans und andere Reich­weit­enein­schränkun­gen dirigieren zu können.

        Mein Szenario mit dem durch­hal­tenden Twit­ter ist auch sehr opti­mistisch. Ich hat­te ja schon neulich geschrieben, dass Musk jeden Moment über seinen Tes­la und sein SpaceX abfratzen kann und Black­Rock oder andere “Gute” das Ding wieder zurück­holen kön­nten. Der näch­ste Black Fri­day ist doch nur eine Frage der Zeit und Tes­la lebt von den poli­tis­chen Öko-CO2-Zer­ti­fikat­en und nicht, weil die was Tolles machen. Ob Twit­ter über­haupt das Poten­tial hat, Gewinne zu machen, ist ohne­hin unklar. 

        Diese Par­a­siten-Zen­sur-Tan­ten waren ja das Resul­tat des poli­tis­chen Drucks und da geht es nicht um Shit­storms, son­dern um EU-Bürokra­teusen, die nur darauf warten, den Laden mit Strafzahlun­gen auszuräu­men. Gibt es einen US-Tech-Konz­ern, der nicht irgend­wann mal “bestraft” wurde, weil die EU-Tussen die Kassen räu­men woll­ten? Ohne die EU-Gier hätte der “Microsoft Explor­er” die Weltherrschaft an sich geris­sen. Doch Dank der tapfer­en Brüs­sel­let­ten kann der Plan­et wieder aufat­men und mit Brave, Chrome oder was auch immer sur­fen. Nur dank denen.

        Weil die Juris­ten trotz undurch­schaubaren Gewicht­en in der KI die Kon­trolle wollen, sehen die Vere­in­barun­gen und Richtlin­ien ja auch vor, dass Big Tech Nieder­las­sun­gen vor Ort haben müsse und Berichte zum Fortschritt im Kampf gegen “Nazis” vorzule­gen habe. Wenn Musk einknickt, dann lungert das deutsche Akademik­er­pro­le­tari­at bald auch auf den Mas­sage­ses­seln und darf löschen, um die Fil­ter zu trainieren. Damit ist eine Chance, dass das Ding einen Gewinn, par­don, einen “Übergewinn” macht, deut­lich reduziert. Darum geht’s. Twit­ter ist 80% Bürokrat­en-Appease­ment. Das Von-der-Leyen-Video fängt ja auch wieder typ­isch an. KI sei ganz hüb­sch, aber brauche Regeln, behauptet sie. Man kön­nte ihr sagen, dass die Buch­staben­suppe unge­ord­net sei, und sie würde an das Mikro­fon schre­it­en und sagen, “Buch­staben­sup­pen brauchen Regeln, aber wir haben einen ehrgeizigen Plan wieder Ord­nung in das Chaos zu brin­gen.” Ver­mut­lich weiß sie noch nicht, dass auch die Scharia Lück­en hat und noch nicht vol­lum­fänglich alle Lebens­bere­iche abdeckt. Da hat die EU-Kom­mis­sion noch was zu tun. 

        Es geht um Gün­stlingswirtschaft und unver­schämter Par­a­siten­struk­tur­bil­dung. Der deutsche “Auf­sicht­srat” und die behördlichen Sonst­was­beauf­tragten gehören auch zu dieser Unkultur.

        Die Sache ist aber, dass grund­sät­zlich der Jed­er-ist-ein-Nazi-Ter­ror durch diese höheren Kreise abge­blasen wer­den muss. Wann das sein wird, ist aber kein Deter­min­is­mus. In Europa glühte der Hex­en­wahn deut­lich länger als in Mass­a­chu­setts. Drei, vier Jahrhun­derte wird man sich aber nicht die les­bis­chen Trul­las zum The­ma Ras­sis­mus anhören. Irgend­wann kommt der Punkt, an dem es abge­blasen wird und es wer­den Leute aus der Ober­schicht sein, die sich endlich auch ein­mal bere­it erk­lären, dem Zorn mutig ent­ge­gen­zutreten. Wir niederes Volk kön­nen nur den Oberen in den Ohren liegen, bis die ihren Arsch bewegen.

        Willst du wirk­lich Schlacht­feld­news auf der Achse lesen? Im Krieg gewin­nen grund­sät­zlich immer bei­de Seit­en, bis eine plöt­zlich nicht mehr. Willst du das im Minutentakt?

  3. Erin­nert mich an den schö­nen, bekan­nten Tweet von der ZEIT. … von vor 4 Jahren glaube ich:

    Liebe ZEIT-Leserin­nen, liebe ZEIT-Leser, bitte beacht­en Sie: wegen des morgi­gen Welt­frauen­tags arbeit­en die weib­lichen Mitar­bei­t­erin­nen des ZEIT-Ver­lags mor­gen nicht.

    Der Betrieb läuft wie gewohnt weiter.

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